Formel 1: Sebastian Vettel mit Michael und Mick Schumacher

Formel 1: Schumacher für Vettel?

Schumi jr. als Vettel-Ersatz? Unsinn!

Ein schwieriger Saisonstart für Sebastian Vettel auf der einen, ein phänomenaler Jahresbeginn für Mick Schumacher auf der anderen Seite. Schon wird diskutiert: Soll Schumi junior Vettel ersetzen? Ein Kommentar von Redakteur Michael Zeitler
So viele Facebook-Kommentare bei AUTO BILD MOTORSPORT, die in dieselbe Kerbe schlagen, gibt es selten. Viele Fans fordern: Ferrari sollte Mick Schumacher für Sebastian Vettel an Bord holen. Hintergrund: Vettel ist durchwachsen in die Saison gestartet. Sein neuer, junger Teamkollege Charles Leclerc fordert den 31-Jährigen. Fehlerlos war er auch nicht. 
Dagegen Mick Schumacher: Guter Einstand in der Formel 2 und vor allem überzeugende Formel-1-Testfahrten, bei denen er nicht nur im Ferrari durch eine fehlerlose, aber auch schnelle Fahrt überzeugte, sondern auch im Alfa Romeo schnellere Zeiten auf den Asphalt brannte als Stammfahrer Antonio Giovinazzi im Qualifying.
Der Vergleich: Zwei Schumis im Ferrari Hier klicken
Aber: Schumi junior für Vettel – das kann überhaupt kein Thema sein!
Denn Mick fuhr seine Ferrari-Bestzeit auf den weichsten Reifen. Der Zweitschnellste Max Verstappen fuhr zwei Grad härtere Pneus. Schumachers Rundenzeit ist also nur schwer zu bewerten. Viel spricht dafür, dass beide Teams die Leistung mit wenig Sprit und weichem Gummi protegierten.
Den nächsten Grund liefert Vettel selbst, wenn er sagt: „Ich bin auf dem Zenit meines Könnens.“ Ich meine: Die deutschen Fans sollten das Vertrauen in Vettel nicht verlieren. Er ist vier Mal Weltmeister geworden. Das schafften mit ihm nur fünf von 764 Piloten. Und auch die ersten drei Saisonrennen waren nicht so schlecht.
In Australien war Vettel das gesamte Wochenende über schneller als Leclerc. Der Monegasse kam am Ende nur deswegen an seinen deutschen Teamkollegen ran, weil Ferrari bei Vettel mit einer aggressiven Strategie pokerte, sich aber verzockte. 
In China war Vettel ebenfalls das gesamte Wochenende flotter als Leclerc – wenn auch nur einen Tick. 
Bleibt nur der Bahrain-GP, den Vettel wirklich verschenkt hat. Mit langsameren Rundenzeiten und seinem Dreher im Duell gegen Hamilton. Aber eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Eine Niederlage ist kein Grund, das Vertrauen in Vettel zu verlieren. Das gilt für Ferrari, das gilt aber auch für die deutschen Fans.

Sebastian Vettel mit Michael Schumacher nach seinem ersten WM-Titel 2010

Den dritten Grund liefert Mick Schumacher. Er erklärte nach dem Test: „Formel 1 fahren macht echt Bock. Aber ich gehe die Dinge Schritt für Schritt an.“ Heißt: Der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher muss sich erstmal in der Formel 2 beweisen. 
Beim Auftakt in Bahrain war er mit den Plätzen acht und sechs zwar solide unterwegs, aber derzeit liegt er auf Rang acht der Gesamtwertung. Um überhaupt genug Punkte für den Formel-1-Führerschein zu haben, muss er die Saison unter den Top-5 abschließen. Vor dem zweiten Wochenende in Baku an diesem Wochenende liegen auch zwei Neulinge vor Mick Schumacher: Anthoine Hubert und Guanyou Zhou.
Bisher hat Mick für jede Station zwei Jahre gebraucht: 2015 und 2016 Formel 4, 2017 und 2018 Formel 3. Selbst wenn er die Formel 2 in einem Jahr packt: Danach wird er erst einmal in einem Mittelfeldteam Erfahrungen in der Formel 1 sammeln. Leclerc fuhr nur ein Jahr für Sauber, eher er das Ferrari-Stammcockpit ergattert hat, aber das ist der schnellste Aufstieg in den Ferrari seit 28 Jahren.
Mit anderen Worten: So sehr die deutschen Fans sich den Schumi-Sohn in der Formel 1 wünschen, realistisch ist das frühestens 2020, möglicherweise sogar erst 2021. Und der Aufstieg zu Ferrari erfolgt frühestens 2021, eher 2022 oder 2023.
Bis dahin will Vettel Ferrari längst wieder zum WM-Titel geführt haben...

Formel 1: Sebastian Vettel mit Michael und Mick Schumacher

Fotos: Picture Alliance

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