Mick Schumacher (23) als Nachfolger von Sebastian Vettel (35) bei Aston Martin? Das Gerücht geistert schon ein paar Wochen durchs Fahrerlager der Formel 1. Jetzt hängt der Heppenheimer tatsächlich seinen Helm an den Nagel – und macht den Weg für seinen Schützling frei.
Auto Bild weiß: Vettel hat den Namen Schumacher bereits bei seinen Noch-Chefs Lawrence Stroll und Mike Krack platziert. Und: Er hat seine Entscheidung bewusst VOR der Sommerpause gefällt, um Aston Martin genug Zeit für die Nachfolgersuche zu geben. Eine Deadline des Teams gab es nicht. Aston Martin wollte Vettel unbedingt halten – aber der Deutsche hat sich gegens Weitermachen entschieden. Für Mick Schumacher?
Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher lässt verbal zumindest den Fuß in der Aston Martin-Tür: „Ich habe meinen Job hier (bei Haas; d. Red.)“, betont er in seiner Presserunde in Ungarn, räumt aber auch ein: „Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Ich würde nie nie sagen, aber ich konzentriere mich auf die Gegenwart und meine Aufgaben hier in Ungarn.“
Mick Schumacher hält sich alle optionen offen.

Abgeneigt scheint der Nachwuchs-Star also nicht vom grünen Renner mit dem traditionsreichen Namen.
Dazu passt: Bei Haas rumpelte es nach seinem Crash in Monaco intern gewaltig. Teamchef Günther Steiner spricht gerne Klartext. Seine konsequent harte Art kommt nicht bei allen Fahrern gleich gut an. Dazu kommt: Aston Martin hat als Semi-Werksteam mehr Potential und könnte die richtige Adresse für Schumi junior sein, um den nächsten Karriere-Schritt zu machen. Allein: Seine Ferrari-Bande müsste er dafür lösen.
Klar ist in jedem Fall: Seinem Mentor Vettel wird ihm als aktiver Kollege 2023 fehlen. „Ich bin traurig“, gibt Mick zu. „Er wird eine Riesenlücke hinterlassen. Er ist ein echter Typ, eine ganz besondere Persönlichkeit, ich werde ihn vermissen.“
Denn auch während der Rennwochenenden stand ihm der Hesse bisher mit Rat und Tat zur Seite. „Ich weiß, dass ich ihn jederzeit sehen kann“, verrät Schumacher. „Wir essen oft zusammen, und es ist einfach schön, dass man sich in seiner Muttersprache austauschen kann.“
Deshalb war seine erstes Gefühl „Trauer“, als der Rekordweltmeistersohn vom Rücktritt des viermaligen Champions erfuhr. „Denn ich weiß, was ich verliere. Ich würde nicht sagen, dass ich überrascht gewesen bin. Ich weiß, dass er sich für sehr viel andere Dinge interessiert. Und wenn er auf sein Bauchgefühl hört und findet, das sei der richtige Zeitpunkt, dann ist das schon in Ordnung so.“
Schumacher junior kann sogar sehr gut verstehen, dass sich Vettel mehr Zeit für die Familie nehmen will. Mick: „Ich weiß noch, als mein Vater aufhörte, da fand ich es fabelhaft, dass er mehr Zeit für Gina-Maria und mich hat.“
Fest steht: Sollte Mick Schumacher in Zukunft tatsächlich für Aston Martin  fahren, hätte Sebastian Vettel eine Menge dafür getan.

Von

Bianca Garloff