Pech für Mick Schumacher in Monza: Der Deutsche zeigt beim Italien GP am Sonntag eine starke Aufholjagd, die späte Safetycar-Phase und das Rennende unter Gelb versagen dem Deutschen, der letztlich als Zwölfter abgewunken wird, aber eine mögliche Schlussattacke auf die Top-10.
"Mental war ich schon in den Punkten", lacht Schumacher nach Rennende. "So nah dran zu sein ist ein gutes Comeback, wenn man bedenkt, dass ich dieses Wochenende nicht viel gefahren bin und ein schwieriges Qualifying hatte", will sich der Haas-Pilot die Laune vom abrupten Rennende hinterm Safetycar aber nicht verderben lassen.
"Unterm Strich hatten wir doch mehr Pace als erwartet und auch die Strategie hat gut aufs Rennen reagiert", findet Schumacher, der überzeugt ist, dass er unter normalen Bedingungen am Ende noch mal hätte angreifen können: "Wir waren gut auf Kurs, weil alle anderen Probleme mit ihren Reifen hatten und wir auf einem sehr guten Reifen waren", erklärt der 23-Jährige.
Mick Schumacher fuhr ein gutes Rennen in Monza.

Immerhin: Auch ohne Punkte kann Schumacher am Sonntag eine gute Visitenkarte abgeben, denn im Zweikampf mit Williams-Pilot Nicholas Latifi, den er schließlich niederringt, zeigt der Deutsche zwei starke Überholmanöver: "Der Williams war superschnell auf den Geraden, der ist mir sogar mit DRS weggezogen. Deshalb musste ich das Manöver irgendwie durchziehen und es war ein gutes", freut sich Schumi Jr.
Selbst sein sonst so strenger Teamchef Günther Steiner hat diesmal nur lobende Worte für Schumacher übrig: "Mick hat hier einen fantastischen Job gemacht: Auf Platz zwölf zu fahren – wenn man bedenkt wie wenig Zeit er im Auto hatte und welche Pace wir auf dieser Strecke erwartet haben", lobt der Österreicher.
Allein: Bei Ferrari scheint man die Leistung des eigenen Juniors schon nicht mehr wahrzunehmen. Teamchef Mattia Binotto jedenfalls irritiert, wenn er nach dem Rennen in Monza in Bezug auf Schumacher sagt: "Es war wieder ein unglückliches Wochenende für ihn und ist schwer die Leistung zu beurteilen. Ein paar Rennen haben wir noch, dann ziehen wir Bilanz und werden das Beste für ihn entscheiden."
AUTO BILD weiß: Schumachers Trennung von der Ferrari-Akademie ist längst beschlossene Sache. Der Deutsche erhofft sich als Free Agent auf dem Fahrermarkt 2023 deutlich bessere Chancen bei Williams, Alpine oder dem Sauber-Team (noch Alfa Romeo, zukünftig Audi; d. Red.). Selbst bei Red Bulls B-Rennstall AlphaTauri oder Mercedes könnten sich nach der Ferrari-Trennung einige Türen öffnen.

Vettel hat in Monza früh Feierabend

Sebastian Vettel musste seinen Aston Martin mit Motorenproblemen früh abstellen.

Ein anderer ehemaliger Ferrari-Star erlebt am Sonntag im Königlichen Park indes den kürzesten Auftritt aller Piloten: Sebastian Vettel: Der Heppenheimer rollt in Monza schon nach zwölf Runden am Streckenrand aus. "Ich weiß noch nicht, was los war. Wir haben Leistung verloren und das war's", erklärt Vettel enttäuscht: "Vielleicht etwas mit dem Motor oder der Batterie." Das Team meldet wenig später einen Defekt am Energierückgewinnungssystem als Ausfallgrund.
Für Vettel steht unterdessen fest: "Das war definitiv nicht unser Wochenende, es war wirklich hart: Wir waren auch von den Punkten sehr weit weg und sehr langsam. Dann ist es immer ein schwieriges Rennen, auch wenn es für mich dann natürlich nicht so lang war." Als Grund für Aston Martins schwache Performance benennt Vettel: "Ich glaube es hängt mit der Konfiguration hier zusammen, die Strecke war einfach nicht unser Ding."
Kurios: Aston Martin ist in Monza so schwach, dass sich der Rennstall dazu entscheidet das zweite Auto von Teamkollege Lance Stroll 15 Runden vor dem Ziel aus dem Rennen zu nehmen, um den Motor für die kommenden Aufgaben zu schonen. Schlusswort Vettel: "Ich freue mich jetzt auf Singapur. Wir waren schon lang nicht mehr da, die Strecke liegt mir und schlechter als hier kann's ja nicht mehr werden."

Von

Frederik Hackbarth