Formel 1: Schwachstllen am Silberpfeil
Daimler baut F1-Team neue Kupplung

Doppel-Pole für Mercedes in Bahrain. Doch die die Silberpfeile zittern vor dem Start des Rennens - und holen sich nach ABMS-Infos Hilfe von Daimler.
Bild: Picture-Alliance / SKY
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Der erste Blick auf die Zeiten lässt es nicht erahnen - Lewis Hamilton und Nico Rosberg fuhren in Bahrain am Samstag die nächste Doppel-Pole heraus, eine satte halbe Sekunde vor Ferrari. Doch Mercedes hat Probleme. Vor allem vor dem Start am Sonntag zittern die Silberpfeile. Zuletzt in Australien nutzten ihnen die Plätze eins und zwei nichts. Nach Kurve eins lagen beide Ferraris vorne, Rosberg und Hamilton nur noch auf den Rängen drei und sieben.

Toto Wolff (l.) verrät: Daimer baut eine neue Kupplung
Den aktuellen Zulieferer will man bei Mercedes nicht benennen, um niemandem den schwarzen Peter zuzuschieben. Fakt ist aber: Das Temperaturfenster der Kupplung ist zu klein. Deshalb misslingen die Starts meistens dann, wenn es einen Startabbruch ab - wie in Melbourne oder Ungarn 2015. Beide Male schlüpfte Vettel durch. Durch die kommende Änderung bei den Silberpfeilen könnte Ferrari nun aber ganz schnell wieder den Vorteil los sein, den sie durch Kupplungstechnik von ZF Sachs in Kombination mit einem speziellen Motormanagement haben.
Das Geheimnis hinter Ferraris Raketenstarts: Deutsche Technik
Damit hatte man den Druck auf Mercedes in diesem Bereich zuletzt so sehr erhöht, dass sich die Stuttgarter scheinbar umgehend zum Handeln gezwungen sahen, um gar nicht erst weiter ins Hintertreffen zu geraten. Eine Tendenz, die zuletzt auch Titelverteidiger Lewis Hamilton aufgefallen war: „Ferrari hat es schon in der zweiten Jahreshälfte 2015 geschafft, die Kupplung schneller kommen zu lassen. Es muss jetzt ganz oben auf unserer Agenda stehen, sicherzustellen, dass sie nicht ständig die besseren Starts haben.“ Mercedes scheint den Briten erhört zu haben, versucht die Achillesferse auszumerzen. Doch alle Schwachstellen am Silberpfeil sind damit noch nicht beseitigt.

Filigran: Die Bremsbelüftung bei Mercedes ist sensibel
Ein weiterer Schwachpunkt: Überholmanöver. Trotz seines überlegenen Autos hing Hamilton in Australien rundenlang hinter Max Verstappens Toro Rosso fest. Toto Wolff: „Das war einigermaßen überraschend, aber Überholen ging auf der Geraden nicht - trotz DRS.“
Red Bulls Helmut Marko hat eine klare Theorie: „Mercedes fährt dank ihres starken Motors mit so viel Abtrieb, dass sie beim Topspeed Abstriche machen müssen. Außerdem bekommt ihre Aerodynamik Probleme beim Hinterherfahren. Das Auto ist gebaut und abgestimmt für die Spitze des Feldes, nicht für den Zweikampf.“

Im Duell mit Verstappen zeigte Hamilton Schwächen
Dazu kommt: das gnadenlos geführte Duell der Fahrer. Rosberg und Hamilton dürfen sich 2016 freier duellieren als in den Jahren zuvor. In Melbourne flog deshalb schon in der ersten Kurve ein Teil von Hamiltons Frontflügel. Wolff: „Ein haariger Moment, der auch gefährlich werden kann.“
Fakt ist: „Mercedes ist vor allem im Qualifying in einer eigenen Liga“, fasst Marko zusammen. Das demonstrierten die Silberpfeile auch am Samstag in Bahrain wieder. „Wenn man sie im Rennen aber unter Druck setzt, sodass sie ihr Programm nicht abspulen können, dann sind sie angreifbar. Und: Sowohl im Regen als auch bei extremer Hitze liegt das Auto nicht perfekt.“

Umarmt Lauda Rosberg am Sonntag wieder als Sieger?
Nur Mercedes-Formel-1-Aufsichtsrat Niki Lauda gibt sich diesmal als Spannungstöter. Der F1-Mercedes-Chef zu ABMS: „Schwachpunkte? Wir haben keine. Wir haben in Australien einen Doppelsieg hingelegt. Richtig was sagen kann man erst nach vier Rennen.“
Service-Links