Max Verstappen dominiert nach dem Qualifying am Freitag auch das Sprint-Shootout am Samstag. Bei abtrocknender Strecke sichert sich der Red Bull-Weltmeister auf Slicks die Bestzeit. Allerdings nur ganz knapp vor Oscar Piastri. Der McLaren-Pilot hat am Ende gerade mal elf Tausendstelsekunden Rückstand und geht von Rang zwei aus in den Sprint.
„Die Bedingungen waren ähnlich wie gestern", erklärt Pole-Setter Verstappen. „Es hat heute aber etwas länger gedauert, bis man auf Slicks wechseln konnte. Der Vorsprung ist am Ende etwas kleiner ausgefallen. Aber es war leicht, heute einen Fehler zu machen. Es gab noch viele feuchte Stellen, zum Beispiel in Kurve 8 und 9. Da habe ich etwas Zeit liegen lassen. Es macht aber keinen Sinn, alles zu riskieren.“
McLaren-Pilot Piastri dagegen sieht sein Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Das ist natürlich etwas frustrierend, wenn man sich den Rückstand anschaut“, räumt er ein. „Ich habe eine gute Runde erwischt. Da war nicht viel mehr drin. Natürlich bin ich stolz auf meine Leistung. Wenn man sich den Vorsprung von Max gestern anschaut, dann ist es schon toll, so nah dran zu sein.“
Doch der Shooting-Star will mehr. Piastri gibt sich angriffslustig und plant schon jetzt seine Attacke auf den Red Bull: „Ich würde ja gerne behaupten, dass ich absichtlich etwas langsamer war. Wenn es eine Strecke gibt, auf der man nicht auf Pole stehen will, dann ist das diese hier.“
Sainz hatte im Teamduell die Nase vorn.
Bild: Ferrari

Aus der zweiten Startreihe gehen die beiden Ferrari in den Sprint, diesmal hat Carlos Sainz das teaminterne Duell für sich entschieden. Dahinter stehen der zweite McLaren von Lando Norris und Pierre Gasly, der nach all den Negativ-Schlagzeilen um Alpine (Entlassung von Otmar Szafnauer, Alan Permane und Pat Fry) endloch mal wieder für gute News rund um den Renault-Ableger sorgen kann.
Bei Mercedes dagegen hängt der Haussegen schief. Auf seiner entscheidenden Runde verbremst sich George Russell am Ende der Zielgeraden und behindert dadurch auch noch seinen Teamkollegen Lewis Hamilton. Resultat: die Plätze sieben und zehn für die Silberpfeile.
„Ich bin natürlich nicht happy“, ärgert sich Hamilton. „Ich denke, dass ich in der letzten Runde auf P1 oder P2 fahren kann, wenn nichts dazwischenkommt. Die Kommunikation war schlecht. Wir dachten, dass wir keine Zeit mehr haben. Deshalb haben wir auf der Outlap gepusht. Aber es war mehr Zeit, als wir dachten. Und dann kam es mit der Situation mit George.“
Sergio Perez dürfte mit seiner Performance erneut die Gerüchteküche rund um seine Ablösung für 2024 befeuern: Bei schwierigen Bedingungen kommt er nicht über Rang acht hinaus.
Für Nico Hülkenberg war es erneut ein Qualifying zum vergessen.
Bild: LAT / Haas

Auch Nico Hülkenberg sollte das Shoot-out schnell abhaken. Weil der Kommandostand ihn zu spät zur entscheidenden Runde im noch nassen Q1 auf die Strecke schickte, blieb der deutsche Haas-Pilot ohne gezeitete Runde. Teamkollege Kevin Magnussen wurde nur 18. 
Für den Hingucker des Shootouts sorgt Lance Stroll. Auf seiner schnellen Runde kommt der Aston Martin-Pilot mit Slicks von der immer noch rutschigen Piste ab und knallt in die Bande. Q2 wird abgebrochen, wodurch auch sein Teamkollege und das Geburtstagskind des heutigen Tages, Fernando Alonso (42) keine schnelle Runde mehr drehen kann und durchs Raster fällt.
Der Sprint startet nach der Verzögerung des Shootouts erst um 17.05 Uhr.

Formel 1 Grand Prix von Belgien
Sprint-Qualifying, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:49,056 Min.
2. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,011 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,025
4. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,195
5. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,333
6. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +0,644
7. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,844
8. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,905
9. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1,438
10. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +6,686
11. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri 1:57,687
12. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:59,198
13. Logan Sargeant (USA) - Williams 2:00,031
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 2:00,460
15. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 1:59,038
16. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 2:00,568
17. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 2:00,951
18. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 2:01,079
19. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 2:01,430
20. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas -