Noch gibt sich Ferrari nicht geschlagen: Charles Leclerc holt beim Nachtrennen in Singapur seine neunte Saisonpole. Der Monegasse verweist Sergio Perez (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes) mit nur 0,02 und 0,05 Sekunden Rückstand auf die Plätze. Carlos Sainz (Ferrari) wird Vierter vor Fernando Alonso (Alpine) und Lando Norris (McLaren).
Max Verstappen startet auf der Jagd nach seinem zweiten WM-Titel am Sonntag nur von Platz acht. Erst bricht er seine schnellste Runde ab, auch den allerletzten Schuß darf er auf Anweisung seines Kommandostands nicht zu Ende fahren. „What the f…!“, flucht der Red Bull-Star am Boxenfunk und kann die Entscheidung nicht verstehen.
Verstappen war nach der verpatzten Qualifikation sehr frustriert.

„Unsere vorletzte Runde hätte gereicht für die Pole, aber wir sind zu knapp auf Gasly aufgelaufen, um noch eine zweite optimale Runde zu fahren“, erklärt Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko. „Deshalb haben wir den ersten Versuch abgebrochen. In dieser Situation haben wir übersehen, dass wir nicht für genug Runden getankt haben. Ein ärgerlicher Fehler, der in der Hektik auch uns passieren kann – und nicht nur Ferrari. Fest steht: Wir hätten die vorletzte Runde mitnehmen müssen. Achter ist auf dem Kurs eine schwierige Ausgangsposition. Hier zu überholen ist ganz schwierig.“
Verstappen zeigt wenig Verständnis: „Im Moment bin ich super frustriert. Wenn man nicht genug Sprit für eine sechste Runde hat, hätte man das vorher merken müssen. Jeder kann Fehler machen, aber so etwas sollte nicht passieren.“
Damit ist es unwahrscheinlich, dass der Holländer seinen Titel bereits in Singapur verteidigt. Hintergrund: Dafür müsste er gewinnen und die schnellste Rennrunde holen, während Pole-Mann Leclerc maximal Achter werden dürfte. Allein: Der Monegasse hat bisher erst zwei seiner neun ersten Startplätze der Saison 2022 in Siege ummünzen können.
Mick Schumacher und Sebastian Vettel landen auf den Plätzen 13 und 14. Vettel ist nach einem Fahrfehler und Rettungsmanöver in den Notausgang fast zwei Zehntelsekunden langsamer als sein Aston Martin-Teamkollege Lance Stroll. Schumachers Haas-Kollege Kevin Magnussen ist auf Platz zehn drei Zehntel schneller als der Deutsche.
„Wir sind zu aggressiv und zu früh auf den Trockenreifen umgestiegen“, erklärt Vettel.

„Wir sind zu aggressiv und zu früh auf den Trockenreifen umgestiegen“, erklärt Vettel. „Die Strecke war noch nicht bereit. Im Nachhinein hätte sich auf den Intermediate beharren sollen, denn Q3 war heute drin.“
Mick Schumacher, der in Q2 auf Intermediates und damit einen Rang vor Vettel blieb: „Vom Auto her sind wir eigentlich recht happy, aber die Hinterreifen haben im zweiten und dritten Sektor überhitzt. Deshalb hatte ich ein paar große Übersteuer-Momente. Das hilft nicht.“

Formel 1 Grand Prix von Singapur
Qualifying, Ergebnis

1. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 1:49,412 Min.
2. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,022 Sek.
3. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,054
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +0,171
5. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +0,554
6. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,172
7. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +1,799
8. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +1,983
9. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +2,161
10. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +2,571
11. George Russell (Großbritannien) – Mercedes 1:54,012
12. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin 1:54,211
13. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas 1:54,370
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin 1:54,380
15. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo 1:55,518
16. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo 1:56,083
17. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren 1:56,226
18. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine 1:56,337
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams 1:56,985
20. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams 1:57,532

Von

Bianca Garloff