Wer dachte, dass Max Verstappen bisher die Formel-1-Saison dominiert, der kann sich für das Wochenende in Spanien schon mal warm anziehen: In Barcelona beherrscht der Weltmeister die Konkurrenz nicht nur, er lässt sie fast schon lächerlich aussehen!
Sage und schreibe siebeneinhalb Zehntel brummt der Niederländer in der ersten Session am Freitag Verfolger und WM-Rivale Sergio Perez auf, der erste Nicht-Red-Bull hat sogar schon über acht Zehntelsekunden Rückstand. Zwar sehen die Abstände im zweiten Training schon wieder deutlich geringer aus, Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko reibt sich trotzdem schon mal die Hände:
"Endlich mal eine richtige Strecke, vorher hatten wir ja nur Straßenkurse. Hier gibt es aber sehr schnelle Kurven, wo Max sein können noch mehr ausspielen kann", erklärt der Österreicher und lässt die Gegner schon vorm Wochenende zittern: "Er hat ein unglaubliches Reifenmanagement und kann den Reifen so nützen, dass er ihm über die ganze Runde zur Verfügung steht."
Auch der Stallkollege sieht da kein Land: "Wenn Perez im ersten Sektor aufdreht, fehlt es ihm immer noch im letzten. Das ist eine richtige Machtdemonstration", freut sich Marko im ORF.
Lokalmatador Fernando Alonso hat die Fans hinter sich.
Bild: Aston Martin

Für einen Hauch von Spannung und Jubel bei den bereits am Freitag zahlreichen Heimfans sorgt immerhin Fernando Alonso, der im zweiten Training bis auf 0,170 Sekunden an Verstappens Bestzeit von 1:13.907 Minuten rankommt. Der Monaco-Zweite scheint auch auf dem Circuit de Catalunya wieder der einzige zu sein, der den Dominator im Red Bull herausfordern kann - das zeigt sich auch bei den Longruns, bei denen nur Alonso die mittleren 1:19er Zeiten Verstappens mitgehen kann.
Dennoch dämpft der spanische Volksheld gleich mal die Erwartungen der Fans für das Wochenende: "Ich glaube realistisch nicht, dass wir hier um den Sieg kämpfen können. Red Bull war sehr dominant die ganze Saison, es gibt also keinen Grund, warum sie nicht auch hier wieder auf einen Doppelsieg zielen können", sagt der Aston-Martin-Star.
Einen starken Freitag erwischt der Deutsche Nico Hülkenberg: Wäre das Trainingsergebnis auch das Rennergebnis, hätte der Emmericher endlich sein langersehntes erstes Podium in der Formel 1! Der Haas-Pilot überrascht im zweiten Training als Dritter, sortiert sich exakt eine Zehntel hinter Alonso und damit noch vor Perez im zweiten Red Bull ein.
Nico Hülkenberg erlebte im Haas einen starken Freitag.
Bild: LAT / Haas

"Es hat sich gut angefühlt, vor allem diese eine Runde auf neuen weichen Reifen, da hatte ich schon eine Menge Grip. Im zweiten Training haben wir etwas Performance gefunden, die davor noch nicht da war. Ich bin zufrieden damit wie's lief und hoffe wir können das die nächsten beiden Tage beibehalten", sagt Hülkenberg. "Es geht natürlich immer noch mehr, aber ich hatte heute einen guten Rhythmus und habe mich zuhause gefühlt im Auto. Es war ein positiver Freitag."
Den erlebt augenscheinlich auch Alpines Esteban Ocon, der sich als Fünfter ebenfalls weiter in Topform präsentiert. In der ersten Session ist der Franzose sogar noch schneller und wird überraschend Dritter, so wie vergangenen Sonntag im Monaco GP.
Die beiden Ferrari-Fahrer Charles Leclerc und Carlos Sainz müssen sich zum Auftakt hingegen mit den Plätzen sechs und sieben begnügen, daran ändert auch das umfassende Update mit neuen Seitenkästen im Red-Bull-Stil erstmal nichts, bei denen die Luft wie über eine Rampe über die Oberseite des Diffusors geleitet wird.
Stichwort Update: Bei der ersten richtigen Erprobung von Mercedes' neuer B-Version reihen sich George Russell und Lewis Hamilton nur auf den Rängen acht und elf ein, in der ersten Session sind die Schwarzpfeile sogar noch weiter hinten. Für mehr Aufregung sorgt da schon ein Ausflug Russells durchs Kiesbett, weil er dem McLaren von Oscar Piastri ausweichen muss.
Mercedes wird mit dem Kurs in Barcelona noch nicht warm.
Bild: Mercedes

Ansonsten verlaufen die Trainings in Barcelona ausnahmslos ereignisarm. Das kann sich am Wochenende allerdings schnell ändern, sagt der Wetterbericht doch so wie zuletzt in Monaco etwas Regen voraus, der die Spannung dann hoffentlich doch noch nach Barcelona bringt.

Formel 1 Grand Prix von Spanien
2. Freies Training, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 1:13,907 Min.
2. Fernando Alonso (Spanien) – Aston Martin +0,170 Sek.
3. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Haas +0,270
4. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,312
5. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,335
6. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,339
7. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +0,367
8. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +0,485
9. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +0,541
10. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpine +0,550
11. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,642
12. Oscar Piastri (Australien) – McLaren +0,676
13. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +0,678
14. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,787
15. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +0,806
16. Nyck de Vries (Niederlande) – Alpha Tauri +0,878
17. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +0,933
18. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,103
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams +1,149
20. Logan Sargeant (USA) – Williams +1,508

Formel 1 Grand Prix von Spanien
1. Freies Training, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 1:14,606 Min.
2. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,768 Sek.
3. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,812
4. Nyck de Vries (Niederlande) – Alpha Tauri +0,898
5. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpine +0,939
6. Fernando Alonso (Spanien) – Aston Martin +0,941
7. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1,083
8. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +1,088
9. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1,120
10. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +1,147
11. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,177
12. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +1,239
13. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1,300
14. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1,309
15. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,333
16. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +1,372
17. Oscar Piastri (Australien) – McLaren +1,747
18. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Haas +1,855
19. Logan Sargeant (USA) – Williams +1,900
20. Alexander Albon (Thailand) – Williams +2,024