Schrittweise tastet sich die Formel 1 in diesem Jahr an eine Änderung des Wochenend-Formats heran. Statt eines klassischen Qualifyings hat ein Sprint-Rennen die Startaufstellung bei den Rennen in Silverstone und Monza bestimmt. Ein dritter Versuch wird 2021 beim GP in Brasilien gestartet. Dann will man die gewonnenen Erkenntnisse für 2022 anpassen.
Doch schon jetzt stehen einige Stellschrauben fest, an denen die Macher der Königsklasse beim Sprintformat drehen wollen. Das verriet Formel-1-Sportchef Ross Brawn in einer Medienrunde, bei der auch ABMS dabei war.
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Punkt eins: Der Sprint soll aufgewertet werden. Derzeit werden lediglich 3-2-1 Punkte für die ersten Drei vergeben. „Wir haben aber vorgeschlagen, dass es rund ein Drittel der Punkte wie im normalen Rennen geben soll“, sagt Brawn nun. Das wären für den Sieger also acht bis zehn Punkte. Ziel: Die Piloten sollen angespornt werden, härter um jeden einzelnen Zähler zu kämpfen.
Der ehemalige Benetton- und Ferrari-Technikchef von Michael Schumacher erklärt: „Das ist ausreichend, um darum zu fighten. Und wir wollen so auch Fahrer auf den hinteren Plätzen anspornen. Gleichzeitig ist es keine Zahl, die einen übermäßigen Einfluss auf die Meisterschaft hat. Die Balance stimmt.“
Formel-1-Sportchef Ross Brawn spricht über die Änderungen, die die Königsklasse für 2022 am neuen Sprint-Rennen plant.
Punkt zwei: Die offizielle Poleposition soll wieder dem Fahrer in die Statistik geschrieben werden, der im Qualifying am Freitag im Kampf gegen die Uhr die schnellste Runde des Wochenendes fuhr. Bislang bekommt der Sprint-Gewinner die Pole. „Das kam aber eindeutig nicht gut an“, räumt Brawn ein. „Deshalb steht das auf der Agenda.“
Punkt drei: der Name. Obwohl es einem Rennen ähnelt, ist der Sprint im Verständnis der Formel-1-Bosse keines. Sprint-Qualifying wurde der Event deshalb getauft. Doch das kam bei den Fans nicht an. Brawn gibt zu: „Wenn es läuft wie eine Ente und quakt wie eine Ente, ist es auch eine. Wir wollen den Namen des Events in Ordnung bringen.“
Fest steht: Die Formel 1 wird die Sprints schrittweise und nicht radikal anpassen. Brawn: „Wir haben mit den neuen Technikregeln 2022 schon genug neue Komponenten, da wollen wir die Fans nicht mit zu radikalen Einschnitten im sportlichen Regelwerk überfordern.“
Der Brite selbst könnte sich zwar sogar das Konzept von Reverse-Grid-Rennen vorstellen. Die umgekehrte Startaufstellung (der Schnellste startet von hinten; d. Red.) ist aus den Nachwuchsformeln bekannt, stößt in der Formel 1 aber bisher auf wenig Gegenliebe. Brawn räumt ein: „Ich fände das aufregend, muss aber  sagen, das würde wohl einen Schritt zu weit gehen. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die für eine Diskussion auf dem Tisch liegen.“
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Klarer wird indes die Anzahl der Sprints im Jahr 2022. Die soll von drei auf sechs verdoppelt werden. Der Ex-Mercedes-Teamchef: „Wir haben mit den Teams vereinbart, dass wir im kommenden Jahr nach sechs Events streben.“ Die dürften dann bei jenen GP stattfinden, die am meisten dafür zahlen. Denn, so verrät der Sportchef grinsend: „Alle Strecken-Promoter hätten gerne einen Sprint.“

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Von

Bianca Garloff