So hat sich Quali-Dominator Charles Leclerc das Sprintrennen in Baku nicht vorgestellt: Obwohl der Ferrari-Star auch am Samstag die Pole holt und beide Starts, den des Sprints und den Restart nach einer Safety-Car-Phase, gewinnt, muss er sich am Ende Sergio Perez geschlagen geben: Weil der Red Bull auf der langen Start-Ziel-Geraden zu stark ist und Perez nach einem Angriff aus dem Windschatten vor Kurve eins mühelos an Leclerc vorbeifliegt.
"Maximale Punkte heute, das war das Ziel und das habe ich erreicht", zeigt sich Perez im Ziel zufrieden. "Morgen wird es aber anderes, weil wir viel mehr Sprit an Bord haben, und ich natürlich auch nicht so eine gute Startposition habe. Aber ich werde wieder Vollgas geben und versuchen das Ganze erneut zu gewinnen", sagt der Mexikaner.
Leclerc hingegen wirkt ob Red Bulls Pace nach dem Sprint etwas niedergeschlagen: "Wir können das Auto für morgen nicht ändern, vielleicht maximal ein paar Flügeleinstellung optimieren. Aber im Prinzip bestätigt das Ergebnis, was wir vermutet haben: Dass Red Bull in Renntrimm das bessere Auto ist." Leclerc erklärt aber auch: "Man darf nicht vergessen, wie weit wir bei den letzten Rennen noch hinter ihnen waren. Trotzdem: Morgen versuche ich's nochmal."
Perez überholt Leclerc direkt nach der Safety-Car-Phase.
Bild: Red Bull Content Pool

Frust hingegen bei Weltmeister Max Verstappen: Der zweite Red-Bull-Pilot liefert sich in den ersten drei Kurven nach dem Start ein heißes Duell mit George Russell, inklusive Berührung mit dem Mercedes und fliegender Teile. Zwar kann Verstappen beim Restart kontern und sich den letzten Platz auf dem Podium zurückholen, mit dem Schaden am Auto kann er Leclerc aber nicht mehr ernsthaft attackieren.
"Ich verstehe nicht warum manche schon am Anfang so viel Risiko nehmen: Wir haben alle kalte Reifen und kein Grip", ärgert sich Verstappen, nachdem er Russell beim Aussteigen im Parc fermé zur Rede stellt. "Jetzt habe ich ein Loch im Seitenkasten, das sagt schon alles", schüttelt Verstappen den Kopf: "Was soll's, nun bin ich Dritter. Wir konzentrieren uns auf morgen."
Auch Red Bulls Motorsportboss Helmut Marko findet: "Russell ist unglaublich hart gefahren. Max' Auto war deutlich beschädigt, dadurch hat er das Tempo nicht mithalten können. Bei ihm war dann auch die Reifenerhitzung deutlich höher als bei Checo, was auch darauf hindeutet, dass der Schaden einen Effekt auf seine Zeiten hatte."
Buhmann Russell bringt hinter Verstappen Platz vier ins Ziel vor Carlos Sainz, Fernando Alonso und Lewis Hamilton. Lance Stroll holt als Achter den letzten Punkt. Der Deutsche Nico Hülkenberg fällt im zweiten Teil des Sprints über 17 Runden deutlich zurück und wird nur auf der 15. Position abgewunken.

Grand Prix von Aserbaidschan
Sprint, Ergebnis

1. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 33:17,667 Min.
2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +4,463 Sek.
3. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +5,065
4. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +8,532
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +10,388
6. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +11,613
7. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +16,503
8. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +18,417
9. Alexander Albon (Thailand) - Williams +21,757
10. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +22,851
11. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +27,990
12. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo +34,602
13. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +36,918
14. Nyck de Vries (Niederlande) - Alpha Tauri +41,626
15. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +48,587
16. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +49,917
17. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +51,104
18. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1:00,621 Min.
Ausfälle:
Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri (3. Rd.)
Logan Sargeant (USA) - Williams nicht angetreten