Überraschung in der Startaufstellung für den Sprint in Katar: Beide McLaren stehen in Reihe eins und damit noch vor Titelanwärter Max Verstappen im Red Bull: Youngster Oscar Piastri untermauert dabei einmal mehr seinen Status als neues Supertalent der Serie, schnappt Teamkollege Lando Norris die Sprint-Pole weg.
"Vielleicht warte ich lieber noch fünf Minuten und gebe der FIA etwas Zeit", scherzt Piastri in Anspielung auf das Qualifying am Freitag, als er während der Top-3-Interviews von seiner Rückversetzung wegen Verletzten der Streckenlimits erfuhr. Piastri grinst: "Also wenn es heute okay ist, bin ich natürlich sehr glücklich. Ich konnte am Bildschirm sehen wie Lando in der letzten Kurve rausgerutscht ist und bin natürlich happy über mein Ergebnis, endlich stehe ich mal ganz vorne."
Red-Bull-Dominator Verstappen bekommt seinen ersten schnellen Versuch in Q3 indes gestrichen, im zweiten Versuch reicht es für den Niederländer nur zu Rang drei hinter den beiden McLaren. "Nachdem die erste Runde gestrichen wurde, war unser Konzept schon durcheinander. So gesehen war es noch Rettung in letzter Sekunde", kommentiert Red-Bull-Berater Helmut Marko.
Ungewohnt: Max Verstappen startet nur von Platz drei in den Sprint.
Bild: Red Bull Content Pool

Verstappen reichen im Sprint am Abend (Start: 19:30 Uhr deutscher Zeit, live auf Sky) bereits drei Punkte, um seinen Titelgewinn endgültig festzuzurren. Markos Sorgen halten sich nach der verpassten Pole deshalb in Grenzen. "Für die WM reicht's", glaubt der Grazer, mit dem Sprint-Sieg ist er sich aber nicht so sicher: "Man muss schauen, ob die McLaren dieses Tempo halten können, denn die waren gestern schon schnell und Überholen ist auch nicht einfach. Ich glaube, es wird noch ein heißes Rennen."
Neben Verstappens anstehendem Titelgewinn sind am Samstag in Katar allerdings die Reifen das große Thema: Weil Hersteller Pirelli an den Pneus nach den Trainingsfahrten am Freitag Auffälligkeiten festgestellt hat und bei längerer Laufleistung Schäden befürchtet, wurde die Strecke über Nacht in den Kurvenpassagen nach Turn zwölf umgebaut und der Kerb an den betroffenen Stellen durch Aufmalen um 80 Zentimeter verbreitert. Besonders die dort auftretenden Schwingungen bereiten den Gummis offenbar sicherheitsrelevante Probleme.
Zur Eingewöhnung an die neue Linienführung in der angepassten Passage bekamen die Piloten von der Rennleitung deshalb eine zehnminütige Einführungssession direkt vor dem Sprintshootout gewährt. Als weitere Maßnahme für das Rennen soll mit den Eindrücken vom Samstag evaluiert werden, ob Pirelli für den Grand Prix eine maximale Nutzungsdauer für die Reifen von 20 Runden vorschreibt. Der Sprint über 19 Runden bleibt davon folglich erstmal unberührt.
Eine harte Aufgabe wird der Sprint für Rekordweltmeister Lewis Hamilton: Nach Startplatz drei für das Hauptrennen, bei dem Hamilton als Nachrücker selbst noch Profiteur von Streckenlimit-Strafen gegen die beiden McLaren war, erwischt es ihn am Samstag selbst. Mehr als Startrang zwölf für den Sprint ist nach der Streichung seiner schnellsten Runde nicht drin für den Mercedes-Star. Immerhin: Teamkollege George Russell startet für die Stuttgarter als Vierter in das Mini-Rennen am Samstag.
Hülkenberg hatte allen Grund zur Freude.
Bild: LAT / Haas

Ein starkes Sprintshootout zeigt auch Nico Hülkenberg: Der Deutsche ist im ersten Quali-Abschnitt wie schon am Vortag erneut eine Sekunde schneller als Stallgefährte Kevin Magnussen. Auch in Q2 schafft der Haas-Pilot den Sprung in die nächste Runde und nimmt den Sprint daher von der hervorragenden siebten Startposition auf.

Grand Prix von Katar
Sprint-Qualifying, Ergebnis

1. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 1:24,454 Min.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,082 Sek.
3. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,192
4. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,387
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,701
6. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,793
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,866
8. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,928
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 1:25,936
10. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:26,072
11. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:25,686
12. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:25,962
13. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:26,236
14. Liam Lawson (Neuseeland) - Alpha Tauri 1:26,584
15. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:54,546
16. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:26,849
17. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:26,862
18. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:26,926
19. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:27,438
20. Logan Sargeant (USA) - Williams 2:05,741