Kimi Antonelli hat Monza erobert und braucht nach seinem unglaublichen Heimsieg erst einmal Zeit, um zu begreifen, was gerade passiert ist.
„Das war unvorstellbar, aber wir haben es geschafft und ich bin sehr, sehr glücklich“, sagt der Mercedes-Star nach seiner Aufholjagd vom 19. Startplatz zum Sieg. Selbst nach der Zieldurchfahrt steht der Italiener noch völlig unter Strom: „Ich zittere immer noch. Es ist unglaublich.“
Einen entscheidenden Anteil an seinem Triumph schreibt Antonelli den Tifosi zu: „Heute haben die Fans den Unterschied gemacht.“
Dabei hatte nach der Motorenstrafe zunächst wenig für einen Sieg gesprochen. Doch Antonelli pflügte durchs Feld, kämpfte sich innerhalb von 18 Runden erstmals an die Spitze und setzte sich in der Schlussphase schließlich gegen Teamkollege George Russell durch.

Wolff: „Er wollte den Sieg einfach“

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist anschließend begeistert: „Unglaublich toller Tag. Der kleine Italiener, an den erst niemand geglaubt hat.“
Kimi Antonelli gewinnt sein Heimrennen in Monza nach einer sensationellen Aufholjagd vom 19. Startplatz.
Bild: Mercedes
Wolff erinnert dabei an Antonellis ersten Formel-1-Auftritt in Monza vor zwei Jahren. Damals war der hochgelobte Nachwuchsstar gerade als künftiger Mercedes-Stammfahrer bestätigt worden und warf den Silberpfeil in seinem ersten Freien Training spektakulär weg. Nun die Rückkehr als Sieger.
„Dass er vom 19. Platz in kontrollierter Art und Weise gewinnt, das war gut“, sagt Wolff. Mehr noch: Für den Mercedes-Boss war Antonelli am Sonntag der überragende Mann im Feld. „Ich glaube, dass er heute vom Speed über allen gestanden ist. Er wollte den Sieg einfach.“
Auch das harte Duell mit Russell gefällt Wolff. Vier Runden vor Schluss hatte Antonelli bei einer Attacke in der ersten Schikane sogar kurz durchs Kies gemusst, bevor er seinen Teamkollegen später doch noch überholte.
Nach dem Zieleinlauf gibt Kimi Antonelli zu: „Ich zittere immer noch.“
Bild: Jiri Krenek / Active Pictures
Wolff: „Ich denke, heute haben sie gezeigt, dass sie hart miteinander fahren können, ohne sich abzuschießen.“

Antonelli wird endgültig zum italienischen Superstar

Und der Sieg dürfte Antonellis ohnehin enorme Popularität in seiner Heimat noch einmal auf ein völlig neues Niveau heben. Schließlich hat erstmals seit Ludovico Scarfiotti 1966 wieder ein Italiener den Großen Preis von Italien gewonnen.
„Er ist ja schon ein Riesenphänomen in Italien“, sagt Wolff. Seine Prognose nach dem Monza-Triumph: „Das wird jetzt noch mehr werden.“
Selbst Lewis Hamilton kann erahnen, was gerade in Antonelli vorgeht. Der Ferrari-Star kennt das Gefühl eines emotionalen Heimsiegs aus seiner langen Karriere nur zu gut. Über Antonellis Triumph sagt der siebenmalige Weltmeister: „Ich bin mir sicher, das ist das größte Gefühl ever.“
Und Antonellis Zittern nach der Zieldurchfahrt zeigt: Damit dürfte Hamilton ziemlich richtig liegen.