Formel 1: Training Bahrain GP
Alonso schlägt Red Bull, Hülkenberg vor Mercedes

Bestzeit für Aston Martin am ersten Tag beim Bahrain GP: Fernando Alonso vor Max Verstappen, auch Nico Hülkenberg überrascht. Sorgen bei Mercedes.
Bild: F1
- Frederik Hackbarth
Auftakt nach Maß für Altmeister Fernando Alonso: Der 41-Jährige beendet seinen ersten Arbeitstag an einem Rennwochenende für Aston Martin an der Spitze und bestätigt damit die positiven Eindrücke der Grünen bei den Wintertests. Mit seiner schnellsten Runde von 1:30.907 Minuten hat Alonso die Nase 0,169 Sekunden vor Titelverteidiger Max Verstappen und Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez, der sich nur zwei Tausendstel dahinter einreiht.
Nach Platz zwei zur Mittagszeit, unterstreicht Alonso mit der Bestzeit unter Rennbedingungen eindrucksvoll Aston Martins Form. Teamchef Mike Krack will den Hype um sein Team dennoch runterspielen: "Es ist natürlich schön, wenn die Autos bisschen weiter oben stehen. Aber einige, wie Ferrari und Mercedes zum Beispiel, hatten noch etwas Rückstand vom Test und haben daher Dinge ausprobiert. Deswegen glaube ich nicht, dass es sehr realistisch ist, was wir heute gesehen haben", sagt der Luxemburger.

Max Verstappen kam nicht an Fernando Alonsos Zeit ran
Bild: Red Bull
Für Krack ist klar: "Das Team ist extrem fokussiert und niemand macht hier Luftsprünge, wenn wir mal eine Session etwas weiter oben stehen. Es zählt erst am Samstag und am Sonntag. Wir haben schon viele gesehen, die freitags schnell waren und dann abgestürzt sind."
Großes Lob gibt es aber für Pace-Setter Alonso: "Fernando an Bord zu haben, ist für uns extrem wertvoll: Er ist nicht nur super schnell, sondern bringt auch extrem viel Input, wo wir uns als Team verbessern können", sagt Krack. "Wir haben bereits mit Sebastian (Vettel; d. Red.) einen Schritt gemacht und mit ihm machen wir jetzt noch einen. Wie groß der aber ist, muss man erst sehen."
Sorgen bereitet unterdessen Aston Martins zweiter Fahrer: Zwar kann Lance Stroll, nach Fahrradunfall und verpassten Tests, am Freitag wieder an den Trainings teilnehmen, das verletzte rechte Handgelenk bereitet dem Kanadier gerade in den Kurven aber sichtlich Probleme. Felipe Drugovich steht als Ersatz weiter bereit, eine Entscheidung über Strolls Einsatz muss vor dem Qualifying am Samstag fallen. Dass der Kanadier - ohne Testkilometer und mit Handicap - an Tag eins aber in beiden Sessions auf Anhieb Sechster wird, ist ein weiteres Indiz für Aston Martins starke Performance.

Gut zu sehen: Lance Stroll muss in manchen Kurven übergreifen
Bild: ServusTV
Allein: Trotz Alonsos schnellster Zeit auf den roten Reifen, auf dem Longrun hat weiterhin Test-Dominator Red Bull die Nase vorne. "Bei der Rennpace fehlen Alonso gut drei bis vier Zehntel auf Max und auch beim Reifenabbau ist der Red Bull besser. Trotzdem unglaublich, wenn man das Aston Martin letztes Jahr vorhergesagt hätte", urteilt Ex-F1-Pilot Anthony Davidson bei Sky. ServusTV-Experte Mathias Lauda fügt hinzu: "Man kann schon mit bloßem Auge sehen, dass der Aston Martin gerade in schnellen Kurven gut liegt."
Für BMW-Werksfahrer Philipp Eng, ebenfalls als TV-Experte bei den Österreichern im Einsatz, ergibt sich nach dem Freitag in Bahrain folgendes Bild: "Red Bull, Aston Martin und Ferrari: Diese drei Teams werden den Tagessieg am Sonntag unter sich ausmachen." Denn auch Ferrari-Star Charles Leclerc, der mit 0,460 Sekunden Rückstand Vierter wird, ist zumindest auf den Longruns nicht ganz aus der Verlosung, kommt über die Distanz an Alonsos Niveau ran. Nicht mithalten können neben Stroll indes auch die anderen zweiten Fahrer der Top-Teams, Sergio Perez und Carlos Sainz.
Positive Überraschung aus deutscher Sicht: Nico Hülkenberg schafft es mit einer starken Qualifying-Simulation auf den fünften Rang, gerade einmal neun Tausendstel hinter Ferrari-Star Leclerc. Die deutlich schwächeren Longruns lassen allerdings schon erahnen, dass sich Haas so weit vorne nicht wird halten können.

Nico Hülkenberg erwischte eine schnelle Runde am Freitag
Bild: ServusTV
"Am Ende zählt nur der Sonntag und da haben wir schon noch etwas Arbeit und ein paar Hausaufgaben vor uns, um Pace zu finden und den Reifenverschleiß zu verbessern. Das wird schwierig, ist aber für alle gleich", sagt Hülkenberg. "Wir müssen den besten Kompromiss über eine Runde und für das Rennen finden. Alles in allem war es aber ein guter Freitag, mit Dingen, die wir daraus mitnehmen und auf die wir aufbauen können."
Lob für den Deutschen gibt es von Haas-Teamchef Günther Steiner: "Nico hat einen guten Job gemacht auf seiner schnellen Runde, Kevin (Magnussen, Platz 16; d. Red.) hatte hingegen bisschen Verkehr. Aber im Moment bin ich bin zufrieden."
Mercedes kann das hingegen kaum sein: Für Rekordweltmeister Lewis Hamilton reicht es unter Flutlicht am Freitag nur zu Rang acht, noch hinter dem Alpine von Pierre Gasly. Über sechs Zehntel Rückstand auf Alonso, der in seinem Aston Martin wohlgemerkt ebenfalls einen Mercedes-Motor im Heck hat, bekommt Hamilton über eine Runde aufgebrummt. Der Brite seufzt: "Wir sind in etwa da, wo wir letztes Jahr waren und weit von der Spitze entfernt, der Rückstand ist groß." Bei Stallgefährte George Russell läuft es sogar noch bescheidener, mit fast einer Sekunde Rückstand verpasst er als 13. klar die Top-10.
Formel 1 Grand Prix von Bahrain
2. Freies Training, Ergebnis
1. Fernando Alonso (Spanien) – Aston Martin 1:30,907 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,169 Sek.
3. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,171
4. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,460
5. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Haas +0,469
6. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +0,543
7. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpine +0,568
8. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,636
9. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,663
10. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +0,679
11. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,701
12. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +0,886
13. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +0,975
14. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1,049
15. Oscar Piastri (Australien) – McLaren +1,117
16. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1,203
17. Alexander Albon (Thailand) – Williams +1,533
18. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1,618
19. Nyck de Vries (Niederlande) – Alpha Tauri +1,698
20. Logan Sargeant (USA) – Williams +1,842
2. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,169 Sek.
3. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,171
4. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,460
5. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Haas +0,469
6. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +0,543
7. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpine +0,568
8. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,636
9. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,663
10. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +0,679
11. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,701
12. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +0,886
13. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +0,975
14. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1,049
15. Oscar Piastri (Australien) – McLaren +1,117
16. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1,203
17. Alexander Albon (Thailand) – Williams +1,533
18. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1,618
19. Nyck de Vries (Niederlande) – Alpha Tauri +1,698
20. Logan Sargeant (USA) – Williams +1,842
Formel 1 Grand Prix von Bahrain
1. Freies Training, Ergebnis
1. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull 1:32,758 Min.
2. Fernando Alonso (Spanien) – Aston Martin +0,438 Sek.
3. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,617
4. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,407
5. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +1,499
6. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,540
7. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1,644
8. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1,817
9. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +1,931
10. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +2,159
11. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +2,208
12. Oscar Piastri (Australien) – McLaren +2,239
13. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +2,257
14. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Haas +2,285
15. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +2,347
16. Nyck de Vries (Niederlande) – Alpha Tauri +2,644
17. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpine +2,697
18. Logan Sargeant (USA) – Williams +2,991
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams +3,260
20. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +3,314
2. Fernando Alonso (Spanien) – Aston Martin +0,438 Sek.
3. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,617
4. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,407
5. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +1,499
6. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,540
7. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1,644
8. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1,817
9. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +1,931
10. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +2,159
11. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +2,208
12. Oscar Piastri (Australien) – McLaren +2,239
13. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +2,257
14. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Haas +2,285
15. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +2,347
16. Nyck de Vries (Niederlande) – Alpha Tauri +2,644
17. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpine +2,697
18. Logan Sargeant (USA) – Williams +2,991
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams +3,260
20. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +3,314
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