Der Anti-Held Nummer eins beim GP von Ungarn ist schnell ausgemacht: Lewis Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas (31). Dabei kann Bottas einem in seinem momentanen Unglückswurm-Dasein schon fast leid tun. Er hatte es eh schon schwer genug im Mercedes-Team, das alles für Superstar Hamilton macht. Pech für ihn, dass der Finne am Hungaroring Hamilton und Team ungewollt den bisher größten Dienst erwiesen hat.
Grund: Beim Start unter feuchten Bedingungen verschätzte er sich, fuhr McLaren-Youngster Lando Norris ins Heck, der rammte daraufhin ausgerechnet die beiden Red Bulls weg, die roten Tücher im WM-Kampf von Hamilton und Co. Bei jedem Curling-Wettbewerb hätte Bottas Standing Ovations geerntet, weil sein Stein die störenden abgeräumt hat. Aber Formel 1 ist nicht Curling.
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In Budapest saß Bottas, seiner Schuld zutiefst bewusst, erst mal wie ein Häufchen Elend auf einem Reifenstapel und war froh, den Helm nicht abziehen zu müssen. Später gab er offen zu: „Ich habe mir selbst Schaden zugefügt, aber auch anderen.“ Jetzt muss er an seine Zukunft denken. Denn seine Zeit bei den Schwarzpfeilen ist abgelaufen. 2022 muss er sich ein neues Team suchen, das steht so gut wie fest. Der Finne hat seine Schuldigkeit getan.
Allein: Teamchef Toto Wolff (49) will sich noch nicht festlegen: „Der eine Fehler von Valtteri macht es nicht aus. Wir müssen in der Sommerpause ganz genau analysieren, was wir tun: Setzen wir auf die Jugend oder auf die Stabilität.“
In Budapest saß Bottas, seiner Schuld zutiefst bewusst, erst mal wie ein Häufchen Elend auf einem Reifenstapel.
Stabilität, Erfahrung und Konstanz würden bedeuten: Bottas, der 2017 den zurückgetretenen Weltmeister Nico Rosberg ersetzte, noch einmal eine Chance zu geben. Für die Jugend steht der britische Mercedes-Junior George Russell (23), der mit den Hufen scharrt. Mehrmals in den vergangenen zwei Jahren hat er sein großes Talent bewiesen – besonders beim zweiten Rennen in Bahrain 2020, als er den erkrankten Hamilton ersetzte und stärker war als Bottas. Nur ein Fehler des Teams beim Boxenstopp hatte damals seinen ersten Sieg verhindert.
Für die meisten Experten ist die Entscheidung schon längst pro Russell gefallen. Ex-Formel-1-Pilot Christian Danner vermutete das im AVD Motor und Sport Magazin bei Sport1 ebenso wie Ex-GP-Star Ralf Schumacher. Der heutige Sky-Experte zu SPORT1: „Ich glaube, dass für ihn das Kapitel Mercedes beendet ist und ich kann mir vorstellen, dass er gerade mit Williams und Alfa Romeo verhandelt. Da hilft ein Fehler wie in Ungarn aber leider überhaupt nicht.“
Die Frage ist: Wie wird sich Bottas in den noch ausstehenden vermutlich zwölf Rennen nach der Sommerpause verhalten? Sich weiter in den Dienst von Mercedes und Hamilton stellen? Oder seine zukünftigen Teams überzeugen, dass er zu größeren Leistungen fähig ist, wenn er frei fahren kann.
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Ralf Schumacher vermutet: „Es bringt Bottas nichts, wenn Hamilton noch mal Weltmeister wird.“ Soll heißen: Er muss jetzt an seine eigene Karriere denken. Das könnte für Red Bull und Max Verstappen zumindest eine kleine Trumpfkarte im WM-Duell werden.

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Von

Ralf Bach