Unverhofft kommt bei Max Verstappen oft: „Was ist mit den anderen passiert? Meine Runde war schrecklich“, konstatiert der Red Bull-Star nach seiner schnellsten Runde im Sprint-Qualifying zum Großen Preis von Miami am Funk. „Aber ich nehme die Pole natürlich gerne.“
Der dreimalige Weltmeister ist derzeit einfach nicht zu schlagen, auch nicht von Ferrari-Pilot Charles Leclerc und dem zweiten Red Bull von Sergio Perez auf den Plätzen zwei und drei.
Für Red Bull ist es das erste Wochenende nach der Kündigung von Designgenie Adrian Newey, der in Miami sein letztes Rennen am Kommandostand der amtierenden Weltmeister verfolgt und sich mit einer Rede bereits vom Team verabschiedet hat.
"Es kam überraschend", kommentiert Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei Sky die Trennung der einstigen Traumehe, die zum ersten Quartal 2025 offiziell geschieden wird. Die Sprachregelung liest sich aus dem Mund des Grazers so: „Wenn die Motivation draußen ist, und das ist so eine Art Burnout bei ihm gewesen, dann muss man das akzeptieren."
Neweys letztes Mal am Red Bull-Kommandostand
Adrian Newey ist das letzte Mal am Red Bull-Kommandostand.
Bild: Red Bull Content Pool
Eine elegante Art und Weise, den plötzlichen Abgang des Superhirns nicht als Folge der Affäre um Teamchef Christian Horner erklären zu müssen. Dabei räumt Marko bereits ein, dass Newey dem Lockruf eines anderen Teams durchaus erliegen dürfte: "Ich fürchte, dass er nach einer gewissen Nachdenkphase wieder den Rennhunger haben wird." Und dann werde er „halt einem anderen Team“ zur Verfügung stehen.
Auf der Pole-Position dafür steht Ferrari, wohin auch Lewis Hamilton 2025 wechselt. Der Brite kann seine Freude darüber, womöglich erneut den goldenen Griff in die Transfer-Kiste gemacht zu haben, kaum verhehlen. „Wenn ich eine Liste der Leute erstellen müsste, mit denen ich es lieben würde, zusammenzuarbeiten, dann wäre Adrian Newey absolut an der Spitze“, grinst der siebenmalige Weltmeister. „Egal, für welches Team er sich entscheidet, es wird enorm davon profitieren.“
Profitiert hat zunächst noch Daniel Ricciardo von einem an seine Bedürfnisse angepassten Racing Bull: Der Australier startet in den Miami-Sprint von Rang vier und fährt sich damit auch wieder zurück in den Fokus des Mutterteams. Wohl zum rechten Zeitpunkt, denn auch der Fünftplatzierte Carlos Sainz ließ Gerüchten zufolge ein Ultimatum vom Audi haben verstreichen und soll heißer Kandidat auf den Platz von Sergio Perez oder gar Max Verstappen sein, wenn der Champion Neweys Beispiel folgt und Red Bull verlässt. Im Fall des siegenden Holländers ginge es zu Mercedes.
Hülkenberg schneller als Mercedes
Nico Hülkenberg schaffte es erneut in den letzen Abschnitt der Qualifikation.
Bild: LAT / Haas
Aktuell herrscht dort aber noch große Ernüchterung: Trotz eines neuen Unterbodens scheitern beide Silberpfeile am Einzug in Q3. George Russell ist dabei nur 0,028 Sekunden schneller als Lewis Hamilton, der am Funk berichtet: „Ich habe die Wand berührt.“
Eine bessere Runde erwischt Nico Hülkenberg. Nur wenige Tage nach seiner offiziellen Verkündung als Sauber- bzw. Audi-Pilot ab 2025 fährt der Emmericher im Haas auf Platz zehn. „Wenn ich auf die Zeiten gucke, wäre sogar Platz sieben möglich gewesen“, sagt er. „Aber wir sind mit gebrauchten Reifen gefahren, um, die Pistole für morgen und Sonntag voll geladen zu haben.“
Der Sprint startet am Samstag um 18 Uhr deutscher Zeit.
Formel 1 Grand Prix von Miami Sprint-Qualifying, Ergebnis
1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:27,641 Min. 2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,108 Sek. 3. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,235 4. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls +0,403 5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,462 6. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,520 7. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +0,734 8. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,778 9. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,831 10. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,835 11. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 1:28,343 12. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:28,371 13. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:28,379 14. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:28,614 15. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls 1:28,687 16. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:29,185 17. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber 1:29,267 18. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber 1:29,360 19. Logan Sargeant (USA) - Williams 1:29,551 20. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:29,858
Formel 1 Grand Prix von Miami Freies Training, Ergebnis
1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:28,595 Min. 2. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,105 Sek. 3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,384 4. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,189 5. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +0,222 6. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,273 7. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,417 8. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls +0,461 9. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +0,568 10. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +0,580 11. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls +0,583 12. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +0,594 13. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,719 14. Alexander Albon (Thailand) - Williams +0,798 15. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber +0,850 16. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,900 17. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber +1,041 18. Logan Sargeant (USA) - Williams +1,296 19. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +1,428 20. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +3,504