Formel 1: Verstappen-Sieg beim USA GP
Hamilton und Leclerc in Austin disqualifiziert!

Max Verstappen schnappt sich trotz einiger Schwierigkeiten seinen 50. GP-Sieg. Wirbel gibt es beim USA GP um Lewis Hamilton und Charles Leclerc.
Bild: F1/X
- Frederik Hackbarth
Update: Später Nackenschlag für Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Beide Piloten werden in Austin nachträglich disqualifiziert! Hamilton verliert seinen zweiten Platz, Leclerc Rang sechs. Nach Meldung des Technischen Delegierten der FIA, Jo Bauer, und einer Anhörung der Teamverantwortlichen von Mercedes und Ferrari, sehen es die Stewards beim USA GP als erwiesen an, dass an beiden Autos die Unterböden nicht regelkonform waren.
Geahndet wird ein Verstoß gegen Artikel 3.5.9. des technischen Reglements. Sowohl an Hamiltons Mercedes, als auch an Leclercs Ferrari, waren – offenbar durch Abnutzung, auf der in diesem Jahr extrem von Bodenwellen geprägten Strecke – die Unterbodenplatten unterhalb des Toleranzwertes von neun Millimetern Dicke. Bei derartigen technischen Vergehen hat die FIA keinerlei Spielraum, über drei Stunden nach Rennende erfolgte deshalb die Disqualifikation.

Lewis Hamilton und Charles Leclerc wurden ausgeschlossen
Bild: Mercedes
Für das Rennergebnis hat der prominente Ausschluss natürlich weitreichende Folgen: McLaren-Fahrer Lando Norris rückt auf den zweiten Rang vor, Ferraris zweiter Pilot Carlos Sainz erbt als Dritter den letzten Podestplatz. Über einen unerwarteten Punktesegen dürfen sich weiter hinten die beiden Williams-Piloten Alex Albon und Logan Sargeant freuen. Für den US-Amerikaner ist es ausgerechnet beim Heimspiel sogar der erste Punkt in der Formel 1.
Formel 1 Grand Prix der USA
Ergebnis
1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:35:21,362 Std.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +10,730
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +15,134
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +18,460
5. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +24,999
6. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +47,996
7. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +48,696
8. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +1:14,385 Min.
9. Alexander Albon (Thailand) - Williams +1:26,714
10. Logan Sargeant (USA) - Williams +1:27,998
11. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +1:29,904
12. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +1:38,601
13. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo + 1 Rd.
14. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas + 1 Rd.
15. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri + 1 Rd.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +10,730
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +15,134
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +18,460
5. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +24,999
6. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +47,996
7. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +48,696
8. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +1:14,385 Min.
9. Alexander Albon (Thailand) - Williams +1:26,714
10. Logan Sargeant (USA) - Williams +1:27,998
11. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +1:29,904
12. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +1:38,601
13. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo + 1 Rd.
14. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas + 1 Rd.
15. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri + 1 Rd.
Disqualifiziert
Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes: Unterboden
Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari: Unterboden
Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes: Unterboden
Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari: Unterboden
Ausfälle
Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine (7. Rd.)
Oscar Piastri (Australien) - McLaren (11. Rd.)
Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin (52. Rd.)
Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine (7. Rd.)
Oscar Piastri (Australien) - McLaren (11. Rd.)
Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin (52. Rd.)
So lief der USA GP in Austin:
Meilenstein für Max Verstappen: 50. Grand-Prix-Sieg für den aktuell alles dominierenden Red-Bull-Piloten in der Formel 1. Die noch wichtigere Zahl ist für den Niederländer am Sonntag allerdings die 28: Denn so viele Runden, und damit genau bis zur Rennhalbzeit, dauert es nur, bis Verstappen sich vom sechsten Startplatz aus durchs Feld gearbeitet hat und wieder in Führung liegt.
Die Gegner machen es dem Weltmeister am Sonntag dabei allerdings nicht besonders schwer, sowohl Mercedes als auch McLaren bekleckern sich mit ihrer Strategie nicht gerade mit Ruhm: Die Schwarzpfeile liebäugeln kurz mit einer Einstopp-Strategie, lassen Hamilton dadurch zu lange draußen. Der Brite leistet sich deshalb einen zeitkostenden Verbremser. Als der Kommandostand einlenkt und ihn doch zum Reifenwechsel beordert, ist Verstappen schon auf und davon und muss den Briten dadurch nicht auf der Strecke überholen.
Im Fall von Norris, der das Rennen in der ersten Hälfte anführt, muss Verstappen bei seinem Überraschungsmanöver in Runde 28 zwar etwas mehr arbeiten. Dass das Team aus Woking darauf wenig später aber mit einem wenig vielversprechenden Undercut reagiert, den Verstappen sogar trotz eines schwachen zweiten Boxenstopps mühelos kontern kann, kommt strategisch eher einer Kapitulationserklärung an die überlegene Red-Bull-Pace gleich.

Max Verstappen gewann in Austin seinen 50. Grand Prix
Bild: Red Bull Content Pool
Norris muss sieben Runden vor Schluss dann auch noch Hamilton ziehen lassen, der im Schlussstint die schnelleren Medium-Reifen aufgezogen hat. Für eine ernsthafte Attacke auf Verstappen reicht die Pace des Rekordweltmeisters allerdings nicht mehr, der Red-Bull-Star überquert die Ziellinie 2,2 Sekunden vor dem Mercedes-Star.
"Unglaublich, den 50. Sieg geholt zu haben. Darauf bin ich natürlich sehr stolz", jubelt Verstappen nach seiner Triumphfahrt. Dass diese allerdings kein gemütlicher Sonntagsspaziergang ist, lässt der Niederländer die Fans weltweit aus dem Cockpit heraus live mitbekommen: Erst schimpft er mehrmals über die Bremsen, dann staucht er seinen Renningenieur zusammen, weil ihm dieser die Abstände zur Konkurrenz unliebsamerweise in den Kurvenpassagen durchgibt.
Doch: Auch ein fluchender Verstappen, ist ein schneller Verstappen! Im Ziel kann der Weltmeister schon wieder lächeln: "Mit dem sechsten Startplatz und den Bremsproblemen das ganze Rennen über, bei denen ich einfach nicht das gleiche Gefühl hatte wie gestern, war es heute ein härteres Rennen. Das konnte man auch sehen, dass es am Ende nochmal knapp wurde", kommentiert Verstappen.
Gereicht hat es für die Konkurrenz einmal mehr aber trotzdem nicht: "Max war zu stark. Ich habe ihn zwar eingeholt, aber ein paar Runden hätte ich noch gebraucht", sagt Hamilton im Ziel, der mit Platz zwei trotzdem zufrieden ist: "Ein super Job vom Team, auch mit dem Upgrade, das wir hierher gebracht haben."
Auch Norris kann trotz der kurzzeitig aufkeimenden Hoffnung auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg ausgerechnet beim 100. Start in der Königsklasse mit Rang drei leben: "Am Anfang konnte ich gut kontrollieren, es hat aber heute nicht gereicht. Ich bin trotzdem zufrieden, denn es war ein gutes Rennen. Aber wir wussten, wo unsere Schwierigkeiten liegen und ein paar Schritte brauchen wir einfach noch, um da ganz mitzuhalten", sagt der Brite.

Nico Hülkenberg und Haas haben weiter viel Arbeit vor sich
Bild: Haas
Ferrari, in Person von Charles Leclerc immerhin von der Pole gestartet, hat mit dem Sieg am Sonntag in Austin nichts zu tun, muss sich mit den Plätzen vier für Carlos Sainz und sechs für Leclerc begnügen, getrennt noch durch den zweiten Red Bull von Sergio Perez. Der Deutsche Nico Hülkenberg kommt im runderneuerten Haas beim Heimrennen nicht über die 13. Position hinaus und geht damit leer aus.
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