Formel 1: Die besten Bilder aus Hockenheim

Formel 1: Verwarnung für Sieger Hamilton

Wolff rechtfertigt Mercedes-Stallorder

Doppelsieg beim Mercedes-Heimspiel in Hockenheim: Hamiltons Boxeneinfahrt hinter dem Safety-Car und eine Stallorder sorgen für Diskussionen.
Ein Tag zum Einrahmen für Lewis Hamilton: Bei seinem 66. Grand-Prix-Sieg gewinnt der Brite in Hockenheim erstmals von einer Startposition außerhalb der Top-6. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals so ein Rennen gehabt zu haben“, stellt Hamilton (Startplatz 14) nach der Zieldurchfahrt fest. „Das ist eines meiner besten Rennen überhaupt gewesen.“

Hamilton und Konzernchef Dieter Zetsche jubeln

Doch der Silberpfeil-Star weiß auch: „Heute haben wir in erster Linie von Sebastians Fehler profitiert. Trotzdem ist es ein enormer Tag für uns. Ein Doppelsieg bei Mercedes' Heimrennen, nachdem das Team gerade unsere Verträge verlängert und so das Vertrauen in uns bewiesen hat“, freut sich Hamilton über seinen Sieg vor Stallgefährte Valtteri Bottas.
Entscheidend dabei: Hamiltons Verzicht auf den zweiten Reifenwechsel hinter dem Safety-Car nach dem Vettel-Aus. Während Bottas stoppt, entscheidet sich Hamilton in letzter Sekunde dazu, doch auf der Strecke zu bleiben, kreuzt dafür sogar den Grünstreifen bei der Boxeneinfahrt.

Doch nicht an die Box: Hamilton fährt durchs Gras

Von den Stewards gibt es dafür nach dem Rennen eine Verwarnung. „Eine angemessene Sanktion“, wie die Rennleitung selbst mitteilt, weil Hamilton mit seinem Verhalten niemanden gefährdet und es unter verminderter Geschwindigkeit hinter dem Safety-Car stattfindet.
Von Ex-Teamkollege Nico Rosberg gibt es sogar ein Extralob für die Aktion. „Da konnte man sehen, dass Lewis viele Strategieentscheidungen selbst aus dem Auto trifft und diese hier war goldrichtig.“
Weniger angetan ist der ehemalige Mercedes-Pilot allerdings von der Stallorder bei seinem Ex-Team in der Schlussphase. „Ich war schon etwas überrascht. Ich dachte, das Team lässt die Fahrer zu diesem Zeitpunkt der Saison noch frei fahren“, sagt Rosberg. Doch Mercedes bremst Bottas am Funk ein, nachdem der Finne direkt im Anschluss an den Re-Start Hamilton attackiert.

Angriff vor der Mercedes-Tribüne: Bottas vs. Hamilton

Die Gründe dafür erklärt Mercedes-Sportchef Toto Wolff: „Es hat noch leicht geregnet und der Kampf der beiden war so intensiv, dass wir dabei alles zu verlieren hatten. Vor allem nach dem Pech der letzten Rennen, in denen wir so viele Punkte liegengelassen haben, wollten wir es zu diesem Zeitpunkt des Rennens lieber ruhig angehen lassen.“
Dass Bottas wegen der WM-Situation in Hockenheim bereits die Nummer zwei spielen musste, will Wolff so nicht stehenlassen. Auf ABMS-Nachfrage sagt der Österreichter: „Das ist absolut nicht der Fall. Wenn es andersrum gewesen wäre, mit Valtteri in Führung und Lewis dahinter, hätten wir den gleichen Call gemacht. Es ging einfach darum, es nach Hause zu bringen.“

Hamilton und Teamkollege Bottas nach dem Rennen

Wolff weiter: „Wir wollten keinen Kampf auf Messers Schneide. Deswegen haben wir die Entscheidung getroffen.“ Bottas' erster Vorstoß gegen Hamilton bestärkt Wolff in seiner Meinung. „Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich es schon früher gestoppt. Aber ich habe nicht erwartet, dass Valtteri gleich so hart angreift. Er ist eben ein echter Racer.“
Bottas selbst zeigt sich nach dem Rennen als Teamplayer. Der Finne: „Ich hatte einen schönen Zweikampf mit Lewis am Ende. Das Team wollte dann aber das Risiko minimieren, das verstehe ich.“ Genau wegen dieser Einstellung hat Mercedes Bottas vor dem Rennen mit einem neuen Vertrag für 2019 ausgestattet, mit Option auf ein weiteres Jahr.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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