Diesen Rekord durfte Sebastian Vettel nicht mit in die Formel-1-Rente nehmen: In seinem drittletzten Grand Prix klaut Weltmeister Max Verstappen dem Deutschen endgültig die Bestmarke von 13 Saisonsiegen, die er seit 2013 gemeinsam mit seinem Landsmann und Kindheitsidol Michael Schumacher gehalten hatte. Auch ansonsten ist der Sonntag in Mexiko eher ein Tag zum Vergessen für den Aston-Martin-Star.
"Insgesamt waren wir heute einfach ein bisschen zu langsam und wenn man keine Pace hat, dann tut man sich schwer was zu bewegen", berichtet Vettel nach Platz 14 im Ziel. Mit einem extrem langen ersten Stint auf den weichen Reifen nähert sich der Heppenheimer zwar zwischenzeitlich kurz den Top-10 an, nach dem Reifenwechsel in Runde 40 geht aber nur noch wenig für Vettel, der dann auch noch im Pech ist.
Weil sich vor ihm Daniel Ricciardo und Yuki Tsunoda in die Quere kommen und der Japaner nach einem Rempler mit seinem angeschlagenen AlphaTauri wieder auf die Piste humpelt, wird Vettel aufgehalten: "Zu Beginn des Rennens konnte ich an den Autos vor mir noch dranbleiben, aber die Szene mit Yuki war wirklich unglücklich. Sein Auto war beschädigt und er kam genau vor mir zurück auf die Strecke. Dadurch habe ich viel Zeit verloren und war leichte Beute für die Anderen", so der Deutsche.
Vettel wird in Mexiko 14., Kumpel Schumacher 16.
Bild: LAT/Haas

Doch nur am herumirrenden Japaner liegt Aston Martins schwaches Abschneiden nicht: "Das Auto hat sich nicht gut angefühlt und der ganze Nachmittag war ein bisschen ein Kampf. Wir wissen auch nicht, warum auf einmal so ein starker Unterschied zu letzter Woche war", sagt Vettel, der in Austin immerhin Achter wurde.
Etwas Positives kann der 35-Jährige dem Sonntag dann aber doch noch abgewinnen, denn Valtteri Bottas kann seine starke Mexiko-Performance nur in einen einzigen WM-Punkt für Platz zehn umwandeln. "Zum Glück haben wir im Duell um Platz sechs in der Konstrukteurs-WM nicht zu viel Boden verloren", erklärt Vettel mit Blick auf Aston-Martin-Konkurrent Alfa Romeo, die mit nun vier Zählern Vorsprung weiter in Reichweite sind.
Noch einen Platz hinter Aston Martin liegt der Haas-Rennstall von Mick Schumacher - in der Team-WM und am Sonntag auch auf der Strecke: Der Deutsche beendet das Rennen in Mexiko hinter Vettel und dessen Teamkollegen Lance Stroll als 16., fährt damit zumindest einen wichtigen Erfolg im internen Duell mit Stallgefährte Kevin Magnussen ein, der 17. wird.
Wie Vettel landet auch Schumacher vor dem Teamkollegen
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"Ich habe gleich in der ersten Runde gemerkt: Das wird schwer heute", verrät Schumi Jr. im Ziel. Schon im Startgetümmel geht es für den Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher zwei Positionen nach hinten, auch anschließend fehlt dem Haas die Power.
"Die Pace im Rennen war heute nicht so mega und der generelle Grip hat gefehlt", sagt Schumacher, der bei zehn Grad niedrigeren Streckentemperaturen zudem Schwierigkeiten mit den Reifen hat: "Die konnten wir heute nicht im richtigen Fenster halten. Das haben wir schon im dritten Training gesehen: Wenn es kälter wird, haben die Anderen besser performt als wir."
Sein Team nimmt Schumacher dennoch in Schutz: "Es war nichts falsch mit der Strategie oder sonst irgendwas, die Pace war heute einfach nicht da und damit müssen wir jetzt leben. Ich bin mir aber sicher, dass die Dinge in Brasilien schon wieder ganz anders aussehen."