Formel 1: Die besten Bilder aus Silverstone vom Britischen Grand Prix

Formel 1: Was ist los bei Vettel?

Vettels fauler Ferrari gibt Rätsel auf

Sebastian Vettel kam auch im England-GP nie auf Touren. Was stimmt nicht mit seinem Auto?
Sebastian Vettel (32) war ratlos nach dem GP von England. Von Freitag an hatte sein rotes Auto ein Problem, das sich der Deutsche nicht erklären konnte. Dass er in der letzten Runde noch Mercedes-Vize Valtteri Bottas in Schach halten konnte und sich so als Zehnter den letzten WM-Punkt sicherte, interessierte einen sichtlich enttäuschten Heppenheimer nicht.
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"Ich fühlte mich nicht wohl mit dem Auto, von Anfang an nicht. Ich dachte, es wird im Rennen besser, wurde es aber nicht. Ich hatte massive Probleme Grip zu finden, obwohl ich während des Wochenendes viel probiert, auch im Rennen mit verschiedenen Fahrstilen experimentiert habe. Mein Vertrauens-Level ist im Moment sehr niedrig. Jedes Mal, wenn ich pushe, verliere ich das Auto. Ich habe keine Ahnung, woran der Fehler liegt. Aber es ist nicht normal, dass alles über Nacht rückwärts läuft."
Von Manipulationen an seinem Ferrari wollte Vettel schon am Samstags nichts wissen. Fragen danach beantwortete eindeutig: "Man kann keinem Absicht unterstellen. Wir müssen jetzt bis nächste Woche herausfinden, was krumm lief."

Sebastian Vettel kam im England-GP nie auf Touren

Allein: Dass Teamkollege Charles Leclerc mit dem gleichen Ferrari auf den dritten Platz fahren konnte, ist mehr als merkwürdig. Sky-Experte Nick Heidfeld vermutet: "Beim zweiten Österreich-GP und in Ungarn kam Vettel besser klar als Leclerc, war schneller. Das heißt, dass bei Ferrari grundsätzlich etwas nicht stimmt. Kann schon sein, dass das Team mehr Leclerc helfen will, aber Vettel falsche Teile ans Auto schrauben und ihn dadurch langsamer machen, ergibt keinen Sinn. Denn sie wollen für die Konstrukteurswertung so viele Punkte wie möglich einfahren."
Der ehemalige Formel-1-Pilot rät Vettel. "Er muss sich bei Ferrari jetzt durchsetzen, das Chassis genau untersuchen zu lassen. Denn ich weiß aus meiner Erfahrung, dass ein Team so was von einem Fahrer nicht gerne hören will."
Auch aus anderem Grund muss Ferrari Vettels Auto jetzt untersuchen. Weil der deutsche das Vertrauen nicht verlieren darf. Schon Anfang vergangener Saison klagte Vettel über einen besonders im Heckbereich extrem schwierig zu fahrenden Ferrari. SPORT1 weiß: Als der viermalige Weltmeister bei Testfahrten in Bahrain das Auto von Teamkollege Leclerc fahren durfte, waren die Probleme plötzlich verschwunden.
Fest steht: Ein Chassis ist eine sensible Angelegenheit – ein Haarriss oder falsch eingestellte Teile wie zum Beispiel Stoßdämpfer können zu einem völlig anderen Fahrverhalten führen. Sensible Piloten wie Vettel spüren Veränderungen auch im Millimeterbereich sofort. Ergebnis: Der Fahrer verliert das Vertrauen. Am Limit summieren sich die kleinen Fehler, die am Ende Unterschiede von einer Sekunde pro Runde ausmachen können.
Beispiel 1997: Heinz-Harald Frentzen war gerade zu Williams gewechselt. Er wurde geholt, um Weltmeister zu werden. Die drei ersten Rennen wurden aber zum Albtraum für den Mönchengladbacher. Er kam mit dem Williams nicht klar, verlor in einer Runde über eine Sekunde im Vergleich zu seinem Teamkollegen Jacques Villeneuve. Erst nach dem Großen Preis von Argentinien analysierte Williams widerwillig die Daten. Dabei kam heraus: Ein junger Ingenieur hatte bei den Dämpfern Inch mit Zoll verwechselt und das wichtige Fahrzeugteil falsch eingestellt. Mit korrigiertem Auto gewann Frentzen sogleich das vierte Rennen in Imola.
Anderes Beispiel: Renault stellte bei Daniel Ricciardo, der sich über ein merkwürdiges Fahrverhalten beklagt hatte, einen Haarriss in seinem Chassis fest. Der Australier bekam in Silverstone ein neues, fuhr wie entfesselt und wurde Vierter.
Ferrari sollte jetzt alles tun, um Vettels faulen Ferrari zu untersuchen und das Problem des bockigen Rennpferds beseitigen. Auch um keine unangenehmen Fragen mehr beantworten zu müssen.
Das Problem: Bis zum nächsten Training sind es nur vier Tage. Teamchef Binotto: „Wir haben viele Daten, die wir uns anschauen können.“

Formel 1: Die besten Bilder aus Silverstone vom Britischen Grand Prix

Autoren: Ralf Bach,

Fotos: Ferrari

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