Sophia ist 18, saß mit 4 das erste Mal am Steuer eines Renn-Karts, gilt als beste deutsche Rennfahrerin. Mit 276 km/h hob sie vergangenen November beim Rennen in Macao ab, überlebte, das Unfall-Video ging um die Welt. Seitdem greift Sophia noch härter an, auf der Rennstrecke und im Social Web. Schon 400.000 Fans folgen ihr. Nach dem Crash wurde sie für viele Menschen erst interessant. Was Sophia AUTO BILD über ihre freizügigen Fotos sagt.
AUTO BILD: Sophia, als Rennfahrerin sind Sie seit Ihrem schweren Unfall in Macao auch über Deutschland hinaus bekannt. Auf Instagram zeigen Sie sich aber nicht nur im Rennfahrer-Overall. Warum eigentlich?
Sophia Flörsch: Ich bin Rennfahrerin und Sportlerin, auf der anderen Seite bin ich aber auch ein Mädchen, ziehe mich gerne hübsch an und posiere ebenso gerne für Fotos. Ich versuche meine beiden Interessen so zu kombinieren. Denn ich glaube, dass es Fans auch interessiert, wie man privat ist.
Es muss nicht immer der Sport im Vordergrund stehen?
Wie sexy darf eine Rennfahrerin sein?
Sophia ist 18, saß mit 4 das erste Mal am Steuer eines Renn-Karts.
Nein. Ich finde, dass ich als Rennfahrerin natürlich auch meine weibliche Seite zeigen darf! Warum denn auch nicht? Vor allem da man im Rennoverall mit Helm ja nicht immer vorteilhaft aussieht. Wenn ich Bilder von mir im Auto poste, bekomme ich nur einen Bruchteil der Likes wie bei Fotos, auf denen ich mich als Mädel zeige. Die kommen besser an bei den Fans, weil man mich so ja nicht alltäglich sieht. Schwimmer, Beach-Volleyballer oder Leichtathleten zeigen ihre durchtrainierten Körper doch auch – und das sogar im Fernsehen zur Prime Time.
Wie sexy darf man als Rennfahrerin sein?
Mindestens genauso sexy wie die männlichen Rennfahrer, oder? Ich habe schon meine Grenzen. Aber ich finde es trotzdem schön, mich zu zeigen. Wichtig ist, dass ich mich auf Social Sedia nicht nur als Fashion-Girl präsentiere, weil dann der Sport untergeht. Der Mix macht's. Und männliche Rennfahrer machen ja teilweise auch Modeshootings. Ich finde Lewis Hamiltons Herangehensweise gut und schaue mir viel bei ihm ab. Der zeigt sich auch abseits der Rennstrecke in coolen Outfits – und bringt auf der Piste trotzdem seine Leistung.
Wo liegen Ihre Grenzen?
Wie bei Lewis Hamilton auch, der gerne mal im Training, beim Baden, auf einer Jacht oder beim Surfen sein Sixpack zeigt. Warum nicht? So wie ich mich am Strand oder im Fitness-Studio gebe, so sieht man mich ab und zu auf Social Media. Als Sportler ist man stolz auf seinen Körper, weil man ja auch viel und hart dafür trainiert. Schauen sie sich einfach Cristiano Ronaldos Instagram-Account an. Das beliebteste männliche Sixpack mit 172,5 Millionen Followern. Womöglich kupfert Lewis da manchmal ab ????.
Wie reagieren Ihre Fans auf Ihre Fotos?
Eigentlich gut. Weil ich Motorsport betreibe, ist meine Fangemeinde natürlich männerlastig. Dabei möchte ich eigentlich mehr Girls und Frauen für Motorsport und einen lebensfrohen Lifestyle mit Fitness, Mode und Travel gewinnen.
Gab's schon mal einen Heiratsantrag?
Indirekt ja (lacht). Ab und zu gibt es auch etwas zu eindeutige Offerten, aber auf so etwas reagiere ich dann lieber nicht.
Wie viele Follower haben Sie?
Auf Twitter rund 70.000, auf Instagram 240.000 und auf Facebook noch mal 60.000. Das macht insgesamt etwa 400.000 Follower.
Damit haben Sie mehr als so mancher DTM-Pilot. Stolz darauf?
Na klar. Aber bei mir ist es ja auch unfallbedingt. Als ich in Macao den Crash hatte, sind die Zahlen explodiert. Ich dachte erst, dass das nur Sensationsfans sind, die wieder abspringen, wenn sie sehen, dass es mir doch ganz gut geht. Aber das war nicht der Fall. Die sind mir treu geblieben.
Hatte Sie der Boom auf Ihren Accounts überrascht?
Total. Ich habe am Abend meines Unfalls die Social-Media-Kennzahlen gesehen, erst später das Video. Und ich habe überhaupt nicht verstanden, wieso mir plötzlich so viele Leute folgen. Das wurde mir erst bewusst, als mir klar war, dass das Video weltweit viral gegangen ist.
Wie wichtig sind die Posts für Sie als Rennfahrerin?
Sehr wichtig. Das ist zwar auch mit jeder Menge Extra-Arbeit verbunden, aber es macht auch Spaß. Ich möchte authentisch bleiben – und ziehe auch mal 'ne Grimasse. Als ich meinen Unfall hatte, habe ich gemerkt, dass mehr Leute auf Social Media schauen als auf alles andere, vor allem das junge Publikum. Große Firmen interessieren sich für deine Accounts. Also will ich mich auch in den sozialen Medien ständig weiter verbessern.
Sponsoren legen tatsächlich großen Wert auf Ihre Social-Media-Aktivitäten?
Genau. Alle wollen immer zuerst die Social-Media-Zahlen wisse. Und je größer die Reichweite, desto interessanter ist man für Sponsoren. Was für mich nicht unwichtig ist, weil ich damit meine eigene Brand aufwerten kann. Social Media ist wie so eine Model-Mappe, wo Firmen schauen können, wie man sich darstellt.
Sie fahren bewusst nicht in der neuen Frauen-Formel, der W-Series. Allerdings bekommen deren Siegerinnen derzeit viel PR. Eine Fehlentscheidung?
Ich bin immer noch der Meinung, dass alles richtig war. Die W-Series hat für mich keine sportliche Wertigkeit. Es ist Marketing und PR. 100 Prozent Show. Das brauche ich nicht, ich will sportlich weiterkommen. Für Jamie Chadwick (die bisherige Meisterschaftsführende; Anm. d. Red.) freue ich mich. Aber für mich wäre es einfach ein sportlicher Rückschritt gewesen. Deshalb stehe ich zu meiner Entscheidung.

Von

Bianca Garloff