Formel E: Audi, BMW, HWA
Deutsche Hersteller sind Favoriten

Die Deutschen erobern die Formel E: Neben Audi sind diese Saison (Start am 15.12. um 13 Uhr auf Eurosport) auch BMW und das Mercedes-Einsatzteam HWA dabei. ZF und Audi bauen Motoren.
- Michael Zeitler
Es hat 38 Rennen gedauert, bis mit Daniel Abt (26) überhaupt ein deutscher Fahrer in der Formel E siegen konnte. Aber jetzt erobern die Deutschen die Elektro-Serie im Sturm – allen voran die Hersteller. Audi ist als Namensgeber des Abt-Teams schon seit dem ersten Formel-E-Rennen 2014 in Peking dabei. Seit der vergangenen Saison sind die Ingolstädter auch Werksteam. BMW stellt von Anfang an das Safetycar, war zuletzt Partner des US-Teams Andretti, steigt aber nun mit dem Wegfall des Autowechsels auch werksseitig bei Andretti ein.

Mercedes bereitet sich mit HWA auf den Einstieg vor
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Anders als zum Beispiel das Meisterteam Techeetah, das im Vorjahr mit Kundenmotoren von Renault ausgerückt ist, ist HWA mehr als nur ein Kunde. Das wird in mehreren Bereichen deutlich: Eigentlich bekommen die Kundenteams keine Privattests. Dafür aber die Hersteller, die andere Rennställe mit Triebwerken versorgen, drei zusätzliche Testtage. Die hat Venturi HWA zur Verfügung gestellt. Dazu kommt: Bei Venturi ist Susie Wolff (35) als Teamchefin im Amt, die Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (46), der jetzt das HWA-Team als Vorbote für das Mercedes-Projekt vorschickt.

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Allein: Zu den Favoriten gehört HWA in der Saison 2018/2019 noch nicht. Bei den gemeinsamen Testtagen aller Teams in Valencia kam HWA-Pilot Stoffel Vandoorne (26) als schnellster Fahrer mit Venturi-ZF-Antrieb auf Rang 15 des Klassements. DTM-Meister und Formel-E-Neueinsteiger Gary Paffett (37) landete auf Platz 18, HWA-Testfahrer Daniel Juncadella (27) auf Rang 23. Fritz: „Es war eine lehrreiche Testwoche, vor uns liegt noch viel Arbeit.“

BMW mischt in den neuen Saison endlich mit
Dass BMW so schnell ist, überrascht deshalb, weil die Jungfernfahrt des neuen Fahrzeugs noch vorzeitig abgebrochen werden musste – schon am Prüfstand haben sich Probleme gezeigt. Die sind jetzt aber aussortiert. In der Valencia-Testwoche hatte BMW als eines von nur wenigen Teams überhaupt keine technischen Defekte zu beklagen. Der Speed stimmt. Ein Fragezeichen steht noch hinter der Effizienz über eine Renndistanz. Dass das Einsatzteam Andretti letzte Saison noch Letzter war, stört BMW nicht. Motorsportchef Jens Marquardt (61): „Wir haben gar nicht genau analysiert, was letztes Jahr das Problem am Andretti-Motor war. Wir haben von Grund auf einen neuen gebaut.“

Audi gehört einmal mehr zu den Titelfavoriten
Der Wegfall des Fahrzeugwechsels erfordert stärkere Batterien. Das Gesamtgewicht des Autos wird um zwölf Kilogramm auf 900 Kilo angehoben. Audi wird das Mindestlimit erreichen, hat beim Motor nämlich um zehn Prozent abgespeckt. Neben di Grassi ist wieder Daniel Abt (26) am Start – der erste deutsche Rennsieger in der Formel E. Jetzt will er auch erster deutscher Champion werden: „Die Testfahrten sind immer schwierig einzuschätzen, aber unabhängig davon will ich natürlich schon um den Fahrertitel kämpfen – das sollte jetzt immer unser Ziel sein.“
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