Formel E: ePrix in Berlin
Kampf der Antriebskonzepte

Die Formel E in Berlin. Die Elektrorennserie ist auch eine Serie der Hersteller: Die liefern sich vor allem bei den Antriebskonzepten ein harten Wettbewerb.
- Michael Zeitler
Weil Tempelhof zur Flüchtlingsunterkunft umgestaltet und alle Veranstaltungen abgesagt wurden, stand die Formel E in der Hauptstadt Berlin auf der Kippe. Doch die Ersatzlösung ist noch spektakulärer: Gefahren wird nun im Herzen Berlins um den Alexanderplatz. Und auch die Serie ist in diesem Jahr noch interessanter: Die Teams dürfen erstmals eigene Antriebe entwickeln. Die Folge: eine große Vielfalt im Feld.

Die Formel E fährt am Samstag in Berlin
Theoretisch wären mehr Motoren ein Vorteil, zumindest wenn sie direkt die Räder antreiben würden (Radnabenmotoren). Das ist in der Formel E aber nicht erlaubt. Hintergrund: So soll eine Kostenexplosion verhindert werden. Denn durch getrennt gesteuerte Motoren ist es möglich, die Straßenlage zu perfektionieren. Deswegen setzen nur DS Virgin und Vorjahresmeister NEXTEV auf zwei E-Triebwerke.
„Die Autos mit zwei Motoren werden definitiv immer schwerer sein“, meint Biermaier. DS-Virgin-Teamchef Alex Tai kontert: „Wir glauben, dass unsere Lösung effizienter ist. Wir brauchen nicht so viel Drehmoment und daher kein Getriebe, um die Leistung auf die Strecke zu bringen. Wir brauchen keine Schaltvorgänge, denn damit verliert man immer Zeit.“ DS Virgin und NEXTEV übersetzen beide E-Motoren also mit nur einem Gang.

Renault zählt in der Formel E zu den Favoriten
Die technische Vielfalt zeigt, dass die Formel E eine große Herausforderung für die Ingenieure ist. Aber auch für die Fahrer: „Je nachdem wie viel Energie du gerade brauchst“, sagt Sam Bird (29) von DS Virgin, „musst du deinen Fahrstil und deine Bremsbalance ständig anpassen – und das auf schwierigen Stadtkursen.“ Das verspricht viel Action in Berlin.
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