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Formel E: Interview mit André Lotterer

„Ich will um die Meisterschaft kämpfen“

Nach dem sensationellen zweiten Platz im Debütrennen hängt Porsche die Latte in der Formel E höher.Sagt zumindest André Lotterer im Interview.
Herr Lotterer, wie haben Sie den zweiten Platz beim Debüt in Riad gefeiert?
André Lotterer (38): Eigentlich... (überlegt lange) gar nicht. Wir haben ein Teamfoto gemacht,zusammengegessen und dann hatten wir ja schon einen Nachtflug nach Hause. Wir haben nicht groß gefeiert, aber innerlich hat sich jeder gefreut. Richtig feiern darf man eh nur, wenn man auch gewinnt.
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Porsche hat als Ziel für die erste Formel-E-Saison Podestplätze ausgegeben. Jetzt waren Sie schon beim Debüt Zweiter. Wie viele Rennen gewinnen Sie jetzt?
(Lacht). Das ist unmöglich vorherzusagen. Und das macht die Serie ja auch so interessant. In der Formel 1 kannst du anhand der Performance des Autos schon recht gut abschätzen, wie es ablaufen wird. Hier ist immer alles möglich. Das ist einzigartig im Motorsport.

André Lotterer will um Siege und den Titel kämpfen

Heißt, Sie trauen sich Siege zu? Das weicht ja durchaus von dem ab, was Porsche vor der Saison als Ziel ausgegeben hat...

Ich kann nur für mich sprechen: Ich bin ja schon etwas länger dabei. Ich will schon auf Anhieb vorn dabei sein und ich tue auch alles dafür. Jedes Team ist hier, um Rennen zu gewinnen. Wäre ja auch verkehrt, dieses Ziel nicht zu haben, oder?
Sie glauben also, die Auftakt-Performance war keine einmalige Sache, sondern Porsche ist insgesamt gut dabei?
Die Basis kann nicht so verkehrt sein, wenn man aufs Treppchen fährt. Natürlich war das ein guter Auftakt. Damit haben viele nicht gerechnet. Man darf ja nicht vergessen, dass wir das einzige echte neue Team sind. Mercedes ist ja auch neu, aber die haben letztes Jahr schon reingeschnuppert. Es war ein toller Auftakt, aber uns ist auch bewusst, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben. Gut war, dass wir beide Autos ins Ziel gebracht und dadurch jede Menge Daten gesammelt haben.
Was muss denn bei Porsche noch besser werden?
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Zahnrädchen bei der Formel E ineinandergreifen müssen, damit man alles gut hinbekommt. Und das braucht einfach seine Zeit. Du musst als Fahrer Vertrauen ins Auto haben: das Mapping, die Bremsbalance und so weiter. Das ist für uns noch ein großes Thema, damit wir die Fahrbarkeit gut hinbekommen. Mit dem Energiemanagement sind wir gut unterwegs. Da haben wir auch viel Erfahrung aus der LMP1 – das ließ sich gut übertragen.
Nach dem Auftakt in Riad: Wer wird diese Saison Meister?
Das können so viele werden: Bei Techeetah wird es vorwärts gehen, Lucas di Grassi muss man immer auf der Rechnung haben. BMW sieht stark aus. Und ich hoffe natürlich, dass ich auch eine Rolle spielen werde im Kampf um die Meisterschaft.
Nehmen wir an, Sie gewinnen den Titel. Welches Ranking hätte er in Ihrer Karriere?
Es wäre auf jeden Fall ein Highlight. Das ist aber nicht vergleichbar: Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist ein riesiges Rennen, das ist einmal im Jahr, das wird in der Historie immer einen Stellenwert haben. Die Formel E hat einen ganz anderen Wert. Für mich persönlich wäre das ein Karrierehighlight, auf jeden Fall.
Wie schwierig ist die Formel E im Vergleich zu anderen Serien, in denen Sie gefahren sind?
Eine der schwierigsten, wenn nicht die schwierigste Serie, in der ich gestartet bin in meiner Karriere. Da spielt eine Kombination aus vielen Dingen eine Rolle: Das Auto ist schwierig zu fahren und am Limit zu bewegen, dann hast du das Energiemanagement, die Strategie, die Stadtkurse, das Fahrerfeld hat ein extrem hohes Niveau.

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Fotos: Picture Alliance

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