Formel E: Interview mit René Rast

Formel E: Interview mit René Rast

DTM-Champion RAST jetzt elektrisch

DTM-Meister René Rast ersetzt Daniel Abt bei Abt Schaeffler Audi Sport. Das nimmt er sich für die sechs Berlin-Rennen (5.-13. August) der ABB FIA Formel E vor.
Herr Rast, Sie springen bei den letzten sechs ­Rennen der ABB FIA Formel E für Daniel Abt bei Audi Sport Abt Schaeffler ins Cockpit – parallel zur DTM. Das wird ein echtes Mammutprogramm, oder? 
René Rast (33): Absolut. Ich habe im August und September kein einziges freies Wochenende, weil ich ja auch noch die 24 Stunden am  Nürburgring fahre. Aber nach der langen rennfreien Zeit ist es einfach wieder schön zu fahren.
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Sie kennen die Formel E ja schon durch Ihren Gaststart 2016 …
Das wird mir dieses Mal aber nicht viel helfen. Die Autos sind ganz andere. Und damals ergab sich das sehr kurzfristig. Das Aguri-Team hat mich angerufen, und ich bin damals quasi ins kalte Wasser gesprungen.  Aber Sie kennen nun zumindest das Gefühl, mit einem leise surrenden Elektromotor Rennen zu bestreiten.  Ja, damals war ich schon etwas schockiert von diesem Gefühl, keinen Verbrennungsmotor und nur die Windgeräusche zu haben. Du hörst ja wirklich jedes Knacken im Auto und so viele Details, die du in einem normalen Renn­wagen nicht wahrnimmst. Dieses Mal bin ich darauf vorbereitet.

Rast bereitete sich mit Tests auf dem Lausitzring auf die Berlin-Rennen vor.

Sie haben sich mit Tests auf dem Lausitzring auf die Berlin-Rennen vorbereitet. Wie war der erste Eindruck?

Ich habe das Formel-E-Auto noch nicht aufs Dach gelegt, wie damals bei meinem DTM-Unfall (lacht). Es ging für mich mehr darum, die Reifen und das Energiemanagement für die Rennsimulationen kennenzulernen. Es ist immer noch eine sehr steile Lernkurve für mich. Ich habe das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Ich bin froh, einen solch erfahrenen Teamkollegen wie Lucas (di Grassi; d. Red.) zu haben. Es gibt ja solche und solche Stallgefährten, aber Lucas ist sehr offen und transparent. Ich kann viel von ihm lernen und hoffe, dass er bald auch von mir etwas lernen kann.
Wie unterscheiden sich Formel E und DTM?
Das DTM-Auto hat viel Aerodynamik und Leistung, ist aber schwerer und macht vor allem Krach. Das Formel-E Auto ist leichter, hat ein bisschen weniger Leistung, ist ein Open-Wheel-Auto. Der Wagen bewegt sich aufgrund der Reifen auch mehr. Für mich ist das Formel-E-Auto eines der schwierigsten Autos, vor allem zu lernen, es zu fahren.
Was reizt Sie an der Formel E?
Die große Freude besteht für mich hauptsächlich da­rin, dass Paket so zu optimieren, dass ich den anderen voraus bin. Diese Arbeit hinter den Kulissen, das Suchen der Nadel im Heuhaufen, das treibt mich an. Das habe ich in der DTM geschafft, und ich denke: In der Formel E könnte man mit viel Arbeit Ähnliches erreichen.
Bisher haben Sie nur einen Vertrag für die sechs Finalrennen 2020 …
In der DTM habe ich mal sechs Rennen am Stück gewonnen. Audi hat mir gesagt, wenn ich das auch in der Formel E schaffe, darf ich nächstes Jahr wieder fahren (lacht). Im Ernst: Ich hoffe, dass ich  im Qualifying nicht zwei Sekunden langsamer sein werde. Ich möchte irgendwo im Mittelfeld sein und vielleicht hier und da einen Punkt erzielen.
TV-Tipp:
Die Finalrennen der ABB FIA Formel E gibt’s am 5./6., 8./9. und 12./13. August ab 19 Uhr live auf Eurosport.

Fotos: Audi

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