Jörg Kerner ist Baureihenleiter für den Porsche Macan. Er muss aktuell die meistverkaufte Baureihe der Sportwagenmarke erneuern und dabei so überzeugend elektrifizieren, dass zum Ende der Dekade tatsächlich 80 Prozent mit Akku verkauft werden. Viel Zeit für Ruhe hatte Kerner deshalb in den letzten Jahren nicht. Dabei braucht der Skipper aus Leidenschaft bisweilen ein paar Stunden auf dem Wasser, damit er den Kopf frei bekommt.
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Ein Anruf aus dem Vorstand, der ihn nach Österreich beorderte, kam Kerner da gerade recht. Denn in Ohlsdorf nahe dem Traunsee sitzt die Bootswerft Frauscher, die seit Jahren einen engen Draht zu Porsche hat und die seit den 1950ern E-Boote baut. Genau wie der Sportwagenbauer wollen sich die Österreicher jetzt an die Spitze der neuen Elektro-Bewegung setzen und haben deshalb in Stuttgart um Entwicklungshilfe gebeten.
Frauscher x Porsche Fantom Air 860
Zwei, die gut zusammenpassen: Frauscher und Porsche. Sie müssen sich jetzt statt des Taycan nur noch den neuen Macan ins Bild denken.
Bild: Porsche AG

Das ließ sich Kerner nicht zweimal sagen und hat neben guten Ratschlägen gleich auch noch eine Organspende angeboten: Wenn im Frühjahr 2024 die Frauscher x Porsche Fantom Air 850 ablegt, geht deshalb der neue Porsche Macan noch vor seiner Premiere baden. Na ja, zumindest sein Antrieb.

Schon in den 1950ern gab es Porsche-Bootsmotoren

Natürlich hatte Kerner bereits genug auf dem Zettel, als dass er seinem Team noch ein Projekt ans Bein binden wollte. Aber erstens war das vielleicht ein Weg, auch während der Arbeitszeit aufs Wasser zu kommen. Und zweitens war ihm klar, dass dieses Projekt ohne ernsthaftes Engagement aus der Entwicklung am Ende vielleicht doch untergegangen wäre. "Und dafür waren die Idee zu charmant und die Aussichten zu attraktiv", sagt er in der Rückschau.
Nicht zuletzt, weil das auch aufs Image von Porsche einzahlt und irgendwann womöglich sogar mal in die Kasse. Und weil es eine gewisse Tradition hat. Schließlich haben die Schwaben schon in den 1950ern den von 60 auf 52 PS gedrosselten Boxermotor des 356ers an Bootsbauer verkauft.

Die Macan-Maschine dreht mit 544 PS an der Schraube

Also hat er ein paar Mitglieder seines Teams zum Wochenendkurs "Bootsführerschein" geschickt, eine ordentliche Projektstruktur installiert und den Macan gemeinsam mit Frauscher gewissermaßen zu Wasser gelassen. Im Heck des Sportboots dreht also die gleiche E-Maschine wie im Geländewagen. Nur dass sie mit Rücksicht auf den Z-förmigen Schraubenantrieb hier auf eine Spitzenleistung von 544 PS limitiert ist.
Frauscher x Porsche Fantom Air 860
Die Porsche-Macan-Maschine dreht mit 544 PS an der Schraube.
Bild: Porsche AG

Neben der E-Maschine kamen auch die Steuerung und die Batterie des Porsche an Bord. Mit 800-Volt-Architektur für schnelle Ladestopps und Lithium-Ionen-Zellen mit 100 kWh für einen langen Atem. "Die Elektronik musste dafür völlig umlernen. Denn im Auto zum Beispiel wird nur mit angezogener Feststellbremse geladen", sagt Projektleiter Philip Ruckert. Und ein Schubhebel ist etwas anders als ein Fußpedal.
Dagegen war wahrscheinlich die Installation der Batterie ein Kinderspiel. Dabei musste auch die neu gelagert und besser geschützt werden, weil beim heißen Ritt über die Wellen bisweilen Schläge von mehr als 50 g auf den Rumpf treffen.

Am Steuer ist das Boot ein Porsche

Aber Ruckert hat nicht nur Ingenieure ins Boot geholt, sondern gleich auch noch die Design-Kollegen aus dem Studio Porsche in Zell am See: Die Fantom hat nun Porsche-Wappen auf den Sitzen, Rundinstrumente wie im Sportwagen und ein Lenkrad, das verdächtig nach Macan aussieht. Von der Grundform des Boots haben die Porsche-Designer zwar die Finger gelassen, aber neben dem üblichen Weiß gibt es den Rumpf der E-Fantom jetzt auch in allen Farben aus dem Porsche-Katalog.
Frauscher x Porsche Fantom Air 860
Sportwagen auf See: Auch am Ruder hat Porsche Spuren hinterlassen, der Kapitän des E-Sportboots hält ein Macan-Lenkrad in der Hand.
Bild: Porsche AG

Das Ergebnis der ungewöhnlichen Kooperation zwischen Boots- und Autobauer macht bei der ersten Ausfahrt auf dem Gardasee mächtig Eindruck. Ganz piano surrt das 8,67-Meter-Boot aus dem Hafen, und man hört nicht viel mehr als den Wind und die Wellen.

Auf Knopfdruck geht so richtig die Post ab

Bis ein Knopfdruck den Sport+-Modus aktiviert und damit den vollen Schub freischaltet. Sanft und schnell hebt sich dann der Bug aus dem Wasser; aus der lauen Brise wird bei bis zu 85 km/h ein veritabler Sturm, und das Ufer von Gargnano kommt gefährlich schnell näher.
Frauscher x Porsche Fantom Air 860
Entfesselt: Im Modus Sport+ gibt der E-Motor seine ganze Kraft frei und beschleunigt das Boot auf bis zu 85 km/h – flüsterleise, versteht sich.
Bild: Porsche AG

Nur das übliche Brüllen des alten Achtzylinders mit seinen rund 350 PS bleibt aus, und niemand muss zum Plausch die Stimme heben. "Das ist es, was den Reiz des elektrischen Bootsfahrens ausmacht", sagt Firmenchef Stefan Frauscher: Während manchen im elektrischen Sportwagen der klassische Motorsound fehle, weine dem Lärm auf dem Wasser keiner hinterher. "Mehr als ein paar Minuten will man den Krach hier nicht hören."

100 Kilometer Reichweite stecken im Akku

Ganz so lange wie bei der konventionellen Fantom mit ihrem 370-Liter-Tank kann die Raserei hier nicht dauern. Die Akkus des E-Sportboots wären nach einer halben Stunde leer, während der Verbrenner das Drei- oder Vierfache schaffen sollte. Aber wer mit Tempo 40 über die Wellen gleitet, der schafft immerhin eine Stunde, und mit dem magenfreundlichen Range-Modus sind über 100 Kilometer drin. Das reicht für den kleinen Küstenverkehr und für die meisten Binnenseen, ist Frauscher überzeugt.
Frauscher x Porsche Fantom Air 860
Ganz piano: Wer im Range-Modus cruist, schafft mit der Fantom Air bis zu 100 Kilometer. In einigen Häfen gibt es schon Schnelllader.
Bild: Porsche AG

Falls nicht, stehen in den Häfen immer öfter Schnelllader, an denen das Sportboot bis zu 250 kW Gleichstrom zieht und so binnen 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent kommt. Alternativ lädt die Fantom auch mit 11 kW Wechselstrom, bleibt dafür aber besser über Nacht an der Mole.

Bei rund 560.000 Euro geht der Wasserspaß los

Doch bei aller Begeisterung bleiben auch auf dem Wasser zwei Probleme, die wir schon vom Land kennen: Die Reichweite ist, wie bereits erwähnt, geringer als beim konventionellen Boot, und der Preis dafür deutlich höher.
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Denn wo Frauscher sein Powerboat sonst je nach Ausstattung für 280.000 bis 330.000 Euro verkauft, startet die E-Fantom bei etwa 560.000 Euro – immerhin dann schon mit Soundsystem, Ambientebeleuchtung und Kühlschrank an Bord.