Gebrauchte Diesel: Besonders sparsame Modelle
Unter fünf Liter im Test: Diese Diesel sparen trotz Rekordpreisen
Im Check: sechs gebrauchte Diesel mit Mini-Verbrauch
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Diesel ist derzeit deutlich teurer als Super E10. Trotzdem kann sich der Selbstzünder für Vielfahrer noch rechnen. Denn viele Modelle verbrauchen deutlich weniger Kraftstoff als vergleichbare Benziner. Wir zeigen sechs besonders sparsame Gebrauchtwagen, die im AUTO BILD-Test mit weniger als fünf Litern Diesel auf 100 Kilometer auskamen, und rechnen vor, wie hoch das Sprapotenzial im Vergleich zum Benziner ist.
Bild: AUTO BILD
Die zuletzt stark gestiegenen Dieselpreise lassen viele Autofahrer am Selbstzünder zweifeln. Dabei übersieht man schnell, dass Dieselmodelle in der Praxis oft deutlich sparsamer unterwegs sind als vergleichbare Benziner. Je nach Fahrzeugklasse liegt der Verbrauchsvorteil zwischen zehn bis 20 Prozent, bei größeren und schwereren Fahrzeugen fällt er teilweise sogar noch deutlicher aus. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man bei besonders effizienten Dieseln.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht, warum Selbstzünder trotz der aktuell extremen Literpreise für Vielfahrer weiterhin interessant sind. Bei aktuellen Durchschnittspreisen von 2,40 Euro pro Liter Diesel und 2,28 Euro für Super E10 kostet eine 50-Liter-Tankfüllung dann zwar 120 statt 114 Euro.
Für unsere Musterrechnung setzen wir einen Dieselverbrauch von 5,0 Litern und einen Benzinverbrauch von 6,5 Litern pro 100 Kilometer an. Das ist konservativ gerechnet: Alle hier vorgestellten Selbstzünder blieben im AUTO BILD-Test sogar unter der Fünf-Liter-Marke, während viele vergleichbare Benziner eher mehr als 6,5 Liter benötigen. Der reale Kostenvorteil des Diesels kann daher durchaus größer ausfallen als in unserer Beispielrechnung dargestellt.
Sparpotenzial effizienter Diesel für Vielfahrer
Jahresfahrleistung | Diesel (5,0 l/100 km) | Benziner (6,5 l/100 km) | Vorteil Diesel |
|---|---|---|---|
20.000 km | 2.400 € | 2.964 € | 564 € |
25.000 km | 3.000 € | 3.705 € | 705 € |
30.000 km | 3.600 € | 4.446 € | 846 € |
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Diesel auf dem Gebrauchtwagenmarkt inzwischen alles andere als beliebt, haben bei den meisten Käufern enorm an Attraktivität verloren. Mit der Nachfrage sind auch die Preise immer weiter gesunken, entsprechend günstig werden viele Selbstzünder inzwischen gehandelt. Wer regelmäßig lange Strecken fährt, findet deshalb häufig Modelle, die nicht nur sparsam unterwegs sind, sondern auch vergleichsweise wenig kosten.
Sechs gebrauchte Diesel mit Testverbrauch unter fünf Litern
Wir haben besonders effiziente Diesel-Modelle herausgesucht, die uns im AUTO BILD-Verbrauchstest mit Verbrauchswerten von unter fünf Litern überzeugt haben. Mit besonders zurückhaltender Fahrweise sind auch Verbräuche mit einer drei vor dem Komma möglich. Ein wichtiger Haken: Für Diesel fallen meist eine höhere Kfz-Steuer an. Deshalb nennen wir zu jedem Modell die aktuelle Jahressteuer. Ob sich der Selbstzünder rechnet, entscheidet am Ende die persönliche Fahrleistung.
Citroën C4 Cactus BlueHDi 100
- Bauzeitraum: 2014 bis 2018
- Leistung: 100 PS
- Testverbrauch: 4,6 l
- Preise: ab 6500 Euro
- Kfz-Steuer: 152 bis 166 Euro
Seine Airbumps sind sein Erkennungszeichen, die Kunststoffpolster verbaute Citroën bei der zweiten Generation nicht mehr, was den ersten Cactus nur noch besonderer macht. Er zählt zu den entspannten Typen, watteweich nicht nur das Fahrwerk, sondern auch die Sitze. Das kann gefallen, mangels Seitenhalt in Kurven aber auch nerven. Der kleine Crossover von Citroën entpuppt sich auf der Waage als echter Hungerhaken: selbst als Diesel bleibt der Zeiger bei unter 1,2 Tonnen stehen.

Beim Cactus achtete Citroën peinlichst genau auf das Gewicht. Auch das macht ihn effizient.
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Das macht den knuffigen Franzosen nicht nur genügsam, sondern auch ausreichend flott: 100 PS genügen für weniger als zwölf Sekunden Sprintzeit auf 100 km/h, entspannt also, aber auch nicht phlegmatisch. Der besondere Reiz am Cactus: Der außergewöhnlich gestaltete Typ zählt als Diesel zu den sparsamsten überhaupt.
Schwachstellen: Der Cactus basiert auf dem C3 (2. Generation), der TÜV bemängelte oft triefenden Antriebe, defekten Abgasanlagen, ausgeschlagenen Lenkgelenke und defekte Federn und Dämpfer. Trotz der Leichtigkeit scheinen die Komponenten unterdimensioniert. Dazu taucht Rost auf, nicht nur beim TÜV, auch bei der Zerlegung des AUTO BILD-Dauertest-Cactus. Der erreichte aufgrund eines Getriebeschadens nur eine 4+. Ab November 2016 wurden die Schaltgetriebe optimiert. Umständlich ist die Bedienung der Klimaanlage: Alles läuft über den Zentralbildschirm, der auch noch oft abstürzt. Das optionale ETG-Getriebe nervt mit langen Schaltpausen.
VW Golf 7 1.6 TDI BlueMotion
- Bauzeitraum: 2013 bis 2017
- Leistung: 110 PS
- Testverbrauch: 4,9 l
- Preise: ab 7500 Euro
- Kfz-Steuer: 152 bis 166 Euro
Zum umfangreichen Talente-Repertoire des Golf 7 gehört auch Sparsamkeit. Als 1.6 TDI mit 110 PS gehört er zu den besonders knauserigen Kandidaten, die im AUTO BILD-Test einen Durchschnittsverbrauch von unter fünf Liter auf 100 Kilometer erreicht haben. Voll beladen stößt der sparsame TDI jedoch an seine Grenzen. Immerhin liegen seine 250 Newtonmeter bereits bei 1500 Touren an, dazu schafft der Golf mit dem Sparmotor, wenn es sein muss, bis zu 200 km/h in der Spitze. Als gebrauchte sind besonders die Varaint-Versionen günstig, auch den Hochdach-Golf namens Sportsvan gibt es mit dem sparsamen Motor

Geht es um maximale Sparsamkeit, ist der 1.6 TDI (90 bis 115 PS) die erste Wahl.
Bild: Christian Bittmann
Die restlichen Talente sind bekannt: viel Platz, ordentliche Fahrwerksabstimmung, komfortable Sitze und die unkomplizierte Bedienung. Durch die weite Verbreitung können Käufer bei der Gebrauchtwagensuche aus einem vielfältigen Angebot auswählen.
Schwachstellen: Gerade bei frühen Modellen des Golf 7 nervt das Navi mit häufigen Abstürzen. Kommt es beim Schaltgetriebe zu Schwierigkeiten beim Gangwechsel, hilft in viele Fällen eine Einstellung der Seilzüge. Einige Besitzer beschweren sich über die weite Spreizung der Gänge. Bei DSG- Modellen rupft dagegen vor allem im kalten Zustand die Kupplung. Achtung, auch beim EA288 gibt es den Verdacht auf illegale Abschaltvorrichtungen. Einen vom KBA angeordneten Pflicht-Rückruf, wie beim EA189, hat es bisher jedoch noch nicht gegeben. Ausgeschlossen ist das allerdings nicht. Im auf der folgenden Seite vorgestellten Skoda Octavia kommt ebenfalls der EA288 zum Einsatz.
Skoda Octavia 1.6 TDI GreenLine
- Bauzeitraum: 2014 bis 2016
- Leistung: 110 PS
- Testverbrauch: 4,5 l
- Preise: ab 8500 Euro
- Kfz-Steuer: 152 Euro
Die guten Gene (Modularer Querbaukasten) sorgen beim Octavia III für Leichtigkeit. Im Vergleich zu seinem Vorgänger speckte der Tscheche nämlich rund 100 Kilogramm ab. In Verbindung mit der GreenLine-Ausstattung (15 Millimeter Tieferlegung, 16-Zoll-Räder mit rollwiderstandsoptimierten Reifen) avancierte der Octavia zu einem der sparsamsten Mittelklasseautos überhaupt. Dazu zählt er in diesem Segment zu den geräumigsten Modellen, bietet als Limousine 590 Liter Kofferraumvolumen, als Kombi 610 bis 1740 Liter Stauraum.

Als GreenLine-Version (nicht im Bild) war der Octavia um 15 Millimeter tiefergelegt und fuhr ab Werk auf 16-Zoll-Rädern mit rollwiderstandsoptimierten Reifen.
Bild: Werk
Nachteil der GreenLine-Version: Die Anhängelast fällt mit 1000 Kilogramm vergleichsweise gering aus. Andere Versionen können bis zu 1,8 Tonnen an den Haken nehmen. Der Aktionsradius ist dagegen riesig: Mit einer Tankfüllung (50 Liter) schafft der Octavia 1000 Kilometer und mehr.
Schwachstellen: Vor allem beladen wirkt der 110-PS-TDI schnell überfordert. Das Fahrwerk ist im Vergleich zu anderen Versionen etwas straffer. Im Dauertest fiel am Octavia III (150-PS-TDI) der Startknopf aus, zudem zickte der Tempomat, Knistergeräusche aus dem Armaturenbrett nervten die Fahrer. Schlimmer war jedoch die Doppelkupplung, die beim Anfahren für holprige Starts sorgte. Typisch bei älteren Diesel ist die Verkokung des Ansaugtrakts. Dieses lässt sich per chemischer (Wasserstoff) oder mechanischer Reinigung (Walnussstrahlen) beseitigen. Die Kosten liegen zwischen 200 und 800 Euro.
Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic
- Bauzeitraum: 2010 bis 2015
- Leistung: 95 PS
- Testverbrauch: 4,3 l
- Preise: ab 3900 Euro
- Kfz-Steuer: 152 bis 158 Euro
Kleinwagen mit Diesel? Klingt heute eigenartig. Im Falle des Fiesta, dessen gut gedämmter Vierzylinder in mehreren Hinsichten besticht, kann man sich an diese Kombination jedoch schnell gewöhnen. Abgesehen von seinem Spatzendurst spricht der geschmeidig laufende 1.6 TDCi spontan an und erreicht mit seinen 205 Newtonmetern trotz seines länger übersetzten Fünfganggetriebes (Automatik gab es nicht) ordentliche Elastizitätswerte.

Der Fiesta- Antrieb gefällt nicht nur mit Spatzendurst, sondern arbeitet auch kultiviert.
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Als Econetic rüstete Ford den Fiesta mit besonders schmalen 14-ZollRädern aus und erweiterte die Ausstattung 2012 mit einer Start-Stopp-Automatik. Zu den weiteren Pluspunkten zählen die gute Lenkung sowie der mehr als ordentliche Federungskomfort.
Schwachstellen: Kleinwagen wie der Fiesta leiden im hohen Alter oft an Wartungsstau, Angebote mit regelmäßig durchgestempeltem Inspektionsheft sind relativ schwer zu finden. Doch bei ordentlicher Pflege läuft der kleine Diesel nicht selten über 300.000 Kilometer. Wichtig: Undichte Injektordichtungen kommen im Alter oft vor und lassen Ruß und Ölkohle entstehen. Diese Ablagerungen verstopfen gern die Ölversorgung des Turbos, teure Turboschäden sind dann die Folge. Deshalb sind regelmäßige Ölwechsel beim TDCi ein wichtiger Faktor.
Renault Captur 1.5 dCi 90
- Bauzeitraum: 2013 bis 2019
- Leistung: 90 PS
- Testverbrauch: 4,6 l
- Preise: ab 6500 Euro
- Kfz-Steuer: 142 bis 166 Euro
Einen ziemlich gelungenen Wurf stellte Renault mit dem Captur auf die Räder. Die erste Generation basiert technisch auf dem Kleinwagen Clio IV, ist deshalb nur mit Front antrieb gesegnet. Besonders gern wurde der Captur mit knackiger Zweifarblackierung geordert und macht mit seinen oft großen Rädern einen schlanken Fuß. Obendrein begeisterte der Captur auch die Sparfüchse unter den Käufern. Einerseits bekamen die für einen kleinen Aufpreis einen im Vergleich zum Clio deutlich luftigeren Crossover. Andererseits einen der besonders sparsamen Sorte. Besonders der hier vorgestellte Diesel mit 90 PS.

Gebrauchte Renault Captur im gepflegten Zustand sind nicht schwer zu finden.
Bild: AUTO BILD / Sven Krieger
Klingt nach wenig Leistung, doch dank 220 Newtonmetern hat der Kleine noch ausreichend Durchzug zu bieten. Der komfortabel orientierte Captur konnte oft ältere Kunden für sich gewinnen, weshalb sich gepflegte Gebrauchtangebote des Franzosen schnell finden lassen.
Schwachstellen: Versionen mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe (Sechsgang für 110-PS-Version) sind dem nicht sehr behutsam einkuppelnden DSG-Getriebe (EDC) vorzuziehen. Die Sitze bieten wenig Seitenhalt und sind nicht unbedingt langstreckentauglich. Der Clio-Unterbau leidet zudem am hohen Gewicht. Die Folge sind überdurchschnittlich viele Mängel an der Achsaufhängung, weiß der TÜV. Kritischer Rost und Probleme bei der Abgasuntersuchung kommen hier außerdem vor. Zudem begünstigt die mäßige Lackqualität Abplatzer.
BMW 320d Efficient Dynamics Edition
- Bauzeitraum: 2011 bis 2018
- Leistung: 163 PS
- Testverbrauch: 4,6 l
- Preise: ab 9500 Euro
- Kfz-Steuer: 204 bis 228 Euro
BMW feilte fleißig an der Generation F30, die im Vergleich zum Vorgänger besser verarbeitet, souveräner und entspannter wirkt. Das liegt am optimierten Fahrwerk, das deutlich mehr zum Komfort beiträgt, ohne die dynamischen Talente zu opfern. Aber auch an damals neuen Gimmicks wie dem optionalen Fahrerlebnisschalter, mit dem sich Fahrwerk und Ansprechverhalten des Antriebs beeinflussen lassen. Besonders gelungen: Die neue Automatik von ZF mit nun acht statt vorher sechs Stufen begeistert nicht nur mit ihrer zackig-unauffälligen Schaltakrobatik, sondern hilft dank der weiten Drehzahlspreizung auch beim Sparen.

Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der ZweiliterTurbodiesel leistet 163 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment. So sind 230 km/h möglich, auf der Verbrauchsrunde im Test reichten dem Bayern dennoch beeindruckend sparsame 4,6 Liter Diesel.
Schwachstellen: Die TÜV-Prüfer entdecken am F30 defekte Federn und Dämpfern, Fehlfunktionen der Handbremse sowie Ölverlust. Dazu verpatzt er häufiger die Abgasuntersuchung. Rost ist dagegen weiterhin gar kein Thema beim F30. Wohl aber das Thema Steuerkette, das sowohl den N47-Motor betrifft als auch seinen Nachfolger, den Baukastenmotor B47 (ab 2015). Kein Kauf ohne Kaltstart-Test, da darf kein Schnattern, Schleifen oder Schrammen aus dem Motorraum zu hören sein. Auf der sicheren Seite: Bereits von Fachfirmen ersetzte Steuerketten, die mit optimierten Kettenspannern sicherer laufen sollen. Regelmäßige Ölwechsel nach Vorgabe sind Pflicht bei diesen Motoren.
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