Gebrauchtwagen-Test Audi A3
Premium-Stempel verdient

Der Audi A3 ist recht teuer und nicht besonders geräumig, aber dennoch ein echter Gebrauchtwagen-Tipp. Auch Probleme mit dem Luftmassenmesser, die beim Vorgänger-Modell ein Dauerärgernis waren, sind anscheinend passé.
Mit dem ersten A3 hielt 1996 ein neuer Begriff Einzug in die Kompaktklasse: premium. Ein Anspruch, den der kleine Audi mit wackelnden Sitzen und abblätternden Softlack-Oberflächen zunächst nicht so recht einlösen konnte. Der im Frühjahr 2003 vorgestellte Nachfolger kennt solche Probleme nicht. Seine Verarbeitungsqualität setzt bis heute die Maßstäbe – und andere Premium-Hersteller unter Zugzwang. Dazu kann der A3 eine Kundenzufriedenheit vorweisen, die sogar japanische Hersteller neidisch werden lassen kann.

Probleme mit dem Luftmassenmesser scheinen passé
Eine der häufigsten Pannenursachen ist dagegen auf Wartungsfehler zurückzuführen. Wird beim TDI der Kraftstoff-Filter schlampig montiert, dringt Luft ins Dieselsystem – der Motor bleibt stehen. Das war es dann aber auch schon. Probleme etwa mit dem Luftmassenmesser, die beim Vorgänger-Modell ein Dauerärgernis waren, sind bei Audi anscheinend passé.
Auch das Fahrwerk ist außerordentlich standfest – keine Selbstverständlichkeit im VW-Konzern. Wenn der TÜV mal mault, betrifft es eher die anfälligen Antriebswellenmanschetten oder die Einstellung des Abblendlichts. Die überfordert anscheinend viele Werkstätten, ebenso die Kontrolle der Scheibenbremsen an der Hinterachse. Denn bei diesen setzen sich gern die Beläge in den Schächten fest. Folge: eine mangelnde oder ungleichmäßige Bremswirkung.
Ansonsten zeigt dieser Audi aber kaum typische Schwächen. Gelegentlich geht mal ein Klimaanlagen-Kompressor kaputt oder der Lüfter des Kondensators. Ärgerlich, aber auch bei anderen Marken ist das nicht ungewöhnlich, wenn die Anlage jahrelang im Automatik-Modus betrieben wird. Am verdienten Premium-Siegel des Audi A3 können solche Verschleißerscheinungen jedenfalls nicht rütteln.
Die Problemzonen des Audi A3

Bild: Sven Krieger
Bewertung von Gebrauchtwagen-Experte Hendrik Dieckmann
Mit dem A3 löst Audi sein Premium-Versprechen bei den Kompakten ein. Das Auto ist edel gemacht und äußerst haltbar – ein zuverlässiger Dauerläufer für Leute, denen Platz nicht alles bedeutet. URTEIL: ****
Modell-Empfehlung
1.9 TDI • Hubraum 1896 cm³ • Leistung 77 kW/105 PS • Höchstgeschwindigkeit 197 km/h

Bild: Sven Krieger
Modellgeschichte Audi A3
September 1996 Einführung der Modellreihe A3 auf der Technik-Plattform des erst ein Jahr später erschienenen VW . ABS und Doppelairbag sind serienmäßig, ein halbes Jahr später auch Sidebags.
Mai 2003 Neuauflage des A3, technische Grundlage ist der im Herbst debütierende Golf V. Wichtigste Änderung ist die Umstellung der Hinterachse von Verbundlenker- auf eine Mehrlenkerbauart. Motorisierungen: 1.6, 75 kW/102 PS; 2.0 FSI, 110 kW/150 PS; 2.0 TDI, 103 kW/140 PS.
Juni 2003 Erweiterung der Motorenauswahl um den 1.9 TDI, 77 kW/105 PS, sowie den 1.6 FSI, 85 kW/115 PS.
September 2003 Vorstellung des 3.2 V6 (184 kW/250 PS), ausschließlich als quattro lieferbar.
Juni 2004 Einführung des A3 Sportback mit fünftüriger Schrägheckkarosserie. Motorisierungen und Sicherheitsausstattung wie beim Dreitürer. Neue Motorisierung: 2.0 TFSI, 147 kW/200 PS.
Juni 2005 Single-Frame-Kühlergrill im Stil des A6 für den Dreitürer.
Oktober 2005 Dieselpartikelfilter gegen Aufpreis für alle TDI lieferbar.
März 2006 Einführung des 2.0 TDI mit 125 kW/170 PS, Dieselpartikelfilter serienmäßig. Als quattro oder mit Frontantrieb lieferbar, jeweils mit Sechsgang-Handschaltung oder S-tronic.
April 2006 Dieselpartikelfilter für alle TDI serienmäßig.

Januar 2007 Einführung des 1.8 TFSI. 1,8-Liter-Turboben-ziner, 118 kW/160 PS. Ausschließlich mit Frontantrieb lieferbar.
Juli 2007 Vorstellung des 1.4 TFSI. 1,4-Liter-Turbobenziner, 92 kW/125 PS. Ausschließlich mit Frontantrieb lieferbar.
Mai 2008 Große Modellüberarbeitung. Leicht geänderte Leuchten, Tagfahrlicht als LED-Streifen, Umstellung der TDI auf Common-Rail-Technik.
Service-Links