Die Formel 1 ist zurück auf der Strecke – zumindest teilweise. In Barcelona haben am Montag die Wintertests begonnen. Und obwohl die Testfahrten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, zeichnen sich erste Trends ab. Einer davon: Mercedes hat geliefert.
Das Testformat ist dabei selbst ein Politikum. Offiziell wird die Geheimniskrämerei damit begründet, dass die Teams an den ersten fünf Tagen in Spanien in Ruhe die Kinderkrankheiten an den nagelneuen Autos mit komplett neu entwickelten Hybridmotoren und fast 500 Elektro-PS ausmerzen dürfen, ohne dass Fans und Medien gleich stotternde Boliden zu sehen bekommen.

Fotografen verjagt, Timing abgestellt

Doch hinter den ab Mittag vertriebenen Fotografen rund um den Circuit de Catalunya und dem plötzlich abgestellten Live-Timing steckt wohl auch ein Deal mit dem Königreich Bahrain, dem die ersten offiziellen Test der neuen F1-Ära versprochen wurden: Erst dort soll es wieder Livebilder und ausführliche Informationen geben. Solange dürfen selbst die Teams nur eine begrenzte und ausgewählte Anzahl an Bildern und Videos posten. Barcelona bleibt der geheime Shakedown.
Sportlich gesehen deutet der Auftakt auf eine Wiederholung der Wintertests 2024 hin, als Mercedes mit neuen Hybridmotoren von Anfang an Runden wie ein Uhrwerk abspulte. So auch heute. Keine Mannschaft legte vor allem am Vormittag so souverän los wie die Silberpfeile. 151 Umläufe und über 700 Kilometer standen am Ende zu Buche, wie das Stuttgarter Werksteam in einer Pressemitteilung verriet. Auch die Zeiten stimmten. Ein Einstand nach Maß.
Mercedes weiß von Anfang an zu überzeugen.
Bild: Steve Etherington / Mercedes
„Wir haben einen guten ersten Tag hingelegt“, verriet Andrea Kimi Antonelli. „Die Technik ist neu, es gibt viel zu lernen – aber das Paket fühlt sich solide an.“ George Russell zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Das Auto sieht spektakulär aus – und es macht Spaß zu fahren. Die neuen Regeln haben viel verändert, aber sobald man sich darauf einlässt, ist das Fahrgefühl sehr intuitiv.“

Red Bull-Ford mit Bestzeit

Gut aus den Startlöchern gekommen ist auch Red Bull mit Neuzugang Isack Hadjar. Das neue, erstmals in Eigenregie entwickelte Red Bull-Ford-Aggregat lief offenbar rund. Doch in Sachen Fahrbarkeit sei noch Luft nach oben, wie aus dem Teamumfeld zu hören war. Inoffiziell belegte der Franzose dennoch Platz eins. Insgesamt 107 Runden soll er absolviert haben.
Hadjars Fazit: „Ganz ehrlich, wir haben viel mehr Runden drehen können als erwartet. Die ganze Arbeit ist recht reibungslos verlaufen. Ich finde das ziemlich eindrucksvoll für einen ersten Tag mit dem eigenen Motor.“Gebrauchtwagen Marktplatz
Grundsätzlich würden die Autos „berechenbarer reagieren als ein Rennwagen von 2025“, erklärt der Pariser. „Ich kann leichter damit spielen. Natürlich sind die ganzen Bedienungs-Elemente ungleich komplexer als zuvor, ich habe aber schon heute versucht, mit den ganzen verschiedenen Einstellungen der Antriebseinheit zu experimentieren – das ist sehr interessant.“
Ferrari verzichtete strategisch auf den Montag ebenso wie Weltmeister McLaren, die sich ihre drei Testtage für später aufsparen. Aston Martin kämpft offenbar mit ernsteren Problemen und kündigte den Einstieg für Donnerstag an. Damit verpasst die Mannschaft von Adrian Newey mindestens einen Testtag in Spanien.
Erwartungsgemäß langsam angehen ließen es die beiden Neulinge Audi und Cadillac, wobei die Ingolstädter eine von drei roten Flaggen auslösten. Der Grund: unbekannt. Am Steuer drehten der Brasilianer Gabriel Bortoleto für Audi und der Finne Valtteri Bottas für Cadillac. Später bestätigte Audi ein technisches Problem mit dem R26, das einen weiteren Einsatz am Nachmittag verhinderte. Bortoleto glaubt dennoch: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“
Erstes Fazit von Sky-Experte Ralf Schumacher: „Mercedes sieht sehr stark aus. Ich glaube, wir erleben einen Zweikampf zwischen dem Werksteam und Max Verstappen.“
Inoffizielle Zeitentabelle Formel-1-Tests in Barcelona 2026 Tag 1
  1. Hadjar (Red Bull) – 1.18.452
  2. Russell (Mercedes) – 1.18.696
  3. Colapinto (Alpine) – 1.20.189
  4. Antonelli (Mercedes) – 1.20.700
  5. Lawson (Racing Bulls) – 1.21.513
  6. Ocon (Haas) – 1.22.920
  7. Bottas (Cadillac) – 1.24.651
  8. Bortoleto (Audi) – 1.25.296