Genesis-Modelloffensive: Kommentar
Ist Genesis die Rettung für uns Petrolheads?

Während viele Autohersteller eher langsam ihre Fehler eingestehen, zeigt Genesis, wie die Zukunft für Petrolheads aussehen könnte. Kommentar von Jan Götze!
Bild: AUTO BILD Collage
Hand aufs Herz: Welches neue Auto hat Sie zuletzt so richtig begeistert? Ich spreche hier nicht von noch größeren Bildschirmen, noch "besseren" Assistenzsystemen oder irgendwelchen absurden PS-Zahlen moderner Elektroautos. Worauf ich hinaus will, sind Autos für echte Petrolheads – Autos, die direkt ins Herz gehen!
Wenn ich ganz ehrlich bin, fällt mir da nicht viel ein. Eine Ausnahme ist der neue Renault Twingo, der mich mit seinem gelungenen Retrodesign und dem geplanten Basispreis von unter 20.000 Euro auf seine ganz eigene Art anspricht. Aber der kleine Franzose ist kein emotionales Auto im herkömmlichen Sinne. Ich rede hier von Autos, die auf den ersten Blick zum Träumen anregen, Autos, die gleichermaßen durch ihre Form wie ihre Technik begeistern. Und genau da kommt Genesis ins Spiel!
Modellfeuerwerk von Genesis
Vor gut einer Woche hat die Edelmarke von Hyundai in Frankreich den Launch ihrer Performance-Submarke Magma gefeiert. Ein Anlass, zu dem die erst 2015 gegründete Marke auf der Rennstrecke Circuit Paul Ricard richtig aufgefahren hat. Meine Kollegin Nele Klein war vor Ort und hat sich den GV60 Magma schon mal angeschaut. Ich habe mir die komplette Show im Nachgang auf YouTube angesehen und war geflasht. Angesichts des gezeigten Modellfeuerwerks verkam die Präsentation des ersten Magma-Serienmodells schon fast zur Nebensache. Tatsächlich wurden so viele Autos gezeigt, dass ich gar nicht wusste, wo ich zuerst hingucken soll.

Der Plan sieht vor, dass Genesis zukünftig auch in den GT-Rennsport einsteigt. Womöglich mit einer GT3-Version des GT Concept?
Bild: Genesis Motor Europe
Das offensichtliche Highlight war das Magma GT Concept: ein wunderschöner Mittelmotor-Sportwagen, der ein wenig an den Ferrari 296 GTB erinnert, aber noch mal viel exotischer aussieht. Gerüchten zufolge könnte eine Serienversion mit einem über 600 PS starken 3,2-Liter-V8-Twinturbo an den Start gehen. Der Sound klang jedenfalls vielversprechend.
Der G90 Wingback Concept ist mein Favorit
Mein heimlicher Star aber ist die Studie Genesis G90 Wingback Concept: ein Powerkombi, der es dank breiter Radhäuser, 22-Zoll-Felgen und einer klaren Formensprache optisch locker mit der deutschen Konkurrenz aufnehmen kann. Ich prophezeie: Sollte dieser G90 Wingback mit einem standesgemäßen V8 kommen (wenn es nach mir ginge, gerne ohne Hybridisierung), dann wird er sicherlich den einen oder anderen RS-6- oder M5-Fahrer bekehren. Und das Allerbeste: Genesis sieht beim G90 Wingback durchaus gute Chancen auf eine Serienfertigung.

Bitte, bitte genauso bauen: Der Genesis G90 Wingback könnte Audi RS 6 und BMW M5 das Fürchten lehren!
Bild: Genesis Motor Europe
Als kleines Best-of hatte Genesis außerdem die bereits in der Vergangenheit gezeigten Studien X Gran Berlinetta Concept und X Gran Coupé Concept im Gepäck. Und während ich begeistert am Smartphone saß, traf es mich plötzlich. All diese Autos lösten in mir genau das aus, was mir bei den allermeisten neuen Modellen von Audi, Mercedes, Porsche und Co als Petrolhead zuletzt gefehlt hat: Begehren!
Also, liebe Genesis-Verantwortlichen, das ist eure Chance. Lasst eurem Designchef Luc Donckerwolke weiterhin freie Hand und baut Traumautos wie das X Gran Coupé und den G90 Wingback genau so. Wir Petrolheads werden es euch danken!
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