Für viele Messebesucher sind sie die eigentlichen Stars auf dem 80. Genfer Autosalon 2010: Die extravaganten Kleinserien der eher unbekannten Autobauer und die futuristischen Showcars der großen Hersteller. Die Volumenmodelle, die in Genf Premiere feiern, kennt der eingefleischte Autofan schon lange vor der Messe aus der Medienberichterstattung. Doch wo immer eine riesige Flügeltür in den Himmel ragt oder die Typbezeichnung eines Konzeptautos an einen Geheimcode des CIA erinnert, bilden sich in den sieben Palexpo-Hallen riesige Menschentrauben. Bestes Beispiel für einen solchen Trubel um einen schicken Exoten ist der Stand von Pininfarina. Da steht das Konzept 2uettottanta, mit dem Pininfarina seinen 80. und den 100. Geburtstag von Alfa Romeo zelebriert. Mit elektrisierendem Design soll die Studie die nächste Generation des Alfa Spider ankündigen.

Genfer Autosalon, Teil 1: Die Helden des Alltags

Neben den üblichen Verdächtigen von A-Klasse bis S-Klasse hat auch Mercedes einen zukunftsträchtigen Superstar im Messegepäck. Mit der silbern glänzenden Studie F 800 Style wollen die Schwaben zeigen, in welche Richtung es mit der C-Klasse geht. Viele technische Schmankerl des Forschungsträgers, dem sowohl eine Plug-in-Hybrideinheit als auch eine Brennstoffzelle eingebaut werden kann, sollen schon bald in vielen Serienmodellen von Mercedes ihren Platz finden. Einen besonders leichten Einstieg für Fondpassagiere ermöglichen die beiden hinteren Türen, die an innen liegenden Schwenkarmen aufgehängt sind. Auf die B-Säulen kann der F 800 Style somit verzichten.

Genfer Autosalon, Teil 2: Die neuen Sportler

Peugeot SR 1 Concept Car
Schickes Ding: Die Peugeot-Studie SR1 trägt das neue Markengesicht der Franzosen zur Schau.
Bild: Jochen Knecht
Wenn es um futuristisches Design und verrückte Ideen geht, sind die Asiaten immer ganz vorn  dabei. Bei Hyundai übernimmt den Part des Sonderlings auf dem Genfer Autosalon der HED-7 i-flow. Die Korea-Studie kündigt den kommenden Hyundai Sonata an. Der i-flow wird von einem neuen Diesel-Hybrid mit 1,7 Litern Hubraum befeuert. Der Spritdurst soll sich auf rund drei Liter auf 100 Kilometer beschränken, die CO2-Emission liegt laut Hyundai bei 85 Gramm pro Kilometer. Die Serienversion wird für Anfang 2011 erwartet. Frankophile Messebesucher sollten den Peugeot-Stand aufsuchen: Da buhlen gleich zwei Studien um Aufmerksamkeit: Der herrlich fließend gezeichnete "5 by Peugeot" ist der Vorreiter des kommenden Peugeot 407, wird wohl bald als 508 losrollen und zielt auf den VW ab. Und der SR1 definiert das neue Gesicht der Löwenmarke.

Teil 3: Öko-Autos

Richtig exotisch wird es am Stand von Bufori: Der malayische Hersteller geht in der Schweiz mit einer historisch anmutenden Limousine auf Kundenfang. Die hört auf den Namen "Geneva" – wie passend. Unter der ewig langen Haube arbeitet ein 6,1-Liter-V8 mit 436 PS, im Innenraum warten so ziemlich alle Extras, die derzeit zu haben sind. Über den endgültigen Preis schweigt sich Bufori aus. Rund 300.000 Euro soll der Geneva kosten. Bei den potenziellen Kunden dieses Luxus-Dampfers kommt es aber mit Sicherheit auch nicht auf den einen oder anderen Cent an. In eine ähnliche Kerbe schlägt das Team von Touring Superleggera mit dem Shooting Brake "Continental Flying Star", der in Kooperation mit Bentley entstand. Nur 20 Exemplare sollen in der Manufaktur von Carrozzeria Touring Superleggera gebaut werden. Die Kunden haben neben zahlreichen Farben und Ledersorten die Wahl zwischen dem 560-PS-Motor des "normalen" Bentley Continental und der 610-PS-Variante des Speed.
Morgan Supersports Junior
Ein Herz für Kinder: Morgan hat das Tret-Cabrio Supersports Junior dabei. Preis 2510 britische Pfund. Plus Steuer!
Bild: Boris Pieritz
Erfreulich ist, dass in Genf auch die Kleinen nicht zu kurz kommen. Morgan hat den "Supersports Junior" mitgebracht. Der Tret-Sportwagen im astreinen Alu-Look mit offizieller Straßenzulassung ist auf 500 Exemplare limitiert und kostet schlappe 2510 Britische Pfund. Plus Steuer, plus Versand. Da muss Papi dann wohl oder übel auf die Alcantara-Beplankung im Innenraum seines neuen Supersportlers verzichten.

Diese und viele weitere skurrile Studien und bunte Exoten finden Sie oben in der Bildergalerie!