Ruckelige oder verzögerte Gangwechsel – das kommt bei den Automatik-Getrieben der besten Familien vor. Am Anfang ist es oft nur ein vages Gefühl: Die Schaltpunkte des Getriebes stimmen nicht mehr, der leichte Ruck, der dem Fahrer den Wechsel in den nächsten Gang signalisiert, kommt zu spät. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei kalten Temperaturen. Ein möglicher Grund: Das Öl im Automatikgetriebe altert mit der Zeit, die Viskosität, also die Zähigkeit des Öls, verändert sich. Das kann zu Schaumbildung und Öl-Schlamm im Automatikgetriebe führen – und so für verzögerte Schaltpunkte sorgen. Die Lösung: Das alte Automatikgetriebeöl muss raus. Vor dem Wechsel aber den Füllstand des Getriebeöls kontrollieren. Denn es kommt oft vor, dass die Ursache für die Schaltfaulheit an einem zu niedrigen Pegelstand liegt.
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Automatikgetriebe
Schaltet das Automatikgetriebe nicht mehr so wie gewohnt, kann es an verdrecktem Getriebeöl liegen.
Gemessen wird bei laufendem Motor und einer vom Hersteller festgelegten Temperatur. Prüft die Werkstatt bei stehendem Triebwerk oder falscher Temperatur, scheint alles okay zu sein, obwohl in Wirklichkeit zu wenig Flüssigkeit im Automaten steckt. Stimmt der Pegel, wird ein Reinigungsadditiv in den Ölkreislauf gegeben. Jetzt ist es wichtig, eine Runde mit dem Auto zu drehen. Dabei sollten alle Gangstufen durchgeschaltet werden, nur so erreicht der Reiniger das komplette Getriebe.

Warum die sanfte Getriebespülung sinnvoll ist

Der nächste Schritt ist eine gründliche Spülung. Dafür wird ein Reinigungsgerät zwischen Getriebe und Ölkühler geklemmt. Dann wird das gesamte Getriebe gespült und dadurch das alte Öl komplett entfernt. Damit keine Rückstände zurückbleiben, erfolgt die Spülung unter hohem und konstanten Druck. Das kann allerdings empfindliche Teile ruinieren, die dann deutlich später ernsthafte Schäden verursachen können. Deshalb sollte man sich hier mit seiner Werkstatt absprechen und darauf achten, dass eine sanftere Version dieser Spülung durchgeführt wird. Auch bei dieser milderen Variante wird dann nahezu das gesamte alte Öl entfernt, sensible Komponenten erleiden keine Schäden und der Rest des alten Öls vermischt sich so gut mit dem neuen Öl, dass sich die Qualität dadurch nicht verschlechtert. Je nach Modell werden dann vier bis 12 Liter frisches Öl eingefüllt.

Ölwechsel nicht unterschätzen

Öl wechseln und Geld sparen
Der Ölwechsel sollte spätestens nach 100.000 Kilometern durchgeführt werden.
Gewechselt werden sollte das Getriebeöl alle 80.000-100.000 Kilometer. Auch wenn einige Automobilhersteller keine Wechselintervalle angeben, sollte man sich an diesem Richtwert orientieren. Schließlich übernimmt das Öl bei Automatikgetrieben eine wichtige Rolle: Es sorgt für optimale Schmierung, eine möglichst geringe Reibung mechanischer Komponenten, Abtragung von Abriebpartikeln sowie Verschleiß- und Korrosionsschutz. Zudem ist es auch verantwortlich für die Übertragung von Bewegung und Kräften im Hydrauliksystem. Wird die Wartung und der Austausch des Getriebeöls vernachlässigt, tritt eine größere Reibung auf, Teile können kaputt gehen, die Schmierung ist nicht mehr gewährleistet und einzelne Komponenten können sich stark erwärmen und dadurch beschädigen.
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Kosten und Dauer Getriebeölwechsel/Getriebespülung

Die Kosten für einen Ölwechsel betragen durchschnittlich 130-180 Euro. Darin enthalten sind die benötigte Menge des entsprechenden Öls sowie die Arbeitszeit der Werkstatt. Mit einer Spülung beträgt die Rechnung zwischen 250 und 600 Euro. Das Fahrzeug muss dafür maximal einen halben Tag in die Werkstatt. Zum Vergleich: Ist das Automatikgetriebe kaputt, sind schnell mehrere Tausend Euro fällig und der Pkw einige Tage zur Reparatur bei den Profis.