(rtr/dpa/cj) Enorme Kosten für den Rückruf von 29 Millionen Autos und die Entschädigung von Unfallopfern haben den Gewinn von General Motors (GM) im zweiten Quartal 2014 dramatisch einbrechen lassen. Während der US-Rivale Ford sein Ergebnis halten konnte und in Europa wieder profitabel ist, sackte der Überschuss der Opel-Mutter von April bis Juni um rund 84 Prozent auf umgerechnet 140 Millionen Euro ab. Das gab der Konzern aus Detroit jetzt bekannt. Vor einem Jahr hatte GM in dem Dreimonatszeitraum noch 1,2 Milliarden Dollar verdient.Knapp 900 Millionen Euro musste der US-Platzhirsch bereits an Kosten für die insgesamt rund 60 Rückrufaktionen verbuchen. Erst am Mittwoch hatte GM weitere Wagen in die Werkstätten gebeten wegen falsch befestigter Sitze, unzuverlässiger Blinker und ausfallende Servolenkungen. Nun will das Unternehmen noch mindestens 300 Millionen Euro zusätzlich in einen Entschädigungsfonds für Opfer einzahlen. Knapp 150 Millionen Euro könnten später hinzukommen, so ein Sprecher.
Halbjahresbilanz: VW fährt GM davon
Das Geld ist für Hinterbliebene vorgesehen, deren Angehörige bei Unfällen zu Tode kamen, die mit den defekten Zündschlössern in Verbindung gebracht werden. GM-Ingenieure hatten etwa ein Jahrzehnt lang Anzeichen für Mängel bei 2,6 Millionen Kompaktwagen ignoriert. Die Zündschlüssel konnten bei voller Fahrt in die Aus-Position zurückspringen. GM selbst geht von 13 Toten bei Unfällen aus. Die Opferzahl könnte aber noch deutlich höher liegen. Der Skandal hatte die neue GM-Chefin Mary Barra dazu veranlasst, Fahrzeuge des Konzerns systematisch auf Fehler hin zu untersuchen.

Opel macht Hoffnung in Europa

Der weltweite Konzernumsatz bei General Motors stieg leicht auf 39,6 Milliarden Dollar. Dazu trugen auch die von Rückrufen fast gänzlich verschonte Tochter Opel und ihre britische Schwestermarke Vauxhall bei. Der Umsatz von GM in Europa stieg von 5,6 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 6,0 Milliarden Dollar. Der Absatz legte um drei Prozent auf 293.000 Fahrzeug zu. Und: Erstmals seit 15 Jahren stieg der Marktanteil wieder leicht, und zwar auf 5,6 Prozent. Allerdings schrieb GM im zweiten Quartal 2014 in Europa noch ein operatives Minus von 305 Millionen Dollar. Davon seien aber zwei Drittel auf Sonderkosten vor allem für die Abwicklung des Bochumer Opel-Werks zurückzuführen, erklärte der Konzern.