Handyhalterungen fürs Motorrad im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
SP Connect Moto Bundle
1,4 (sehr gut)
2.
Interphone Master Pro
3,1 (befriedigend)
3.
Enoneo EO-M18
3,4 (befriedigend)
3.
Fyblossom Handyhalterung Motorrad
3,4 (befriedigend)
3.
Ullermoto Supersportler Motorrad Handyhalterung
3,4 (befriedigend)
6.
KTUEOV FK2
3,5 (ausreichend)
7.
Faneam Universal Motorrad Handyhalterung
3,9 (ausreichend)
8.
Juyano Handyhalterung Motorrad
4,0 (ausreichend)
9.
Wehilion Handyhalterung Motorrad
4,5 (mangelhaft)
10.
Improgreen Handyhalterung Motorrad
4,5 (mangelhaft)
Wer bei Touren mit dem Motorrad die schönsten Strecken finden möchte, der benötigt ein geeignetes Navigationsgerät. Neben den im Handel erhältlichen, meist recht kostspieligen Motorradnavis bietet es sich an, das eigene Smartphone als Navigierhilfe zu verwenden. Um das Gerät sicher am Fahrzeug unterbringen zu können und es stets im Blick zu haben, gibt es am Markt spezielle Handyhalter. AUTO BILD hat zehn verschiedene Modelle bis 100 Euro getestet, mit großteils ernüchternden Ergebnissen.

Testsieger & Preis-Leistungs-Sieger: SP Connect Moto Bundle

SP Connect Moto Bundle
Moto Bundle
SP Connect
Moto Bundle

1,4 (sehr gut)

  • Tolle Verarbeitung
  • Sehr guter Halt
  • Anit-Vibrations-Modul
Preis 89,99 €
Als einziger Testteilnehmer erreicht das Moto Bundle von SP Connect fast eine dreistellige Kaufsumme. Mit aufpreispflichtigem Vibrationshemmer liegt der Kaufpreis bei satten 99,99 Euro. Dafür erhält der Kunde bestens verarbeitete Frästeile aus Aluminium, keinerlei störende Grate an den Haltern und einen praktischen, hochwertigen Kurbelverschluss für die universelle Größenverstellung der Handyaufnahme. Der erstmalige Zusammenbau ist mit Hilfe der ausschließlich aus Piktogrammen bestehenden Installationsanleitung etwas komplizierter, jedoch passt der SP Connect-Halter für alle gängigen Handys und ist vielfältig einstell- und montierbar. Bei gründlicher Montage verdeckt das Handy das Cockpit nicht und befindet sich in optimaler Entfernung zum Fahrer.
Produkttest_Handyhalter_Motorrad
Die Handyhalterung von SP Connect überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung und einfacher Montage.
Neben der von uns verwendeten Universalhalterung bietet SP Connect auch spezielle Hülen für spezifische Smartphones an. Neben dem Universalhalter haben wir auch das Case für ein iPhone 12 ausprobiert. Damit erhält der Halter ein nochmals cleaneres Aussehen und wirkt vollends professionell. Ein Regenschutz ist bei beiden Typen nicht vorgesehen. Ein gegen Aufpreis erhältliches Weather Cover schützt das Telefon jedoch zuverlässig vor Regen. Auf holprigen Straßen erweist sich der stabile Halter im Zusammenspiel mit dem Anti-Vibration-Gummi als hoch wirksam. Der robuste Eindruck wird von geringen Erschütterungen und bester Ablesbarkeit unterstrichen.

So hat AUTO BILD getestet

Nachdem wir die einzelnen Handyhalter zusammengebaut und nacheinander an unser Testmotorrad montiert hatten, bestand ein wesentlicher Teil unseres Tests aus Fahreindrücken. Schließlich wollten wir wissen, wie sehr die Halter die Sicht zum Cockpit beeinträchtigen, wie stabil die Halter sind, wie stark Erschütterungen auftreten. Bei einem anschließenden Regentest simulierten wir zunächst mit einem schwachen Wasserstrahl Nieselregen, dann Starkregen. So ließ sich überprüfen, ab wann und an welcher Stelle ein eingelegtes Vliespad Feuchtigkeitsspuren zeigt.
Produkttest_Handyhalter_Motorrad
Neben dem Lieferumfang und der Montage wurden die Handyhalterungen vor allem praktisch auf unebener Straße auf Herz und Nieren geprüft.
Unser Testmotorrad, eine Moto Guzzi V7 II, erwies sich als durchaus geeignet, denn es verfügt über einen Rohrlenker mit dem weit verbreiteten Durchmesser von 7/8 Zoll (22 Millimeter). Außerdem federt die Kardanmaschine längst nicht so knautschig wie eine Reiseenduro, wodurch sich das Vibrationsverhalten auf schlechter Wegstrecke leichter überprüfen lässt. Zu Testzwecken wurden die Modelle mit Lenkerhalterung auch an einem 25,4 Millimeter dicken Lenker montiert.

Die Testergebnisse im Überblick

Mit 20 x 11 cm kommt das Interphone Master Pro in einem gebräuchlichen Maß, das auch größere 6,5“ Smartphones aufnimmt. Eine hochwertige Carbonoptik samt Sonnenschute sowie drei Zusatzfächern für Kleinzeug setzt den Halter allerdings bereits optisch von seinen Mitbewerbern ab. Das Kunststoffgehäuse selbst ist nicht sehr formstabil, allerdings ist die Rückwand verstärkt, vernäht und vibrationsgedämmt. Der Arm für die Lenkerbefestigung passt nicht so recht zum Anspruch: Er ist aus billigem Kunststoff und mit einem ebenfalls aus Plastik bestehendem 360°-Kugelgelenk versehen. Während der Fahrt kommen nur wirklich harte Schläge bis zum Telefon durch. Es besteht keine ernsthafte Gefahr für die Kamera. Überdurchschnittlich auch der Regenschutz.
Das kompakte, robuste Hardcase von Enoneo fällt sehr flach aus. Verriegelt wird der harte Deckel von drei strammen Klappverschlüssen. Der Lenkerhalter besteht aus stabilem Aluminium und macht einen wertigen Eindruck. Pfiffig ist die federbelastete Andrückplatte für das Handy im Inneren des Hartschalengehäuses. Zuverlässiger als mit jedem Kletthalter wird das Telefon fest an die Scheibe gepresst und kann daher super easy und ohne Verzögerung bedient werden.
Ein etwas anderes Konzept verfolgt die Tanktasche von Fyblossom. Denn anders als die anderen Testkandidaten kommt die Tasche gänzlich ohne einen Halter aus. Einzige Verbindung zum Motorrad übernehmen starke Magneten in der gepolsterten Unterseite. Mit diesen hält die Tasche sicher auf dem Stahltank vieler Motorräder. Doch an dieser Stelle treten die Grenzen dieser Befestigung zu Tage. Die Fyblossom-Tasche hält weder auf Kunststoff- oder Alutanks, noch auf stark ausgeformten Enduro-Spritbehältern oder Chopper-Tanks. Auf längeren Strecken können die nicht unerheblichen Vibrationen zum Beispiel auch die Optik der Kamera beschädigen – trotz der gepolsterten Rückwand.
Produkttest_Handyhalter_Motorrad
Die Tasche von Ullermoto wird nur mit zwei Klettbändern am Lenker fixiert. Richtig fest sitzt die Handyhalterung allerdings nicht.
Ganz anders das Konzept des Ullermoto aus, dessen einfacher Aufbau aus einer weichen neoprenartigen Tasche besteht, die mittels Klettverschlüsse am Fahrzeug befestigt wird. Eine Montage ist daher nicht erforderlich. Allerdings ist eine stabile Befestigung der Handytasche am Lenker kaum möglich. Selbst Überkreuzbefestigung der Klettbänder sorgt nicht für wirklich stabilen Halt. Stets rutscht das Ullermoto selbsttätig nach unten, hält nicht in einer gewünschten Position. Daher ist je nach Lenker und Motorrad die Ablesbarkeit des in der Tasche befindlichen Smartphones schwierig. Etwas stabiler hängt die Tasche an Endurolenkern mit Mittelstrebe, wie eine testweise Montage beweist.
Beim KTUEOV FK2 handelt es sich um ein Hartschalencase, das sich vor allem für die hochformatige Montage eignet, aber auch quer am Motorrad angebracht werden kann. Eigentlich macht der Befestigungsarm aus Aluminium mit seinem variablen Kugelkopf einen stabilen Eindruck, doch lässt er sich mit dem beigefügten Material nicht verdrehfest an einem 22 Millimeter-Lenker anbringen. Erst improvisiertes Unterlegen von Gummistreifen sorgt für sicheren Halt am Motorradlenker. Die Erschütterungen durch Fahrbahnbelag oder Motorvibrationen während der Fahrt sind allerdings beträchtlich. Sie schränken die Ablesbarkeit ein und können dem Handy auf Dauer zusetzen. Zudem verstellt sich das Kugelgelenk während der Fahrt eigenständig und muss regelmäßig nachjustiert werden.
Produkttest_Handyhalter_Motorrad
Die meisten Handyhalterungen, wie hier das Modell von KTUEOV, verfügen über Klettbänder, die das Smartphone an die Scheibe drücken.
Bei der Handyhalterung von Faneam kann auf einen mühsamen Zusammenbau verzichtet werden – sämtliche Komponenten wurden bereits vormontiert. Das Hartschalencase wird über einen Kunststoff-Klickverschluss mit dem biegsamen Arm für die Spiegelhalterbefestigung verbunden. Der Arm selbst wird gemeinsam mit dem Motorradspiegel am Lenker verschraubt. Wenig Vertrauen vermittelt der labberige Gehäusedeckel. Der gesamte Halter trägt mit maximal 6,5 Zentimetern sehr dick auf und steht sperrig und klobig im Raum zwischen Cockpit und Fahrer.
Auch die Halterung von Juyano trägt gewaltig auf. Maximal 8 cm ragt die Tasche auf und steht damit im ungünstigsten Fall dem Motorradcockpit im Weg. Zumal der Handyhalter an der Spiegelschraube befestigt wird und sich damit steiler und näher am Fahrer befindet als bei einer Lenkerbefestigung. Der Aluminiumarm selbst ist stabil, fällt aber durch ein mäßiges Finish mit vielen Graten ab. Vibrationen halten sich in Grenzen, bei bestimmten Frequenzen federt der lange Arm der Befestigung jedoch bedenklich und kann einem empfindlichen Handy unter Umständen schaden.
Die Wehilion-Tasche lässt sich wegen der labberig ausgeführten Sonnenschute vor allem horizontal befestigen. Diese findet am Gewinde des Spiegels statt, wodurch sich die Wehilion-Tasche recht nah am Fahrer befindet und nur wenige Einstellmöglichkeiten zulässt. Der Halter ist aus etwas nachlässig beschichtetem, aber robust verstärktem Aluminium und wird über einen Kugelkopf mit der Rückwand der Tasche verbunden. Leider verzichtet die Schutzhülle sowohl auf eine ausreichend verstärkte Rückwand als auch auf jeglichen Vibrationsschutz. Beim Fahren auf schlechter Wegstrecke erweist sich das Gehäuse als extrem nachgiebig, die Rückwand ist butterweich. Daher tanzt das Case hilflos am robusten Arm herum.
Die zur Quermontage vorgesehene Tasche von Improgreen ist aus sehr nachgiebigem Material hergestellt, auch die Rückseite ist weich wie Wellpappe. Eine quer montierte Sonnenschute aus hauchdünnem Kunststoff verstärkt den Eindruck eines Sparmodells. Passend dazu besteht der Lenkerhalter aus einfachem Kunststoff, ist mit viel zu langen Schrauben bestückt und wirkt insgesamt eher rudimentär als vertrauenserweckend. Weil es beim Improgreen keine Kletthalter für das Smartphone gibt, liegt dieses lose im Gehäuse, wackelt bei jedem Schlagloch hin und her und lässt sich nicht durch die Scheibe bedienen.

Nützliches Wissen rund um Motorrad-Handyhalterungen

Welche ist die beste Handyhalterung fürs Motorrad?

Pfeil
Im großen AUTO BILD Motorrad-Handyhalterungs-Test wurde das SP Connect Moto Bundle Testsieger. Das Modell bietet bestens verarbeitete Frästeile aus Aluminium, lässt sich einfach zusammenbauen und installieren. Bei gründlicher Montage verdeckt das Handy das Cockpit nicht und befindet sich in optimaler Entfernung zum Fahrer. Neben der von uns verwendeten Universalhalterung bietet SP Connect auch spezielle Hülen für spezifische Smartphones an. Auf holprigen Straßen erweist sich der stabile Halter im Zusammenspiel mit dem Anti-Vibration-Gummi als hoch wirksam. Der robuste Eindruck wird von geringen Erschütterungen und bester Ablesbarkeit unterstrichen.

Wie viel kostet eine gute Handyhalterung fürs Motorrad?

Pfeil
Das SP Connect Moto Bundle wurde im AUTO BILD Motorrad-Handyhalterungs-Test nicht nur Testsieger, sondern gleichzeitig auch Preis-Leistungs-Sieger. Mit einem Preis von knapp 100 Euro liegt der Halter zwar im oberen Preissegment, kann im unserem Test die Konkurrenz allerdings auch weit hinter sich lassen.

Fazit zum Motorrad-Handyhalterungs-Test

Die recht einfach aufgebauten Handyhalterungen unterscheiden sich vor allem in der Materialwahl und der Befestigungsmöglichkeit am Motorrad. Als besonders robust und praktisch erweisen sich die Modelle von Interphone und Enoneo. Etwas aus dem Rahmen fallen die mit Klettband fixierte Ullermoto-Handyhülle und die magnetische Fyblossom-Tanktasche. Beide liegen solide im Mittelfeld, eignen sich aber nicht für jedes Motorrad und für jeden Einsatzzweck. Der klare Sieger ist das deutlich teurere Bundle von SP Connect.
 

Von

Dirk Mangartz