Alle zwei Jahre schreibt der Gesetzgeber eine Hauptuntersuchung (HU) für Autos vor. Nur bei Neuwagen steht der Prüftermin erstmals nach drei Jahren an, dann gilt aber auch für sie der Zwei-Jahres-Rhythmus. AUTO BILD zeigt alles Wissenswerte zur Hauptuntersuchung – und wie Sie mit der richtigen Vorbereitung Geld sparen können!

Wer führt die HU durch?

Umgangssprachlich ist meist vom "TÜV" die Rede, wenn es um die Hauptuntersuchung geht. Doch der "Technische Überwachungsverein" ist nur eine der Prüforganisationen, bei der Autobesitzer die Hauptuntersuchung durchführen lassen können.
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Auch die Institute KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger), DEKRA (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein) und GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) sind befugt, den Wagen zu prüfen und die Plakette zu erteilen. Übrigens wird bereits seit 2010 auch gleichzeitig die Abgasuntersuchung (AU) erledigt.

Mit welchen Kosten muss ich bei der HU rechnen?

Die Kosten für die Hauptuntersuchung lassen sich nicht pauschal nennen. Je nachdem in welchem Bundesland die HU durchgeführt wird und bei welcher Prüforganisation man ist, kann die Rechnung unterschiedlich ausfallen. Generell sollten Autobesitzer mit rund 110 Euro rechnen. (Mehr Infos zur Hauptuntersuchung und deren Kosten)

Wann muss das Auto zur HU?

Wann die nächste Prüfung des eigenen Wagens fällig ist, verrät die runde Prüfplakette am hinteren Nummernschild. Die Zahl auf der 12-Uhr-Position verrät den Monat, die Zahl in der Mitte der Plakette das Jahr.
Seit dem 1. Januar 2010 gibt es keine eigenständigen Termine mehr für die Haupt- und Abgasuntersuchung. Mit der Hauptuntersuchung ist gleichzeitig auch die Abgasuntersuchung fällig. Somit ist auch die zweite Prüfplakette für die Abgasuntersuchung auf dem vorderen Kennzeichen Geschichte.

Welche Unterlagen benötige ich für die HU?

• Fahrzeugschein/Zulassungsbescheinigung Teil I
• ggf. Nachweis für Änderungsabnahme
• ggf. Allgemeine Betriebserlaubnis für Sonderzubehör (zum Beispiel Sportlenkrad)

HU überziehen – darf man das?

Generell ist es nicht erlaubt, den Termin zur Hauptuntersuchung zu überziehen. Ein Bußgeld (15 Euro) ist allerdings erst ab Überschreiten des Termins um mehr als zwei Monate vorgesehen. Sind es zwischen vier und acht Monate, steigt das Bußgeld auf 25 Euro. Wurde der TÜV-Termin um mehr als acht Monate überzogen, werden 60 Euro fällig. Ab einem Verzug von mehr als acht Monaten gibt es außerdem einen Punkt in Flensburg.
Ein Bußgeld droht jedoch nur, wenn die abgelaufene TÜV-Plakette zum Beispiel bei einer Verkehrskontrolle auffällt. Der TÜV selbst erhebt kein Bußgeld!
Eine Ausnahme gilt für Fahrzeuge, die laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung in bestimmten Zeitabständen einer Sicherheitsprüfung zu unterziehen sind (gilt zum Beispiel für Taxis). Hier droht schon ab dem ersten Tag nach Ablauf der Frist für die nächste HU ein Bußgeld. (Mehr zum Thema "HU überziehen")

Vorsorge: Selbstcheck vor der Kfz-Hauptuntersuchung

Schon bevor man sich auf den Weg zur Prüfstelle macht, kann man seinen Wagen einem Vorabtest unterziehen, um einige Mängel auszuschließen. Natürlich können Laien nicht alle der über 150 Prüfpunkte selbst durchgehen, aber zumindest einige.
Funktioniert die Beleuchtung? Funktioniert die Scheibenwischanlage und sind die Wischer in einem guten Zustand? Und beträgt die Reifenprofiltiefe mindestens 1,6 Millimeter?

Checkliste: Das wird bei der HU kontrolliert

Abzweigung
Allgemeines
Abzweigung
Abzweigung
Auspuff/Geräuschentwicklung
Abzweigung
Abzweigung
Beleuchtung
Abzweigung
Abzweigung
Bremse
Abzweigung
Abzweigung
Elektrik
Abzweigung
Abzweigung
Fahrgestell/Antrieb
Abzweigung
Abzweigung
Lenkung
Abzweigung
Abzweigung
Räder und Reifen
Abzweigung
Abzweigung
Scheiben und Glas
Abzweigung
• Stimmt die Fahrzeug-Identifizierungsnummer mit den Papieren überein?
• Funktionieren Lenkradschloss und Tachometer?
• Kennzeichen richtig montiert, intakt und lesbar?
• Verbandkasten (aktuell?) und Warndreieck vorhanden?
• Auspuffanlage dicht und ordnungsgemäß angebracht?
• Rußt das Auto, oder kommt blauer Rauch aus dem Auspuff?
• Sind alle Lampengehäuse unbeschädigt und funktionieren alle Leuchteinheiten (Scheinwerfer, Rückleuchten, Standlicht, Tagfahrleuchten, Bremslichter, Rückfahrlicht, Blinker, Nebelscheinwerfer und -schlussleuchte(n), Kennzeichenbeleuchtung)?
• Sind Reflektorflächen in Scheinwerfern unbeschädigt und nicht oxidiert?
• Funktioniert die Leuchtweitenregulierung?
• Ist die Bremse freigängig?
• Sind Schläuche, Leitungen, Beläge, Scheiben/Trommeln intakt?
• Ist genug Bremsflüssigkeit vorhanden?
• Funktioniert die Handbremse einwandfrei?
• Zieht das Fahrzeug beim Bremsen in eine Richtung?
• Funktionieren alle Kontrolllampen? (Beim Start müssen alle Lämpchen im Kombiinstrument kurz angehen und nach dem Start und Lösen der Handbremse wieder erlöschen.)
• Sind Rahmen oder tragende Teile stark verrostet?
• Ölt der Motor oder das Getriebe?
• Sind alle Kraftstoffleitungen und -schläuche dicht?
• Ist die Lenkung leichtgängig und zielgenau?
• Vibriert oder rappelt die Lenkung während der Fahrt?
• Steht das Lenkrad bei Geradeausfahrt auch gerade?
• Gibt es Spiel in der Lenkung?
• Haben die Reifen noch mindestens 1,6 mm Profil?
• Sind die Reifen gleichmäßig abgelaufen?
• Zeigen die Reifen in die richtige Laufrichtung?
• Sind die Reifen unbeschädigt? (Beulen, Schnitte, Risse, Löcher, Nägel?)
• Sind die Felgen unbeschädigt? (Kleine Kratzer spielen keine Rolle, Risse oder Verformungen sind dagegen relevant.)
• Stimmt der Reifenluftdruck (auch Reserverad)?
• Ist die Frontscheibe unbeschädigt? (Kein Steinschlag im Sichtfeld oder Risse in der Scheibe?)
• Funktioniert die Scheibenwaschanlage, sind die Scheibenwischer intakt?
• Sind die Rückspiegel unbeschädigt und korrekt angebracht?
Eine Übersicht der zu prüfenden Punkte ist in unserer Tabelle aufgelistet. Dazu lassen sich kleinere Mängel wie zu geringe Flüssigkeitsfüllstände oder ein zu geringer Reifendruck auch leicht selbst beheben.
Technikcheck Flüssigkeiten
Vorbereitung zur Hauptuntersuchung: Einige Punkte lassen sich beim eigenen Auto vor dem TÜV selbst prüfen.
Viele Werkstätten bieten die Hauptuntersuchung im eigenen Hause an. Dann spart man sich den Weg zu TÜV, DEKRA, KÜS oder GTÜ. Wer direkt zum prüfenden Institut fährt, der sollte sich im Vorweg telefonisch oder auf der jeweiligen Website einen Termin besorgen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

Mängel: ein Monat Zeit für die Nachbesserung

Sollten erhebliche Mängel festgestellt werden, wird man ohne neue Plakette weggeschickt und hat dann einen Monat Zeit, diese zu beheben und das reparierte Fahrzeug erneut bei der Nachuntersuchung vorzustellen.
Der Prüfer setzt auch bei der Feststellung eines solchen Mangels die komplette Untersuchung bis zum Ende fort. Das hat den Vorteil, dass bei der folgenden Nachprüfung nur die Behebung der festgestellten Mängel untersucht wird. Daher dauert die Nachprüfung meist nur wenige Minuten und kostet mit durchschnittlich 20 Euro auch deutlich weniger als die Hauptuntersuchung. Auch hier variieren die Preise je nach Bundesland und Prüforganisation.

Verlängerung der Frist nicht möglich

Wichtig: Alle Mängel müssen zur Nachprüfung behoben sein, auch solche, die für sich allein nicht zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung führen. Wird die Monatsfrist nicht eingehalten, ist eine erneute Hauptuntersuchung fällig, mit vollen Kosten von rund 110 Euro. Also ist es empfehlenswert, den Termin für die Nachuntersuchung rechtzeitig anzumelden – denn eine Verlängerung der einmonatigen Frist zur Nachuntersuchung ist nicht möglich.
Wo die Nachuntersuchung durchgeführt wird, kann man frei entscheiden. Es muss nicht die Prüfstelle sein, wo die Hauptuntersuchung durchgeführt wurde. Und was passiert, wenn das Fahrzeug die Prüfer auch in der Nachprüfung nicht überzeugt? In diesem Fall kann die Nachuntersuchung innerhalb von vier Wochen erneut wiederholt werden.

Von

Jan Kriebel
Adele Moser