Mit einer unsanften Landung musste gerechnet werden, und sie fiel tatsächlich drastisch aus. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum wurden in den ersten sechs Monaten 2010 fast 30 Prozent weniger Pkw neu zugelassen – rund 1,47 Millionen. Das Markt-Doping 2009 durch die Umweltprämie zeigt die befürchteten Nebenwirkungen. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sprach trotz der niedrigsten Verkaufszahlen seit der Wiedervereinigung von einer "Marktnormalisierung". Beunruhigend aber ist auch der Vergleich mit dem Jahr 2008 – denn auch hier fehlen mehr als zehn Prozent. Von den auf dem deutschen Markt vertretenen Herstellern konnten im ersten Halbjahr lediglich drei ihre Verkäufe steigern: Nissan/Infiniti (plus 29 Prozent), Land Rover (plus 24 Prozent), Jaguar (plus vier Prozent). Bei den Deutschen kann BMW das Minus von einem Prozent als großen Erfolg verbuchen.
Mercedes E-Klasse E 500
Bild: Lena Barthelmeß
Der Anteil der Dieselfahrzeuge nahm im ersten Halbjahr wieder deutlich zu: Vier von zehn Autokäufern entschieden sich für einen Selbstzünder. Und der Marktanteil der deutschen Modelle stieg wieder auf rund 65 Prozent, nachdem er 2009 auf unter 60 Prozent gefallen war. Im Juni 2010 sank die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich mit Juni 2009 um 32,3 Prozent auf 289.259 Autos. Davon wurden 43,5 Prozent von Privatpersonen zugelassen. Im Vergleich mit dem Mai 2010 ergab sich ein saisontypisches Plus von knapp 16 Prozent. So schwach sich der Inlandsmarkt zeigt, so gut läuft der Export deutscher Autobauer (plus 44 Prozent) – auch wenn der VDA erwartet, dass sich der Aufschwung der Ausfuhr im zweiten Halbjahr wieder abschwächt. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Autos deutscher Hersteller hat sich laut VDA in den vergangenen drei Jahren um rund elf Prozent reduziert – von 172,5 Gramm pro Kilometer im Juni 2007 auf nun 153,9 g/km. Bei dem Tempo ist noch viel (saubere) Luft nach oben.