Hochwasser

Hochwasser: Was Autofahrer wissen sollten

Das müssen Autofahrer bei Hochwasser beachten

Wann ist ein überflutetes Auto noch zu retten? Zahlt die Versicherung? Wie tief darf ein Auto durchs Wasser fahren? AUTO BILD gibt Antworten!
Schwere Unwetter und Dauerregen sorgen in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland für Überflutungen und Hochwasser. AUTO BILD fasst zusammen, was Autofahrer zum Thema Hochwasser wissen sollten!
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Auto voll mit Wasser – was tun?

Wer sein Auto mit Wasser vollgelaufen vorfindet, der informiert am besten umgehend seine Kfz-Versicherung. Wer einen Kasko-Tarif hat, bekommt den Schaden in der Regel erstattet (mehr dazu). Außerdem sollten zur Dokumentation, wenn möglich, Fotos gemacht werden.
Wichtig: Niemals einen Motor starten, der zuvor überschwemmt war! Wasser in den Zylindern oder in der Ölwanne könnte für nachhaltigen Schaden sorgen. Auch wenn der Motor anspringt, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Gelangt Wasser in den Ölkreislauf, drohen Kolbenfresser und Kurbelwellenschaden. In so einem Fall hilft nur der Abschleppdienst. 

Kann ein überschwemmtes Auto trockengelegt werden?

Wichtig: Ein Motor, der unter Wasser stand, darf nicht gestartet werden.

©AUTO BILD / Wolfgang Meier

Die gute Nachricht: Einem überschwemmten Auto droht nicht unweigerlich der Schrottplatz. So rät der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn, in jedem Fall den Rat einer Werkstatt einzuholen. Nur die kann wirklich klären, ob man es mit einem Totalschaden oder einer Sanierung zu tun hat. Wichtig: Schon das Einschalten der Zündung oder anderer Verbraucher kann einen Kurzschluss verursachen. Die Batterie muss daher möglichst rasch abgeklemmt werden. Am besten schickt man den gefluteten Wagen also per Schlepper in die Werkstatt. Zeitwert des Autos, der Schweregrad der Überflutung und die Menge des Schmutzes, den das Hochwasser ins Auto gespült hat, entscheiden darüber, ob eine Trockenlegung sinnvoll ist. Auch Wasserschäden im Innenraum können erfolgreich beseitigt werden.

Was gilt beim Fahren in Hochwassergebieten?

Ist man in Hochwassergebieten mit dem Auto unterwegs, gilt: Überschwemmte Straßen nur im Notfall und nicht zu schnell befahren. Reicht das Wasser knapp bis zur Radnabe, ist meist noch alles im grünen Bereich. Bei größerer Wassertiefe wird es schnell kritisch. Bei einem Wasserschlag kann Wasser über den Ansaugstutzen unter der vorderen Stoßstange in den Motor gelangen. Gerät der Motor ganz oder teilweise unter die Wasseroberfläche, drohen Risse im Motorblock oder Zylinderkopf. Zudem könnte Wasser angesaugt werden. Wasser im Motorraum kann den Motor schnell zum Schweigen bringen. Dann gilt auch hier: Finger weg von der Zündung und den Abschleppdienst rufen. 

Hochwasser: Zahlt die Versicherung?

Die Teilkaskoversicherung deckt Schäden durch Hochwasser ab. Allerdings sollten Autofahrer aufmerksam sein, denn dem Fahrer kann grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Etwa, wenn er das Auto auf einem Hochwasser-gefährdeten Parkplatz abgestellt hat. Daher sollte man beim Abschluss der Versicherung darauf achten, dass diese auch für Schäden durch grobe Fahrlässigkeit aufkommt. Zudem übernimmt die Versicherung nur den Schaden, wenn das Wasser zum Auto gekommen ist – und nicht umgekehrt. Ein Hinweis: Versicherte, die einen Schaden durch Hochwasser haben, müssen nur die vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen und werden nicht zurückgestuft. Allerdings müssen die Betroffenen die Bergungs- und Abschleppkosten selbst zahlen, wenn sie keinen separaten Schutzbrief abgeschlossen haben. Anders ist es übrigens, wenn der Motor durch Restwasser einen Schaden erleidet: Hier greift nur die Vollkasko-Versicherung. Daher ein überschwemmtes Auto niemals starten.

Autoren: , Stephanie Kriebel

Fotos: dpa

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