Ein Besuch der CES ist auch immer eine Reise in die Zukunft. In Las Vegas zeigt die Branche Jahr für Jahr Science-Fiction auf Weltniveau. Wie wir morgen leben, schmecken, denken und fahren – all das sehen wir hier in der Spielerstadt live und in Farbe.

Neue Elektrobaureihe kommt 2026

Bereits 2024 hatte Honda in Nevada seine Zukunfts-Ideen zur Elektromobilität vorgestellt. Jetzt konkretisieren die Japaner ihre Vision mit zwei weiterentwickelten, futuristischen Prototypen. Eine Limousine und ein SUV sollen ab 2026 das Gesicht des neuen Elektro-Labels 0-Serie werden.
Honda 0-Serie Saloon Honda 0-Serie SUV
Marktstart 2026: Mit der 0-Serie stellt Honda eine neue Elektro-Baureihe vor – zunächst als Limousine und als SUV.
Bild: Honda Motor Co. Ltd.
Bis 2030 plant Honda insgesamt sieben neue E-Modelle für den globalen Markt und investiert dafür rund 60 Milliarden Dollar. Inklusive einer komplett neuen EV- und Batteriefabrik im kanadischen Alliston/Ontario, wo ab 2028 jährlich 240.000 Autos vom Band laufen sollen. Leichtbau durch neue Pressverfahren und dünnere Karosserieelemente sowie niedrige Produktionskosten sollen im Mittelpunkt stehen.

Saloon setzt auf auffälliges Design

Der extravagante und auffällig kantig gezeichnete Saloon nimmt dabei die Steilvorlage des Konzeptfahrzeugs vom vorigen Jahr auf. Optisch nur mit feinem Lidstrich verändert, könnte das kommende Flaggschiff auch aus der Feder von Altmeister Bertone stammen.
Honda 0-Serie Saloon
Ein fast fünf Meter langes Raumschiff auf Rädern: Honda geht bewusst neue Wege, aber ob der Saloon wirklich so bei uns landet?
Bild: Honda Motor Co. Ltd.
Auf jeden Fall ahnen wir, was Honda so vorhat. Die Japaner setzen auf maximale Raumausnutzung. Dank einer extrem flachen Batterie im Unterboden ist oben reichlich Luft für alles, was wir im Zeitalter des autonomen Fahrens so an Bord anstellen könnten.

Elektro-SUV zeigt sich schon seriennah

Das Elektro-SUV unterscheidet sich schon deutlicher von dem Space-Hub-Konzeptmodell 2024. Auch bei ihm steht der nutzbare Platz im Innenraum ganz oben auf dem Plan. Die Front zeigt sich SUV-typisch – mit beleuchtetem Honda-Logo sowie LED-Lichtern, die je Seite aus 15 kleinen Leuchtelementen bestehen.
Honda 0-Serie SUV
Die neue Elektroplattform nutzt Honda auch für ein SUV. Das bullige Heck erinnert noch an das Space-Hub-Konzept von 2024.
Bild: Honda Motor Co. Ltd.
Das Heck türmt sich hoch und massiv auf. Das SUV soll Anfang 2026 zunächst in Nordamerika starten und erst etwas zeitversetzt nach Europa kommen.

Reichweite bis zu 500 Kilometer

Technisch basieren beide Modelle auf einer komplett neuen EV-Architektur. Mit Daten geizt Honda noch. Doch wir wissen: Unter dem dünnen Blechkleid sitzen zwei kompakte E-Motoren, vorne mit 245 PS, hinten mit 68 PS. Als Batterie kommt laut Hersteller ein Lithium-Ionen-Akku mit voraussichtlich 80 kWh und einer Reichweite von rund 500 Kilometern zum Einsatz.
Honda 0-Serie Saloon
Neue EV-Architektur: je ein Motor an Vorder- und Hinterachse, dazwischen ein Lithium-Ionen-Akku mit voraussichtlich 80 kWh.
Bild: Honda Motor Co. Ltd.
Noch haben die Prototypen lediglich eine 400-Volt-Architektur an Bord. Das könnte sich bis zum Serienanlauf aber ändern. Denn eigentlich sind 800 Volt Pflicht, um in Sachen Schnellladen ab 2026 wettbewerbsfähig zu sein.

Selbstlernende KI für autonomes Fahren

Bei der Software hingegen will Honda neue Maßstäbe setzen. Die Modelle der Honda 0-Serie bekommen alle das selbst entwickelte Betriebssystem Asimo OS. Da klickt doch was. Richtig! Asimo hieß dieser süße humanoide Roboter, den Honda erstmals 2000 vorstellte und der zur Ikone der Robotik wurde. Seine Technologie hat Honda kontinuierlich in Richtung autonomer Verhaltenssteuerung weiterentwickelt.
Honda 0-Serie Saloon
Arbeitsplatz der Zukunft: An Bord ist alles fürs autonome Fahren der Stufe 3 vorbereitet. Hier will Honda mit der 0-Serie Vorreiter sein.
Bild: Honda Motor Co. Ltd.
Asimo soll die Absichten der Menschen noch besser verstehen und die Grundlage für automatisiertes Fahren der Stufe 3 schaffen. Hierbei übernimmt das Fahrzeug das Steuer, der Fahrer kann sich derweil anderen Dingen zuwenden. Unterstützt wird das System von einer selbstlernenden KI, die Honda ebenfalls im Haus entwickelt hat.
Auf der CES kündigten die Japaner jetzt selbstbewusst an, dass sie mit der O-Serie der weltweit erste Automobilhersteller werden wollen, der das Fahren ohne jeglichen Augenkontakt zur Straße in allen erdenklichen Fahrsituationen ermöglicht. Bei der Reise in die Zukunft setzt Honda alles auf die Null.