Platz 1 mit 544 von 800 Punkten: Mazda3 Fastback Skyactiv-X. Die Limo begeistert, aber nicht rundum. Der Motor glänzt nur mit Sparsamkeit, nicht mit Spaß. Sonst gibt es wenig zu beklagen. Preis: ab 26.790 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 4618 Euro).
Platz 2 mit 519 von 800 Punkten: Honda Civic 1.5 VTEC Turbo. Der Abstand fällt deutlich aus, aber der Civic hat klar definierte Stärken: seinen tollen Motor und das harmonische Fahrwerk. Preis ab: 32.990 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 5648 Euro).
Fast genau drei Jahre ist es jetzt her, da bekam es der Honda Civic als 1.5 VTEC Turbo bei uns schon mal mit dem Mazda3 zu tun. Der Sieg im Vergleichstest ging damals an den Civic. Der ist zwar der Gleiche geblieben, doch Mazda hat 2019 eine neue Generation des 3er ins Rennen geschickt. Und im Gegensatz zu 2017 tritt dieses Mal die Limousine des Mazda3 an, angetrieben vom Skyactiv-X-Motor.

Im Civic liegt der Fokus etwas mehr auf dem Fahrspaß

Mazda3
Dynamiker: Der Civic hängt ordentlich am Gas, das gut abgestimmte Fahrwerk passt bestens dazu.
Den aufwendig konstruierten Benziner mit 180 PS und zwei Liter Hubraum kennen wir bereits. Der hoch verdichtende Motor arbeitet in Teilbereichen nach dem homogenen Kompressionszündungsverfahren. Vereinfacht erklärt vereint dies – je nach Lastbereich – die Wirkweise von Diesel und Benziner, also das Selbst- mit dem Fremdzündungsverfahren, was den Verbrauch kräftig drücken soll. Die Zündkerzen haben ihre Elektroden aber immer mit im Spiel, ein echter Selbstzünder ist der Skyactiv-X also nie. Sparsam ist das in Serie ganz neue Prinzip definitiv, eine Revolution findet unter der Motorhaube aber nicht statt. Der Civic geht auf unserer Verbrauchsrunde fast genauso knauserig mit dem Super-Kraftstoff um, entzündet gefühlt aber ein ganzes Fass mehr Fahrspaß. Sein kernig klingender VTEC-Turbo reagiert schnell, dreht couragiert hoch und fühlt sich sehr elastisch an. Die Messwerte sind angesichts der 182 PS zwar nicht überragend. Doch der Skyactiv-X bleibt diesbezüglich sogar hinter den Werten seines Vorgängers (mit 165 PS) zurück.

Mit dem neuen Motor kann der Mazda3 nicht ganz überzeugen

Honda Civic
Gebremst: Der Skyactiv-X fühlt sich nicht nach 184 PS an; der Vorganger mit 165 PS war schneller.
Der Mazda-Motor fühlt sich tatsächlich eher nach 150 PS an. Und der Grund dafür ist gewiss nicht allein das Mehrgewicht von gut drei Zentnern im Vergleich zum Civic. Dazu leistete sich der Antrieb im Test ein paar kleine Aussetzer, verweigerte bei zwei, drei Gelegenheiten die Gasannahme für ein paar Zehntelsekunden, sodass der Tester bereits verschreckt auf die Tankuhr blickte. Im Klartext: Der Skyactiv-G-Motor gefiel uns besser, Mazda! Dafür begeistert der Mazda3 mit seiner Form. Sind ja inzwischen richtig cool geworden, die Limos. Und im Vergleich zum Schrägheck erleichtert der Viertürer den Zustieg. Auch Kopffreiheit und Raumgefühl legen zu, ebenfalls cool! Der Civic bietet zwar mehr Platz vorn und auf der Rückbank, wirkt hinten aber vor allem aufgrund der niedrigeren Dachlinie beengter. Halt eher ein sportlicher Typ, dieser Honda, was sich außerdem durch die tiefere Sitzposition und die spartanischere Einrichtung bemerkbar macht.

Der etwas höhere Preis des Mazda ist gerechtfertigt

Honda Civic Mazda3
In Testwagenkonfiguration liegen nur 900 Euro zwischen Civic und Mazda3 – und viel Ausstattung.
Der Mazda gewinnt das Komfort-Kapitel, aber auch der Civic glänzt mit seiner überraschend bekömmlichen Federung. Die des Mazda arbeitet weniger souverän, benimmt sich zuweilen ziemlich stößig. Die harte Grundhaltung des Mazda-Fahrwerks sorgt nicht für ein präziseres Fahrverhalten. Dafür kontert der Mazda beim Gestühl. Hinten ermitteln wir Gleichstand, vorn findet sich im Mazda fix eine angenehme Position, während im Honda über die etwas fummelige manuelle Einstellung häufiger nachkorrigiert werden muss. Wir begeben uns zur Kasse und stellen fest: Der Abstand ist zu gering. Nicht was Sie denken. Wir meinen die nur 900 Euro, die der Civic im Testwagen-Trimm weniger kostet. Denn dafür bietet der Mazda einfach so viel mehr. Das beginnt bei der Materialqualität, setzt sich fort beim durchdachteren Infotainment, der opulenteren Ausstattung und den umfangreicheren Assistenzsystemen. Nicht zuletzt ist der prognostizierte Wiederverkaufswert beim Mazda besser.
Das Fazit: Mit 25 Punkten Vorsprung siegt die Mazda3 Limousine verdient. Doch dabei sollte man nicht übersehen, dass auch das Ergebnis des Civic respektabel ist. Trotz seiner Schwächen geht auch er als Empfehlung durch: nämlich für Leute, bei denen das Fahren im Fokus steht.

Bildergalerie

Honda Civic Mazda3
Mazda3
Mazda3
Kamera
Honda Civic vs. Mazda3

Von

Dennis Heinemann