Fahrbericht Honda Pilot

Honda Pilot (2020): Test, V6-Motor, Allrad, Automatik, Fahrwerk

Siebensitzer-SUV unter 30.000 Euro

In den USA bietet Honda mit dem Pilot ein Siebensitzer-SUV auf Niveau des VW Tiguan an – aber viel günstiger. AUTO BILD ist den Pilot gefahren!
In den USA hat das Honda-SUV CR-V einen großen Bruder. Der trägt den Namen Pilot, hat drei Sitzreihen und ist in der Oberklasse angesiedelt. AUTO BILD ist den Honda Pilot gefahren!

V6-Benziner mit 280 PS

Die höheren Ausstattungslinien kommen mit Allradantrieb und Neungang-Automatik.

Wie die meisten seiner Wettbewerber setzt das 4,99 Meter lange Honda-SUV beim Antrieb auf bewährte Technik. Genauer: ein 3,5 Liter großer V6-Saugmotor mit 280 PS und 356 Nm maximalem Drehmoment, der überraschend sonor tönt. Während die günstigen Ausstattungsvarianten mit Frontantrieb und Sechsgang-Automatik kombiniert sind, bieten die höheren Linien bis hin zum Topmodell ("Elite") einen Allradantrieb, der die Zugkraft auf 2,3 Tonnen erhöht, und eine Neungang-Automatik, die fein mit dem 280 PS starken Sechszylinder zusammenarbeitet. Die Allradversionen des Pilot sind mit einem elektronisch kontrollierten, aber hydraulisch angesteuerten Hinterachsdifferenzial unterwegs, das die Kraft nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern auch zwischen linkem und rechtem Hinterrad verteilt. Im Geländeeinsatz arbeitet das System solide, aber erst mit einiger Verzögerung. Die Motorleistung wird erst bei durchdrehenden Vorderrädern an die Achse mit mehr Grip transferiert.

Das Fahrwerk ist komfortabel

Je nach gewähltem Fahrmodus oder Untergrund fährt das Familien-SUV im ersten oder zweiten Gang an, um durchdrehende Räder zu vermeiden oder maximale Dynamik auf die Straße zu bringen. Bei flotter Fahrt neigt der knapp zwei Tonnen schwere Honda Pilot deutlich zum Untersteuern. Das Fahrwerk ist, wie üblich in dieser Klasse, betont komfortabel abgestimmt. Gerade mit den groß dimensionierten 20-Zöllern, die die Topversionen bieten, ist das Fahrverhalten des Pilot auf der Vorderachse leicht holprig. Die allzu leichtgängige Lenkung erleichtert zwar Parkmanöver auf engem Raum (die man auf dem zentralen Multifunktionsbildschirm verfolgen kann), sie lässt jedoch eine nennenswerte Rückmeldung über die Beschaffenheit der Fahrbahn vermissen.

Viel Platz im Innenraum

Nicht zuletzt durch seinen 2,81 Meter langen Radstand bietet der Pilot jede Menge Platz im Innenraum.

Im Innenraum bietet der Honda Pilot nicht zuletzt durch seinen 2,81 Meter langen Radstand jede Menge Platz. Wer sich für die beheizten Captains Chairs, also Einzelsitze, im Fond entscheidet, bezahlt je nach Modell gerade mal 300 Dollar Aufpreis. Die Sitze sind vorne wie hinten bequem, auch wenn es ihnen an Seitenhalt und im Fond an Beinauflage mangelt. Mit etwas Kletterei kommen Kinder auf die Sitzgelegenheiten in der dritten Reihe. Wie hier im Fall der Fälle jedoch drei Personen sitzen sollen, bleibt schleierhaft. Immerhin gibt es vorne wie hinten eine stattliche Sammlung an USB-Anschlüssen, für die nötige Übertragungsgeschwindigkeit sorgt ein WLAN-Hotspot.

Honda Pilot startet unter 30.000 Euro

Da mag sich einer in Europa die Augen reiben, doch der alles andere als schlecht ausgestattete Honda Pilot kostet als Einstiegsmodell LX mit Frontantrieb nicht mehr als 31.450 US-Dollar (ca. 28.090 Euro). Das Topmodell mit Komplettausstattung und deutlich besserem Allradantrieb gibt es für 48.020 Dollar (42.890 Euro). In dieser Liga bekommt man bei uns einen nackten BMW X3 oder einem mäßig ausgestatteten VW Tiguan.

Technische Daten

Honda Pilot 3.5 V6 • Motor: 3,5-Liter-V6 • Leistung: 206 kW (280 PS) • max. Drehmoment: 356 Nm bei 4700 U/min •  Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h • Beschleunigung 0 – 100 km/h: 6,5 s • Verbrauch: 11,8 Liter • Preis: ab 31.450 Dollar (ca. 28.090 Euro)

Fahrbericht Honda Pilot

Autor: Stefan Grundhoff

Stichworte:

US-Modelle

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