(dpa/AUTO BILD/KI) Internationale Autohersteller stehen laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in der Kritik, nicht ausreichend gegen die Verwendung von Zwangsarbeit in der chinesischen Region Xinjiang vorzugehen. Ein von HRW veröffentlichter Bericht am Donnerstag hebt hervor, dass die Unternehmen die Tiefe ihrer Verbindungen zu Zwangsarbeitspraktiken innerhalb ihrer Aluminium-Lieferketten aus Xinjiang nicht vollständig erkennen.
Jim Wormington von HRW wies darauf hin, dass die Beteiligung von Aluminiumherstellern in Xinjiang an Regierungsprogrammen, die Uiguren und andere muslimische Gruppen zu Arbeitseinsätzen zwingen, durch glaubhafte Beweise gestützt wird. Diese Beweislage gründet sich auf Auswertungen staatlicher Medien in China sowie auf Berichte von Regierungen und Unternehmen.
Der Bericht beschreibt weiter, dass einige Autohersteller in China sich dem Druck der Regierung beugen und in ihren chinesischen Joint-Venture-Unternehmen weniger strenge Menschenrechts- und Beschaffungsstandards anwenden als in ihren globalen Betrieben. Große Autokonzerne wie General Motors, Tesla, BYD, Toyota und Volkswagen werden genannt, da sie es versäumt hätten, das Risiko von uigurischer Zwangsarbeit in ihren Aluminium-Lieferketten zu minimieren. Es wird hervorgehoben, dass mehr als 15 Prozent des in China produzierten Aluminiums – was 9 Prozent des weltweiten Angebots entspricht – aus Xinjiang stamme.
Volkswagen erklärte in Reaktion auf den Bericht, dass das Unternehmen seine menschenrechtliche Verantwortung weltweit sehr ernst nehme, einschließlich in China. Ein Sprecher betonte, dass VW sich strikt an die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte halte, welche Teil des firmeneigenen Verhaltenskodex sind. „Wir setzen nicht nur im Volkswagen Konzern hohe Standards, sondern arbeiten auch entlang der Lieferketten an der Einhaltung dieser Werte“, so der Sprecher. VW unterhält ein Werk in Xinjiang in einem Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller SAIC.
Seit Jahren berichten Uiguren, andere Minderheiten und Menschenrechtsorganisationen von Hunderttausenden Menschen in Xinjiang, die gegen ihren Willen in Umerziehungslager gebracht, teils gefoltert und zu Zwangsarbeit gezwungen werden. Die chinesische Regierung weist diese Vorwürfe zurück.