Der Jubilar beschenkte sich selbst. Im Jahr 2007 feierten sie bei Hymer das 50-jährige Jubiläum ihres ersten Caravans, des Troll – und präsentierten zum Geburtstag den Camp 622 CL auf Basis des Ford Transit, damals frischgebackener Van of the Year. Die Schwaben boten den Camp auch auf Ducato an, der hieß dann SL. Aber den in der Türkei gefertigten Kölner der sechsten Generation gab es im Gegensatz zum Italiener auch mit Hinterradantrieb – und ab Modell 2008 sogar mit Allrad. Die meisten Käufer waren jedoch mit Frontantrieb zufrieden und lebten mit dessen Manko: Die Räder des Wohnmobils ringen schon bei leichter Straßennässe um Traktion.
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Nach 110.000 Kilometer offenbart sich die gute Qualität

Hymer Camp 622 CL Bj. 2007
Der Innenraum ist weder feucht, noch riecht er muffig: Hier kann man sich noch immer wohlfühlen.
Der holzfreie Aufbau besteht aus einer Mehrlagen-Kombi aus Aluminium und Polyurethan. Damit keine Feuchtigkeit eindringen kann, sind die 35 Millimeter dicken Verbundplatten von Dach und Wänden verklebt. Der Doppelboden ist 46 Millimeter stark. Hymer gab einst sechs Jahre Garantie auf Dichtheit. Wie gut die Qualität ist, zeigt unser Testwagen: Auch nach 110.000 Kilometern klappert nichts – und der Innenraum ist weder feucht, noch riecht er muffig.
Hinweis
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Der Camp CL taugt gut für vielköpfige Familien. Im Alkoven schlafen die Eltern, in den Stockbetten im Heck finden die größeren Kinder ihr Nachtlager. Und für die Kleinsten lässt sich die geräumige Sitzecke zum Doppelbett umrüsten. So können bis zu sechs Personen durchaus komfortabel reisen. Genügend Ablagen, Stauräume und ein Kleiderschrank sind ebenfalls vorhanden. Dennoch bleibt Platz für eine Heckgarage mit 2000 Liter Stauvolumen. Die Küche ist praktisch bestückt, das Bad voll ausgestattet. Reisemobilist, was willst du mehr?

Vor dem Kauf sollte man sich den Motor genau ansehen

Hymer Camp 622 CL Bj. 2007
Die Ford-Motoren sind in der Szene als Problemfall berüchtigt. Kolbenfresser drohen!
Eigentlich nichts – wenn nur die Transit-Technik haltbarer wäre! Mancher Camper musste auf dem Weg in den Urlaub außerplanmäßig stoppen – und Ford reagierte mit einigen Nachbesserungen in der laufenden Serie. Die TDCi-Motoren, die Ford gemeinsam mit Peugeot entwickelte, waren wenig haltbar. Motorschäden wegen verkokter Einspritzdüsen oder zu schwach ausgelegter Kolben gab's reichlich. Zudem gelten die 2,2-Liter als nicht vollgasfest. Auch Rückrufe gehörten zur Tagesordnung: 2007 mussten die Querlenker nachgezogen werden. 2008 gab's für die Hecktriebler neue Antriebswellen. Im Jahr darauf tauschte Ford die Lenkräder, 2013 einen Halteclip des Bremspedalbolzens. Und 2015 kamen noch neue Injektoren der Serie B zum Einsatz. Es lohnt sich also, vor dem Kauf genau hinzuschauen: Ist es noch der erste Motor, was wurde bereits repariert? Und im Zweifelsfall in einen Technik-Check beim Ford-Experten zu investieren. Damit der Kauf ein Grund zum Feiern ist.

Fazit

von

Stefan Diehl
Guter Kauf? Ja – wenn die Transit-Technik nicht so launisch wäre. Sonst macht dieser mehr als gut ausgestattete Camp CL nämlich richtig Lust auf die nächste Tour. Und der Preis? Der stimmt auch.

Von

Stefan Diehl