Ist doch klar wie Kloßbrühe, warum diese zwei zum Vergleich antreten. Schließlich wünschen Sie, unsere Leser, sich regelmäßig mehr bezahlbare Autos im Test.

Zwei Kleinwagen im Vergleich

2,5
befriedigend
2,8
befriedigend
Autos, die man nicht leasen muss, weil horrende Listenpreise drohen. Oder für die man nicht sein Sparkonto plündern muss, sobald ein Scheinwerfer außerhalb der Garantie ausfällt.

Überblick: Welches Auto passt zu wem?

  • Hyundai i20: Die bessere Wahl für Pragmatiker, die viel Platz, Komfort, Automatik und eine umfangreiche Ausstattung suchen.
  • Peugeot 208: Hier fühlen sich Fahrer wohl, die ein hochwertiges Ambiente, niedrigere laufende Kosten und etwas mehr Fahrspaß bevorzugen.

Beide treten optisch eigenständig auf

Hyundai i20 und Peugeot 208 sind Kleinwagen alter Schule, aber mit Stil und einer gesunden Portion Eigenständigkeit. Besonders der 208 lässt es klassisch angehen. Peugeot hat ihn im Business-Trimm zum Test geschickt, der ab Basis gerechnet gerade mal 800 Euro extra kostet.
Hyundai i20 1.0 T-GDIPeugeot 208 1.2 Turbo
Gesichter in der Masse: Als Kleinwagen alter Schule haben sich Hyundai i20 (links) und Peugeot 208 (rechts) im optischen Auftritt ihre Eigenständigkeit bewahrt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
So ausgerüstet, rollt der 208 mit analogen Instrumenten vom Band, die mit ihren rot beleuchteten Zeigern auf weißem Grund keineswegs sparmöhrig, sondern eher sympathisch-nostalgisch anmuten.

208-Arbeitsplatz ist hochwertiger

In der Mitte gibt es nicht viel zu sehen, es wartet ein schlank aufgesetztes Infotainment, das neben Navi und Handy auch die wichtigsten Einstellungen verwaltet. Was die Materialanmutung angeht, liegt der 208 im Vergleich klar vorn. Der Mix aus schwarzem Hochglanzlack, silbernen Akzenten im Alu-Look und Stoffapplikationen wirkt zwar etwas wild, aber nicht billig. Auch hinten sind die Armlehnen aufgepolstert – das kann der Hyundai nicht bieten.
Peugeot 208 1.2 Turbo
Zwar mutet der Materialmix im 208 etwas wild an, ist aber nicht billig. Typisch Peugeot ist das Layout mit kleinem Lenkrad und den Instrumenten darüber.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der offeriert stattdessen deutlich mehr Raum. Besonders im Fond, wo sich die Passagiere nicht so arg zusammenfalten müssen, spielen die kastige Form und der längere Radstand ihre Vorteile aus. Die Passagiere vorn bringt der i20 auf größer dimensioniertem Gestühl unter, das nicht nur komfortabler anmutet, sondern auch mehr Halt bietet. Nur beim Ambiente muss man leichte Abstriche machen – das viele Plastik mutet nicht wirklich edel an.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Dreizylinder, Turbo
Dreizylinder, Turbo
Einbaulage
vorn quer
vorn quer
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Kette
Hubraum
998 cm³
1199 cm³
kW (PS) bei 1/min
66 (90)/4800
74 (101)/5500
Nm bei 1/min
172/1500
205/1750
Vmax
179 km/h
189 km/h
Getriebe
Siebengang-Doppelkupplung
Sechsgang manuell
Antrieb
Vorderradantrieb
Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung
195/55 R 16 H
195/55 R 16 H
Reifentyp
Michelin Primacy 4
Michelin e.Primacy
Radgröße
6,5 x 16"
6,5 x 16"
Abgas CO2
127 g/km
117 g/km
Verbrauch*
5,6 l/100 km
5,2 l/100 km
Tankinhalt
40 l
44 l
Kraftstoffsorte
Super
Super
Partikelfilter
Serie
Serie
Vorbeifahrgeräusch
65 dB(A)
66 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
910/450 kg
1200/580 kg
Stützlast
75 kg
55 kg
Kofferraumvolumen
352–1165 l
352–1163 l
Länge/Breite/Höhe
4065/1775–2045**/1450 mm
4055/1745–1960**/1430 mm
Radstand
2580 mm
2540 mm
Grundpreis
21.950 Euro
24.480 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
27.250 Euro
25.280 Euro

i20 liegt satt und handlich auf der Straße

Geht es auf die Straße, unterscheiden sich beide Anwärter zum Beispiel durch ihr Getriebe voneinander. Der i20 fährt mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vor. Er hat drei Fahrmodi zu bieten, die Schaltlogik, Gas-Kennlinie und die Lenkkräfte beeinflussen. Den 208 konnte Peugeot für den Vergleichstest dagegen nur als Handschalter liefern – also nix Hybrid. Aber auch der i20 hat seine Mildhybrid-Technik ja mittlerweile wieder eingebüßt.
Hyundai i20 1.0 T-GDI
Gut abgestimmt: Der i20 gefällt mit seiner direkt übersetzten Servolenkung und der eher weich gefederten Vorderachse.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Hyundai legt schon mal solide vor. Er gefällt mit direkt übersetzter Servolenkung und der eher weich gefederten Vorderachse, vermittelt insgesamt einen angenehm satten und handlichen Eindruck.
Dazu passt der kernig klingende Einliter-Turbo gut, die Gangwahl erfolgt ausreichend schnell und aufmerksam. Das Leistungsdefizit des Hyundai fällt mit 90 zu 101 PS nicht groß, aber doch spürbar aus. Mit dem Peugeot hält er im direkten Vergleich nicht ganz mit und verbraucht auf unserer Testrunde dennoch sechs Zehntelliter mehr.

Peugeot-Lenkung ist etwas nervös

Der Peugeot wirkt so im direkten Vergleich wacher, aber auch etwas nervöser. Die Wachheit liefert vor allem der Antrieb: Der 1,2-Liter-Turbo kommt mit den 1108 Kilogramm Leergewicht bestens zurecht, stemmt immerhin 205 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. So legt er immer eine Schippe mehr drauf als der Antrieb des i20, wenngleich die lange Getriebeübersetzung des Sechsgang-Schaltgetriebes das Temperament des 208 mehr zügelt, als es sein müsste.
Peugeot 208 1.2 Turbo
Die Lenkung des 208 spricht schon um die Mittellage verhältnismäßig direkt an – das bringt etwas zu viel Bewegung ins Auto.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Eine gewisse Hektik geht im Peugeot hingegen von der Lenkung aus, die schon um die Mittellage verhältnismäßig direkt reagiert und schnell etwas zu viel Bewegung ins Auto bringt. Kleinere Unebenheiten filtert der Peugeot besser weg als der Hyundai, über Bodenwellen und ähnlichen Verwerfungen wirkt der 208 aber etwas instabiler. Und bei Autobahntempo rauscht es einen Hauch lauter als im i20, der in der getesteten Ausstattung die optionale Akustik-Frontscheibe verbaut hat.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
4,4 s
3,6 s
0–80 km/h
8,7 s
7,1 s
0–100 km/h
12,9 s
10,4 s
0–130 km/h
22,6 s
17,7 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
7,3 s
5,8 s
80–120 km/h
10,0 s
7,6 s
Leergewicht/Zuladung
1176/449 kg
1108/487 kg
Gewichtsverteilung v./h.
63/37 %
64/36 %
Wendekreis links/rechts
11,2/11,2 m
10,9/10,9 m
Sitzhöhe
555 mm
550 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,6 m
37,9 m
aus 100 km/h warm
36,8 m
37,3 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A)
61 dB(A)
bei 100 km/h
67 dB(A)
68 dB(A)
bei 130 km/h
70 dB(A)
72 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
5,8 l S/100 km
4,9 l S/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,1 l S/100 km 
(+9 %)
5,5 l S/100 km 
(+6 %)
Sportverbrauch
7,1 l S/100 km
6,5 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
145 g/km
130 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
655 km
800 km
Eher mäßig fallen mit 37,9 (kalt) und 37,3 Metern (warm) die Bremswege des 208 aus. Der i20 stand mit 35,6 (kalt) und 36,8 Metern (warm) beim Stopp aus Tempo 100 jeweils etwas eher.

Echte Schnäppchen sind beide nicht

In der Anschaffung ist der Hyundai um ziemlich genau die knapp 2000 Euro teurer, die sein Doppelkupplungsgetriebe extra kostet. Rechnet man diesen Faktor heraus, spielen beide also fast auf einem Level.
Hyundai i20 1.0 T-GDI Peugeot 208 1.2 Turbo
Nicht ganz günstig: Für den 208 1.2 Turbo in der getesteten Version berechnet Peugeot 25.280 Euro. Der Hyundai i20 1.0 T-GDI ist mit 27.250 Euro noch etwas teurer, fährt allerdings auch mit Automatik vor.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Für den i20 spricht seine etwas vollständigere Ausstattungsliste: Details wie elektrisch anklappbare Spiegel, Alarmanlage und Lenkradheizung hat nur er zu bieten. Darüber hinaus gibt es wie immer bei den Koreanern fünf Jahre Garantie, die allerdings mit einem recht kurzen Wartungsintervall von einem Jahr oder 15.000 Kilometern erkauft werden müssen.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
524
497
Platz
1
2
Testnote
2,5
2,8
Fazit
Technisch gefällig, optisch eher nüchtern unterwegs. Mit guter Raumausnutzung und fünf Jahren Garantie gerüstet.
Verliert nicht über sein Alter, eher über weniger Komfort und die etwas unpraktischere Form. Etwas sparsamer.
Der 208 kommt günstiger in der Versicherung, verursacht weniger Spritkosten, muss aber ebenfalls einmal jährlich in die Wartung. Und nein: Absolute Schnapper sind beide nicht, aber wer etwas sucht, dürfte durchaus noch Rabatte finden.

Die wichtigsten Fragen zu Hyundai i20 und Peugeot 208

Wo liegen die größten Unterschiede?

Der Hyundai i20 bietet mehr Platz, höheren Sitzkomfort und eine umfangreichere Ausstattung. Der Peugeot 208 punktet dagegen mit einem hochwertiger wirkenden Innenraum, einem stärkeren Motor und geringeren Betriebskosten.

Wer fährt sich dynamischer?

Der Peugeot 208 vermittelt den agileren und lebendigeren Fahreindruck. Sein 1,2-Liter-Turbobenziner bietet mehr Leistung und wirkt im Alltag spürbar temperamentvoller als der 90-PS-Motor des Hyundai i20.

Mit wem sind Familien besser unterwegs?

Der Hyundai i20 ist die bessere Wahl für Familien und Fahrer, die häufig Passagiere mitnehmen. Vor allem im Fond bietet er mehr Bein- und Kopffreiheit, zudem sind die Vordersitze größer und komfortabler.

Mit wem sind Langstrecken komfortabler?

Der Hyundai i20 überzeugt auf längeren Fahrten durch sein ausgewogeneres Fahrverhalten, die komfortableren Sitze und die geringere Geräuschkulisse bei Autobahngeschwindigkeit.

Wer hat die niedrigeren Kosten?

Der Peugeot 208 verbraucht weniger Kraftstoff und ist günstiger in der Versicherung. Dadurch fallen die laufenden Kosten in der Regel niedriger aus als beim Hyundai i20.

Bildergalerie

Hyundai i20 1.0 T-GDI Peugeot 208 1.2 Turbo
Hyundai i20 1.0 T-GDI
Peugeot 208 1.2 Turbo
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Zwei Kleinwagen im Test

Fazit

von AUTO BILD
Zwei klassische Kleine ohne viel Schnickschnack – sehr angenehm. Letztlich wirkt der i20 wie das etwas modernere und vollständigere Paket, punktet vor allem mit mehr Komfort, mehr Assistenz und mehr Platz. Der Peugeot markiert den Charmeur, bietet aber weniger Platz und hält auch beim Komfort nicht ganz mit.