Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI im Test
Hyundai SUV-Gigant Santa Fe ist einen Wohlfühloase auf Rädern
Bild: Frederick Unflath
Mit dem neuen Santa Fe zeigt Hyundai Kante und erschafft mit der 5. Generation einen 4,83 Meter langen Riesen, der nicht verhehlen kann, dass er für den US-Markt erschaffen wurde. Mit drei Sitzreihen (wahlweise sechs oder sieben Plätze) sorgt er für eine Van-gleiche Bestuhlung. Und wo man bei anderen SUV in Reihe drei nur klein gewachsene Menschen platzieren kann, lässt es sich im Santa Fe auch mit durchschnittlichen Körpermaßen gut sitzen. Vorausgesetzt, die zweite Sitzreihe ist nicht komplett zurückgeschoben.
So wie die Platzverhältnisse für die Passagiere präsentiert sich auch der Kofferraum. Hinter der zweiten Reihe stehen beim Fünfsitzer 711 Liter zur Verfügung, mit dritter Sitzreihe sind es 628 Liter. Ist alles flach gemacht, hat der Santa Fe mit 1949/2032 Liter Stauraum Kleintransporter-Format, das in Summe mit 660 Kilogramm belastet werden darf.

Auf der Rennstrecke zeigt sich der knapp zwei Tonnen schwere Hyundai Santa Fe erstaunlich agil.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das ist ordentlich, wie auch das Eigengewicht von knapp zwei Tonnen. Die schleppte auf der ersten Fahrt ein Vollhybrid mit einer Systemleistung von 215 PS, der sein maximales Drehmoment von 367 Newtonmetern über eine Sechsstufen-Automatik an alle vier Räder verteilt. Das Wechselspiel zwischen dem 160 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo und dem 65-PS-Elektromotor geht unmerklich vonstatten, und in unter zehn Sekunden ist das riesige Schwergewicht auf Landstraßentempo beschleunigt.
Fahrzeugdaten | Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI |
|---|---|
Motor | Vierzylinder, Turbo + E-Motor |
Hubraum | 1598 ccm3 |
Leistung | 158 kW (215 PS) |
max. Drehmoment | 367 Nm bei 5500/min |
Antrieb | Allrad/Sechsstufen-Automatik |
L/B/H | 4830/1900/1720 mm |
Leergewicht | 1985 kg |
Kofferraum | 711 bis 2032 l |
0–100 km/h | 9,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
Verbrauch | 6,9 l S/100 km (WLTP) |
Abgas CO2 | 156 g/km |
Preis | ab 61.150 Euro |
Ein Rennwagen wird nicht aus dem Santa Fe, aber er hat auf dem Lausitzring gezeigt, dass er sich auch schnell ums Eck bewegen lässt. Dank eines sehr gefühlvoll arbeitenden ESP, wenig Seitenneigung, gut abgestimmten Federn und Dämpfern, unaufgeregt arbeitenden Bremsen und einer wirklich passablen Lenkung nimmt das Trumm auch schnelle Kurven mit großer Gelassenheit. Das Gesagte gilt nicht nur für den "Sport"-Modus, selbst in "Comfort" bleibt der Santa Fe, insgesamt etwas weicher, absolut stabil.
Zwischenspurts sind eine Schwäche des Santa Fe
Zugegeben: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand seinen Santa Fe so bewegt, ist gering. Was den Fahrer dieser Klasse eher stören könnte, ist das etwas bräsige Verhalten beim Zwischenspurt. Selbst auf der 800 Meter langen Start-Ziel-Geraden erreichte der Koreaner nicht seine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.

Selbst die dritte Sitzreihe überrascht mit ihrem guten Platzangebot.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Was den Santa-Fe-Fahrer dann wieder freuen dürfte, sind der Verbrauch und der Komfort. Bei Erstgenanntem verspricht Hyundai für den Hybrid 6,9 Liter im Drittelmix, was ein erstaunlicher Wert wäre. Beim Komfort ist mit der richtigen Ausstattungslinie alles Erwartbare dabei. Angefangen von belüft- und beheizbaren Lederpolstern über 20-Zoll-Räder und 360-Grad-Kamera mit Parkassistent bis zu Voll-LED-Scheinwerfern oder einem Terrain-Modus kann alles geordert werden.
Das große SUV ist eine Wohlfühloase auf Rädern
Im Innenraum ist Wohlfühlen angesagt. Optisch haben die Designer das "H" aus Front- und Heckleuchten aufgegriffen und es in die Lüftungsdüsen übertragen. Deren Luftstrom lässt sich klassisch manuell steuern, genauso wie Fahrmodi oder die Bergabfahrhilfe. Zudem gibt es eine Tastenleiste, über die per Direktwahl die Menüs auf dem 12,3 Zoll messenden Zentraldisplay angewählt werden. Der Bildschirm für den Fahrer ist übrigens nicht kleiner, und auf beiden sind die Informationen gut leserlich und entspiegelt platziert. Wer noch mehr Informationen möchte, der findet diese im Head-up-Display.

Sind alle Sitzreihen flach gemacht, ergibt das eine plane Ladefläche mit 1949 Liter Stauraum (Fünfsitzer: 2032 Liter).
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das alles hat natürlich seinen Preis. Sieben Sitze (1200 Euro) und Allrad (2100 Euro) gibt es erst ab "Signature", dann kostet der Hybrid mindestens 64.240 Euro. Wer sich für die Basisausstattung "Prime" mit fünf Sitzen und Frontantrieb entscheidet, der kann bereits ab 56.700 Euro einsteigen. Neben dem Hybrid wird Hyundai den Santa Fe noch als Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 245 PS und einer rein elektrischen Reichweite von 54 Kilometern anbieten. Signature-Ausstattung und Allrad inklusive werden dann aber mindestens 64.150 Euro fällig.
Fazit
Hyundai macht mit dem Santa Fe den Dicken. Und das steht dem Koreaner richtig gut. Er bietet viel Platz, fährt sich sehr angenehm und verspricht einen genügsamen Verbrauch. Einen Diesel wird es leider nicht geben – der stünde der Wuchtbrumme aber gut zu Gesicht. Preislich ist der Santa Fe kein Schnäppchen, bietet aber einiges fürs Geld.
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