Mit Allrad und Mildhybrid: ein Tucson zwischen Alltag und Abenteuer
Mit dem Hyundai Tucson punkten die Koreaner im wichtigen Segment der kompakten SUV. AUTO BILD testet den Hochsitz als Mildhybrid mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.
Dem aktuellen Trend folgen, ohne zum gesichtslosen Mitläufer zu werden. Nicht nur für Blogger und Influencer ein Problem, sondern auch in der Automobilwelt. Hyundai gönnte dem Tucson, der die koreanische Flagge bei den angesagten Kompakt-SUV hochhält, im letzten Jahr deshalb eine umfangreiche Modellpflege.
Jetzt rollt Hyundais Hochsitz mit dem interessanten Antriebsmix aus Mildhybrid, Siebengang-Doppelkupplung und Allrad bei uns auf den Hof. Unser Test klärt, ob der Tucson 1.6 T-GDI 48V-Hybrid DCT Allrad damit eher Führungskraft oder doch nur Follower ist.
So groß wie der Klassenprimus: Mit 4,52 Meter Länge und 1,87 Meter Breite entspricht der Tucson dem VW Tiguan.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Mit 4,52 Meter Länge und 1,87 m Breite entspricht der Tucson dem Format des Klassenprimus Tiguan (4,54 bzw. 1,84 m), den Radstand von 2,68 m teilen sich die beiden. So geht es auch im Koreaner luftig und lässig zu.
Sogar vier Erwachsene reisen entspannt und holen sich keine blauen Flecken. Die Vordersitze, immer mit elektrischer Lordosenstütze und Heizung, hören im N Line zwar auf den klangvollen Namen Sport-Komfortsitz, dürften allerdings gern noch größer (keine verlängerbare Beinauflage) und besser konturiert sein.
Fahrzeugdaten
Fahrzeugdaten
Modell
Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V Allrad
Motor Bauart/Zylinder
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid
Hubraum
1598 cm³
Leistung
118 kW (160 PS) bei 5500/min
max. Drehmoment
265 Nm bei 1500/min
Antrieb/Getriebe
Allrad/Siebengang-DCT
0-100 km/h
9,8 s
Vmax
192 km/h
Testverbrauch
8,7 l S/100 km
Test-CO2
206 g/km
Tankvolumen
54 l
Länge/Breite/Höhe
4520/1865-2130*/1650 mm
Radstand
2680 mm
Sitzhöhe
675 mm
Kofferraumvolumen
577-1756 l
Leergewicht
1644 kg
Zuladung
546 kg
Anhänge-/Stützlast
1510/100 kg
Garantie
5 Jahre
Preis
ab 42.610 Euro
Hinten gibt es dann weniger zu meckern, dank fester Polster, neigungsverstellbarer Lehne und ordentlicher Sitzhöhe steigt man gern auch mal in den Fond ein. Zufriedene Gesichter auch beim Gepäckabteil: Lehne dreigeteilt und ohne Absätze klappbar, stabiler Boden mit Ablagen darunter, Fassungsvermögen maximal 1756 Liter – immerhin 106 Liter mehr als beim Tiguan.
Am Arbeitsplatz ein typischer Hyundai
Im Cockpit fällt die Ähnlichkeit zu Kona und Ioniq 5 auf – und das ist kein Nachteil. Ab Basistrimm Select informieren zwei 12,3 Zoll große Bildschirme die Crew, weist ein aufmerksames und zuverlässiges Navi mit stets aktuellen Karten (Over-the-air-Updates) den Weg. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren ebenfalls ohne Kabelkontakt, mehrere USB-C-Anschlüsse helfen im Alltag ebenso weiter wie zahlreiche Ablagemöglichkeiten – das große Fach zwischen den Vordersitzen ist allerdings doch ein wenig zu breit.
Modernes Cockpit mit zwei 12,3-Zoll-Monitoren und ordentlicher Verarbeitung. Multifunktions-Lederlenkrad mit Schaltwippen immer Serie, ab Trend beheizt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die werksseitige Sprachassistenz hinterlässt einen durchaus ausgeschlafenen Eindruck. Sogar die vorderen Fensterheber und Sitz-/Lenkradheizung gehorchen aufs Wort, spontane Äußerungen wie "Ich habe Hunger" finden aber kein offenes Elektronik-Ohr. Wer dagegen einfach mal "Mir ist kalt" raushaut, lässt die Klimaautomatik (für alle serienmäßig mit zwei Zonen, ab N Line drei Zonen) sofort auf 26 Grad schnellen ("Mir ist warm" wird mit 18 Grad quittiert). Alles aber überhaupt nicht schlimm, konkreten Temperaturwünschen kommt der Tucson ebenfalls nach.
Wenig Sparpotenzial im Antrieb
Der bekannte 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder wird von einem Hybrid-Startergenerator unterstützt, der an eine 48-Volt-Batterie gekoppelt ist. Beim Bremsen wird Energie im Akku gespeichert, die den Motor dann beim Beschleunigen unterstützt – das spart Energie. Im Tucson bekommt der Fahrer vom Mildhybrid-System nichts mit, alles funktioniert still und heimlich im Hintergrund.
Verhältnismäßig durstig: Die Mildhybrid-Unterstützung schlägt sich kaum im Verbrauch nieder – der Tucson genehmigt sich 8,7 l/100km.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Leider bleibt auch der Spritspar-Effekt eher unauffällig, 8,7 Liter auf 100 Kilometer sind nicht gerade geizig. Unbändiges Temperament entwickelt der 1.6er andererseits auch nicht. Klar, es reicht allemal, um entspannt mitzuschwimmen, wirklich druckvoll geht der Vierzylinder aber nicht zu Werke. Steigen die Anforderungen seitens des Fahrers und damit die Drehzahlen, knurrt der T-GDI auch schon mal lautstark seine Anstrengung heraus.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Der einfache Allradantrieb schaltet bei Schlupf an den Vorderrädern automatisch die Hinterräder dazu, auf griffigem Terrain wird der Tucson wieder zum Fronttriebler. Das hilft bei Nässe oder Glätte durchaus ein wenig, macht den Hyundai zusammen mit der mäßigen Bodenfreiheit von 17 Zentimetern aber keinesfalls zum Alpinisten.
Auf schlechten Strecken fehlt Komfort
Schlecht geflickte Nebenstrecken bringen den Tucson immer wieder aus dem Tritt, die 19-Zoll-Aluräder mit 235/50er-Gummis (Serie bei N Line) federn spröde an und reagieren auf Querfugen mitunter störrisch. Doppelkupplung und Lenkung bleiben dagegen brav und weitgehend unauffällig. Die Gangwechsel erfolgen unaufgeregt, Kraftaufwand und Rückmeldung am Volant sind okay.
Die bei der N Line serienmäßigen 19-Zöller lassen den Tucson etwas störrisch anfedern und mögen Querfugen nicht besonders.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Als N Line mit Allrad (ab 46. 990 Euro) plus ein paar Extras mehr schielt der Tucson 1.6 T-GDI 48V-Hybrid schwer Richtung 50. 000 Euro. Jährliche Wartung und nicht gerade Spatzendurst steigern seine Attraktivität auch nicht wirklich. Nur gut, dass da noch ein paar echte Pluspunkte lauern: fünf Jahre Garantie etwa oder die wirklich gute N-Line-Ausstattung.
Zahlreiche wichtige Assistenzsysteme sind ebenso Serie wie Matrix-LED-Scheinwerfer, Navi, Drei-Zonen-Klimaautomatik, 19-Zoll-Aluräder, elektrische Heckklappe, kabelloses Laden fürs Handy, Akustik-Verbundglas vorn und einiges mehr. So gerüstet, liegt der Tucson sicher im Trend.
Keine Frage, mit dem Tucson bietet Hyundai ein sehr attraktives Kompakt-SUV mit viel Platz. Der Mildhybrid kann als Sparer aber nicht überzeugen, Allrad und N Line sind teuer – und absolut kein Muss. AUTO BILD-Testnote: 3
Hyundai Tucson Mildhybrid im Test
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Hyundai gönnte seinem Kompakt-SUV Tucson 2024 eine umfangreiche Modellpflege. AUTO BILD testet den Hochsitz jetzt als Mildhybrid mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Mit 4,52 Meter Länge und 1,87 Meter Breite entspricht der Tucson dem Format des Klassenprimus Tiguan (4,54 bzw. 1,84 m), ...
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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... den Radstand von 2,68 Metern teilen sich die beiden. So geht es auch im Koreaner luftig und lässig zu. Sogar vier Erwachsene reisen entspannt und holen sich keine blauen Flecken.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Die Vordersitze, immer mit elektrischer Lordosenstütze und Heizung, hören im N Line zwar auf den klangvollen Namen Sport-Komfortsitz, dürften allerdings gern noch größer (keine verlängerbare Beinauflage) und besser konturiert sein.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Hinten gibt es dann weniger zu meckern, dank fester Polster, neigungsverstellbarer Lehne und ordentlicher Sitzhöhe steigt man gern auch mal in den Fond ein.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Zufriedene Gesichter auch beim Gepäckabteil: Lehne dreigeteilt und ohne Absätze klappbar, stabiler Boden mit Ablagen darunter, Fassungsvermögen maximal 1756 Liter – immerhin 106 Liter mehr als beim Tiguan.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Im Cockpit fällt die Ähnlichkeit zu Kona und Ioniq 5 auf – und das ist kein Nachteil. Ab Basistrimm Select informieren zwei 12,3 Zoll große Bildschirme die Crew, weist ein aufmerksames und zuverlässiges Navi mit stets aktuellen Karten (Over-the-air-Updates) den Weg.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Apple CarPlay und Android Auto funktionieren ebenfalls ohne Kabelkontakt, mehrere USB-C-Anschlüsse helfen im Alltag. Die werksseitige Sprachassistenz hinterlässt einen durchaus ausgeschlafenen Eindruck. Sogar die vorderen Fensterheber und Sitz-/Lenkradheizung gehorchen aufs Wort, spontane Äußerungen wie "Ich habe Hunger" finden aber kein offenes Elektronik-Ohr.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Wer dagegen einfach mal "Mir ist kalt" raushaut, lässt die Klimaautomatik (für alle serienmäßig mit zwei Zonen, ab N Line drei Zonen) sofort auf 26 Grad schnellen ("Mir ist warm" wird mit 18 Grad quittiert). Alles aber überhaupt nicht schlimm, konkreten Temperaturwünschen kommt der Tucson ebenfalls nach.
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Der bekannte 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder wird von einem Hybrid-Startergenerator unterstützt, der an eine 48-Volt-Batterie gekoppelt ist. Beim Bremsen wird Energie im Akku gespeichert, die den Motor dann beim Beschleunigen unterstützt. Im Tucson bekommt der Fahrer vom Mildhybrid-System nichts mit, alles funktioniert still und heimlich im Hintergrund.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Leider bleibt auch der Spritspar-Effekt eher unauffällig, 8,7 Liter auf 100 Kilometer sind nicht gerade geizig. Unbändiges Temperament entwickelt der 1.6er andererseits auch nicht. Klar, es reicht allemal, um entspannt mitzuschwimmen, wirklich druckvoll geht der Vierzylinder aber nicht zu Werke – und wird bei gesteigerten Anforderungen knurrig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Der einfache Allradantrieb schaltet bei Schlupf an den Vorderrädern automatisch die Hinterräder dazu, auf griffigem Terrain wird der Tucson wieder zum Fronttriebler. Das hilft bei Nässe oder Glätte durchaus ein wenig, macht den Hyundai zusammen mit der mäßigen Bodenfreiheit von 17 Zentimetern aber keinesfalls zum Alpinisten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Schlecht geflickte Nebenstrecken bringen den Tucson immer wieder aus dem Tritt, die 19-Zoll-Aluräder mit 235/50er-Gummis (Serie bei N Line) federn spröde an und reagieren auf Querfugen mitunter störrisch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Doppelkupplung und Lenkung bleiben dagegen brav und weitgehend unauffällig. Die Gangwechsel erfolgen unaufgeregt, Kraftaufwand und Rückmeldung am Volant sind okay.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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Als N Line mit Allrad (ab 46.990 Euro) plus ein paar Extras mehr schielt der Tucson 1.6 T-GDI 48V-Hybrid schwer Richtung 50.000 Euro. Jährliche Wartung und sein Verbrauch steigern seine Attraktivität auch nicht wirklich. Pluspunkte: fünf Jahre Garantie oder die wirklich gute N-Line-Ausstattung. Zahlreiche wichtige Assistenzsysteme sind ebenso Serie ...
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
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... wie Matrix-LED-Scheinwerfer, Navi, Drei-Zonen-Klimaautomatik, 19-Zoll-Aluräder, elektrische Heckklappe, kabelloses Laden fürs Handy, Akustik-Verbundglas vorn und einiges mehr.
Bild: OlafItrich / AUTO BILD
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Das Fazit: Keine Frage, mit dem Tucson bietet Hyundai ein sehr attraktives Kompakt-SUV mit viel Platz. Der Mildhybrid kann als Sparer aber nicht überzeugen, Allrad und N Line sind teuer – und absolut kein Muss. AUTO BILD-Testnote: 3