Hyundai Uni Wheel: Radnabenmotor als neue Antriebstechnologie
Hyundai erfindet das Rad neu

Das neue Radnabenantriebssystem von Hyundai verschiebt das Untersetzungsgetriebe in die Felge, spart somit Platz und macht ein Gleichlaufgelenk überflüssig. Alle Infos!
Bild: Hyundai Motor Group
Autohersteller prahlen gerne damit, wie viel mehr Platz Elektroautos für die Insassen und Gepäck schaffen. Doch aktuell sind auch elektrische Antriebe noch relativ groß. Hyundai hat jetzt zusammen mit Kia eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, seine Motoren deutlich zu verkleinern und noch mehr Platz im Innenraum zu schaffen.
Das System hört auf den Namen "Uni Wheel" und ist die neueste Innovation der Koreaner. Ähnlich wie bei einem Nabenmotor verlagert der universelle Radantrieb bestimmte Antriebskomponenten, die ein Elektrofahrzeug benötigt, ins Rad. Die Antriebseinheit – also Stator und Rotor – bleibt aber außerhalb des Rades positioniert.
In die Radnabe wandert beim Uni Wheel lediglich das Untersetzungsgetriebe. Diese Innovation macht es Hyundai möglich, einen kleinen Motor pro Rad einzusetzen, anstatt eine große Antriebseinheit für die gesamte Achse zu verwenden.

Das Uni Wheel lässt sich in Räder ab einer Größe von 10 Zoll einbauen.
Bild: Hyundai Motor Group
Selbst kleine E-Motoren können genug Drehmoment übertragen
Die Kraft wird im Uni Wheel über eine Reihe von Zahnrädern im Inneren des Rades selbst von einem kleinen Motor mit ausreichend Drehmoment an das Rad weitergegeben. Der individuelle Antrieb jedes einzelnen Rades soll zudem Vorteile in puncto Fahrleistung und Sicherheit bieten, da jedes Rad unabhängig auf die jeweiligen Einflüsse reagieren kann.
Das Uni Wheel hat noch mehr Tricks in petto: Aufgrund der Art, wie die Zahnräder angeordnet sind, können sie sich innerhalb der Nabe bewegen und gleichzeitig Kraft übertragen. Dadurch kann die Verbindung zwischen Rad und Motor frei auf- und abgleiten, sodass das Rad kein Gleichlaufgelenk benötigt. Das bedeutet, dass die Effizienzverluste, die mit dem Betrieb einer solchen Verbindung in einem Winkel verbunden sind, eliminiert werden – wodurch sich Leistungsabgabe und Reichweite verbessern.
Uni-Wheel-Technik für Räder von 10 bis 25 Zoll
Zudem ermöglicht die Technologie den Ingenieuren in der Gestaltung der Fahrhöhe zusätzliche Freiheit. Genauso sollen Fahrzeuge mit dem Uni Wheel in Kombination mit einer Luftfederung für aerodynamisches Fahren – etwa auf langen Autobahnstrecken – praktisch in die Hocke gehen und so die Bodenfreiheit verringern können.

Durch den teilweisen Einbau von Antriebskomponenten im Rad entsteht mehr nutzbarer Raum in der Bodengruppe.
Bild: Hyundai Motor Group
Laut Hyundai soll das Uni Wheel in Rädern mit einem Durchmesser ab 10 Zoll eingebaut werden können. Es lässt sich insgesamt auf bis zu 25 Zoll hochskalieren – für den Einsatz bei größeren Fahrzeugen wie SUV. Wann das Uni Wheel in Produktion gehen wird, ist noch unklar. Aber: Hyundai hat bereits Patente in Schlüsselmärkten wie Korea, Europa und USA angemeldet.
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