(dpa) Europäische Autohersteller haben sich vor dem Hintergrund der wachsenden Digitalisierung in Autos auf Regeln für den Datenschutz geeinigt. Der europäische Herstellerverband (ACEA) hat fünf Prinzipien formuliert, welche die Mitglieder künftig befolgen wollen. Diese schließen Transparenz, die Zustimmung des Kunden, die Wahrung von Privatsphäre, Datensicherheit und eine angemessene Verwendung der Daten ein. "Datenschutz ist eine Frage, die Autohersteller sehr ernst nehmen", sagte Renault-Nissan-Chef und ACEA-Präsident Carlos Ghosn am 16. September im Rahmen der IAA 2015 in Frankfurt.
Laut einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom sind nur 34 Prozent der Deutschen "grundsätzlich damit einverstanden", dass Daten aus dem Fahrzeug sowie über Fahrverhalten und Standort gesammelt und weiterverarbeitet werden. Zur Aufklärung von Unfällen und Verbrechen würden dagegen gut 80 Prozent solche Daten preisgeben, unter der Bedingung, dass sie nur temporär gespeichert und auf richterlichen Beschluss zur Verfügung gestellt werden.
Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche spricht am 07.05.2013 auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin über die Vernetzung von Autos
Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Kunden bezahlen unsere Produkte mit Geld, nicht mit persönlichen Daten."
Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte auf der IAA klar Position bezogen: "Kunden bezahlen unsere Produkte mit Geld, nicht mit persönlichen Daten. Anders als manche IT-Unternehmen sind wir deshalb nicht darauf angewiesen, aus den Daten Profit zu schlagen", hatte Zetsche gesagt. Auch Daimler möchte die Daten aber nutzen, um seinen Kunden zum Beispiel zusätzliche Serviceleistungen anzubieten. Ghosn fügte hinzu, schlussendlich sei es Interesse der Hersteller, das Vertrauen der Kunden in dieser Frage nicht zu verlieren.
Gestern Fiktion, heute Realität: Eine Reise im vernetzten Auto