Es wäre vielleicht die größte Blamage in Fernando Alonsos Rennkarriere: Eine Nichtqualifikation beim Indy 500. Aber genau das droht dem Spanier heute (ab 18 Uhr auf DAZN.com) am Bump Day. Sechs Fahrer kämpfen hier um die letzten drei Startplätze für das Indy 500 – darunter Alonso.
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Fernando Alonso, der zweimalige Formel-1-Weltmeister. Er fährt für das McLaren-Team, den zweiterfolgreichsten Rennstall der Formel-1-Geschichte, zwei Mal auch schon Sieger der Indy 500 (1974/1976 mit Johnny Rutherford). Auf der anderen Seite hat es zum Beispiel die einzige Frau im Feld, Pippa Mann, bereits unter die besten 30 geschafft und ist damit sicher qualifiziert. Dabei galt die Britin als klare Außenseiterin. Nicht nur, weil sie letztes Jahr ebenfalls nicht qualifiziert war, sondern weil sie für einen der kleinsten Rennställe überhaupt antritt: Clausen-Marshall Racing. Das Team ist erstmals überhaupt beim Indy 500 und in der IndyCar dabei, kommt eigentlich aus der US-Dirt-Track-Szene und soll an den verstorbenen Ex-IndyCar-Fahrer Bryan Clauson erinnern.
Indycar
Alonso könnte heute blamiert werden
Aber dass es für Alonso 2019 schwer werden würde, war vorherzusehen. Bei seinem ersten Versuch kämpfte er 2017 noch um den Sieg. Doch da fuhr er für das Topteam Andretti. Nun hat Ex-Force-India-Formel-1-Teamchef Rob Fernley eine neue Mannschaft in Auftrag von McLaren zusammengestellt. Technische Unterstützung bekommt der Rennstall von Carlin – auch erst seit zwei Jahren in der IndyCar.
Neben Alonso sind zwei weitere Carlin-Fahrer noch nicht qualifiziert: Max Chilton (Vierter 2017) und Patricio O’Ward. Nur Charlie Kimball hat den Sprung unter die Top 30 geschafft. Sollte sich Alonso nicht qualifizieren, wäre es rein theoretisch denkbar, dass Kimball sein Cockpit an den Formel-1-Star abtritt. In der IndyCar ist das erlaubt – und schon mehrfach vorgekommen.
Eine Nicht-Qualifikation von Alonso wäre eine der skurilsten Geschichten, die das Indy 500 jemals geschrieben hätte – in über 100 Ausgaben. Aber Alonso wäre kein Einzelfall.
1994 zum Beispiel dominierte Penske das Indy 500 nach Belieben – 1995 aber scheiterten beide Fahrer (Emerson Fittipaldi und Al Unser jr.) an der Qualifikationshürde! Bobby Rahal schaffte es 1993 als amtierender IndyCar-Meister nicht unter die besten 33. Insgesamt scheiterten zehn frühere Indy-500-Sieger schon an der Qualifikation, am öftesten Buddy Lazier (sechs Mal).
Am öftesten nicht qualifiziert: John Hurtubise (12 Mal). Ralph Ligouri hält den Rekord mit den öftesten Nichtqualifikationen, ohne auch nur einmal den Sprung ins Starterfeld geschafft zu haben (sechs Mal). Am schwierigsten sich zu qualifizieren war es übrigens 1982: Da waren 68 Fahrer für die 33 Starterplätze gemeldet! 35 Fahrer mussten also vorzeitig die Heimreise antreten.