Indy 500 Crashgalerie

Indy 500: Zu viele Teilnehmer

Eine brutale Tradition kehrt 2018 zurück

Schon jetzt sind es 35 Meldungen für das Indy 500. Doch wegen einer brutalen Tradition werden Rufe nach Regeländerungen laut.
Es ist das älteste noch existierende Autorennen im Motorsport. Das 500-Meilenrennen von Indianapolis der IndyCar-Serie ist auch bei der 102. Ausgabe 2018 beliebt wie eh und je. Schon jetzt haben sich 35 Fahrer für das Rennen eingeschrieben. Doch traditionell sind nur 33 Autos erlaubt. Wer beim großen Rennspektakel dabei sein wird und wer zuschauen muss, wird in einer brutalen Sitzung entschieden: dem Bump Day.
Zur Erklärung: Nach dem eigentlichen Qualifying müssen die Fahrer, die im Quali die Plätze 30 abwärts erreicht haben, noch einmal ran. Die schnellsten vier dieser Sitzung qualifizieren sich für das Rennen. Mit anderen Worten: Wer es im eigentlichen Quali nicht unter die besten 33 schafft, hat eine zweite Chance. Es ist eine brutale Sitzung über das sportliche Überleben. Wer es nicht schafft, muss nach Hause fahren.
Doch derzeit gibt es Bestrebungen, die brutale Regelung zu lockern. Teamchef Bobby Rahal erklärt: „Wir suchen Monate lang Sponsoren für dieses Event. Und dann darfst du erst gar nicht fahren und alles ist umsonst. Das ist für keinen gut.“ Das Budget für das Rennen: mindestens eine Million US-Dollar.
Daher fordern Teamchefs wie Rahal: weg mit dem Bump Day. Acht Mal durften per Ausnahmeregelung sogar mehr als 33 Fahrer starten, zuletzt 1997 mit 35 Fahrern. Die Regelung des Bump Days wurde eigentlich für Zeiten erfunden, als es noch weit mehr Meldungen gab. Der Rekord liegt bei 68 Piloten 1982. „Aber bei etwas über 30 Meldungen kann man eigentlich alle fahren lassen“, meint Rahal.

Danica Patrick ist 2018 auch dabei

Noch ist allerdings nicht klar, dass es bei den bisherigen 35 Meldungen bleibt. Eigentlich will auch Buddy Lazier wieder an den Start gehen, der Sieger von 1996. Er wäre beim Start 50 Jahre alt. Doch der US-Amerikaner, 2015 der letzte Fahrer, der nach dem Bump Day nach Hause fahren musste, war in den letzten Jahren einer der langsamsten Fahrer. Die Chance, dass er beim Bump Day nicht unter die besten 33 Piloten kommt, ist groß. Daher könnte er auf eine Teilnahme von vornherein verzichten.
Die Gefahr besteht auch, dass einer der prominenten Fahrer durch verschiedene Probleme durch den Rost fällt. Wie Rahal 1993, der noch ein Jahr zuvor die Meisterschaft gewonnen hat. Insgesamt zehn Fahrer konnten sich für das Indy 500 nicht qualifizieren, die das Rennen schon gewonnen haben oder später gewinnen sollten. Was zum Beispiel, wenn Danica Patrick bei ihrem Gaststart durch das Quali fällt? Theoretisch gibt es für Teams auch noch die Option, den Fahrer nach dem Auto zu tauschen. 2009 zum Beispiel qualifizierte Bruno Junqueira das Auto für Conquest, musste dann aber Alex Tagliani weichen.
Der jüngste Run auf das Indy 500 hat viele Gründe. Vor allem sind 2018 viele neue Teams dabei: Carlin, Harding, Juncos sind Vollzeit eingestiegen. Teams wie Scuderia Corsa aus der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft, Belardi aus der Indy Lights oder auch Michael Shank Racing betreuen Autos in Zusammenarbeit mit bestehenden IndyCar-Rennställen.
Zu den 24 Vollzeit-IndyCar-Fahrern kommen unter anderem noch folgende Gaststarter für das Indy 500 dazu: Andretti bringt zum Beispiel Stefan Wilson an den Start. Der Bruder des 2015 bei einem IndyCar-Rennen tödlich verunglückten Justin Wilson, sollte schon 2017 dabei sein, ist dann aber Fernando Alonso gewichen. Penske bringt Hélio Castroneves zurück, der seinen vierten Indy-500-Sieg will – was bisher nur AJ Foyt, Rick Mears und Al Unser geschafft haben. Dale Coyne (mit Pippa Mann) und Carpenter (mit Danica Patrick) setzen zusätzlich auf eine Frau am Steuer.
Indy-500-Starterfeld
Alexander Rossi (Andretti; Dallara-Honda)
Ryan Hunter-Reay (Andretti; Dallara-Honda)
Marco Andretti (Andretti/Herta; Dallara-Honda)
Zach Veach (Andretti; Dallara-Honda)
Carlos Muñoz (Andretti; Dallara-Honda)
Stefan Wilson (Andretti; Dallara-Honda)
Josef Newgarden (Penske; Dallara-Chevrolet)
Will Power (Penske; Dallara-Chevrolet)
Simon Pagenaud (Penske; Dallara-Chevrolet)
Hélio Castroneves (Penske; Dallara-Chevrolet)
Graham Rahal (Rahal Letterman Lanigan; Dallara-Honda)
Takuma Sato (Rahal Letterman Lanigan; Dallara-Honda)
Oriol Servià (Rahal Letterman Lanigan/Corsa; Dallara-Honda)
Sébastien Bourdais (Coyne/Sullivan/Vasser; Dallara-Honda)
Pietro Fittipaldi (Coyne; Dallara-Honda)
Pippa Mann (Coyne; Dallara-Honda)
Conor Daly (Coyne/Burns; Dallara-Honda)
James Hinchcliffe (Schmidt Peterson; Dallara-Honda)
Robert Wickens (Schmidt Peterson; Dallara-Honda)
Jack Harvey (Schmidt Peterson/Meyer Shank; Dallara-Honda)
Jay Howard (Schmidt Peterson; Dallara-Honda)
Scott Dixon (Ganassi; Dallara-Chevrolet)
Ed Jones (Ganassi; Dallara-Chevrolet)
Tony Kanaan (Foyt; Dallara-Chevrolet)
Matheus Leist (Foyt; Dallara-Chevrolet)
James Davison (Foyt/Hollinger/Byrd/Belardi; Dallara-Chevrolet)
Spencer Pigot (Carpenter; Dallara-Chevrolet)
Ed Carpenter (Carpenter; Dallara-Chevrolet)
Danica Patrick (Carpenter; Dallara-Chevrolet)
Charlie Kimball (Carlin; Dallara-Chevrolet)
Max Chilton (Carlin; Dallara-Chevrolet)
Gabby Chaves (Harding; Dallara-Chevrolet)
Kyle Kaiser (Juncos; Dallara-Chevrolet)
Sage Karam (Dreyer-&-Reinbold; Dallara-Chevrolet)
JR Hildebrand (Dreyer-&-Reinbold; Dallara-Chevrolet)

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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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