Infinitis jüngster Spross hat es nicht leicht. Basierend auf dem Crossover GLA, bewegt er sich zwischen SUV-Hochsitz und sportlichem Kompakten. Das wirkt zwar recht modisch, bewirkt aber fahrdynamisch einen eher bescheidenen Kompromiss.
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Die Schattenseite des Q30 ist sein Handling

Infiniti Q30 Sport 2.0 T
Gefühllos: Der Q30 reitet Bodenwellen bockig und hart ab, der Lenkung fehlt es deutlich an Rückmeldung.
Bild: Ronald Sassen
 Längsdynamik: 211 PS und 350 Nm klingen vielversprechend. Der Allradantrieb pumpt die Kraft auch bei Nässe reibungslos auf den Asphalt, und die sieben Gänge sortieren sich in Windeseile stets passend. Bulliger Vortrieb in der Stadt, genug Dampf auf der Landstraße. Ab 180 quält sich der Q30 dann jedoch ein wenig. Die Brembo-Bremsanlage gibt sich wunderbar gefühlvoll und unterrichtet den Fahrerfuß minutiös über einzelne Haftungsabrisse. Querdynamik: Die Schattenseite des tiefergelegten Hochbaukompakten ist klar das Handling. Der Infiniti reicht Bodenwellen bockig und hart in den Innenraum weiter, ist dabei aber derart teilnahmslos gedämpft, dass keinerlei Rückmeldung am Popometer ankommt. Hohe Kurventempi sind so zwar möglich, finden aber weitestgehend gefühllos statt. Die mitteilungsarme Lenkung verlangt große Lenkwinkel und verstärkt somit den tauben Eindruck.

Optisch weiß der Q30 durchaus zu überzeugen

Infiniti Q30 Sport 2.0 T
Hingucker: Mit geschwungenen Linien und dem zackig-knackigen Heck zieht der Q30 die Blicke auf sich.
Bild: Ronald Sassen
 Emotion: Geschwungene Linien und das zackig-knackige Heck machen den Nobel-Nissan zum Hingucker. Der edel ausstaffierte Innenraum mit alcantara- und lederbezogenem Cockpit verwöhnt optisch und haptisch. Eine ergreifende Akustik bietet mangels Auspuffsound höchstens das Bose-Soundsystem. Alltag: Zum Bolzen durch die Stadt eignet er sich bestens. Bei der lausigen Rundumsicht kann man zumindest den schönen Innenraum genießen. Große Fahrer sitzen aber neben der B-Säule und spüren die integrierten Kopfstützen der Sportsitze im Nacken. Preis/Leistung: Der technisch baugleiche, besser abgestimmte GLA 250 kostet mit gleichen Extras etwa 3300 Euro mehr und bietet weniger optische Highlights. So ist der Q30 als Crossover eine echte Option.

Fazit

von Andreas Jüngling
Klar, die wirklich sportliche Kurvenhatz können andere deutlich besser. Als Crossover ist das aber nicht das Fachgebiet des Q30 Sport. Er verwöhnt innen mit einer feinen Wohnlandschaft, dreht als Hingucker in der Stadt zahllose Köpfe und sorgt mit viel Kraft untenrum immerhin für Ampelstarts mit Dampf.