Brabus‑CEO im Interview
Constatin Buschmann über die Zukunft und Entwicklung von Brabus

Brabus‑CEO Constantin Buschmann spricht mit AUTO BILD über Traumautos, Trends und die Zukunft seiner Marke. Ein Gespräch über Emotion, Luxus und was wir 2026 erwarten können.
Bild: Brabus
Wer mit Constantin Buschmann spricht, merkt schnell: Dieser Mann brennt. Für Autos, für Ideen – und für das Gefühl, das seine Marke auslösen soll. Genau darum geht es bei Brabus heute mehr denn je: um Emotionen. AUTO BILD hat mit dem CEO über Zukunft, Ausrichtung und die Entwicklung einer weltweit bekannten Luxusmarke gesprochen.
Auf die Frage nach seinem persönlichen Traumauto lacht Buschmann – und wirft einen Blick zu seinem Team: "Darf ich spoilern?" Was er andeutet, dürfte Fans aufhorchen lassen. Sein Traumauto stehe noch in den Startlöchern, solle aber dieses Jahr aus eigener Produktion kommen. Grundsätzlich gilt für ihn jedoch: Das spannendste Auto ist immer das nächste.
Klassiker wie die G-Klasse oder der Mercedes SL haben ihn ein Leben lang geprägt. Er sei zudem ein großer Ferrari-Fan, sagt er. Aktuell schwärme er für den Cadillac Escalade. Die Liste ließe sich mühelos fortsetzen – ein Beleg dafür, dass Autos für ihn vor allem eines sind: pure Emotion.
"Autos sind emotional"
Elektrifizierung, Regulierung, CO₂-Ziele – die Branche steht unter Strom. Verbrenner, Hybrid oder Elektro? Für Brabus ist die Antwort differenzierter. Autos seien emotional, sagt Buschmann. Und solange Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche haben, werde es auch unterschiedliche Antriebe geben. Für viele sei ein Fahrzeug eben nicht nur ein bloßes Transportmittel, sondern ein Sammlerstück, Statussymbol oder diene als Spaß-Mobil.
Gerade im Luxussegment bleibe der Verbrenner stark gefragt. Natürlich beobachte man die technische Entwicklung genau. Doch der Kurs sei klar: "Ich renne nicht gegen unsere Kunden an." Der Anspruch: hochwertige, emotionale Produkte zu bauen – unabhängig davon, welche Trends gerade dominieren. "Wir müssen uns immer fragen, was der Kunde will. Das ist unser Nordstern."
Vom reinen Mercedes‑Veredler zur Luxusmarke
Lange war Brabus vor allem eines: der weltweit größte Tuner für Mercedes-Benz. Doch das reichte Buschmann nicht. Immer wieder diskutierte er mit seinem Vater und Firmengründer Bodo Buschmann. Sein Ansatz: konsequent aus Kundensicht denken – nicht aus Marktsicht. Zudem könne man keine eigene Marke führen und aufbauen, wenn man von einem anderen Autohersteller und dessen Erfolg abhängig sei.
Nachdem er die Firma von seinem Vater übernommen hatte, stellte er die entscheidende Frage: Wer sind wir eigentlich? Die Antwort wurde zur neuen Identität: "Brabus – One Second WOW."
Ein Motto, das nicht nur über der neuen Amazon-Prime-Serie steht, sondern die gesamte Marke prägt. Brabus soll überraschen, berühren, flashen – und das binnen einer Sekunde, erklärt Buschmann. Design, Qualität, Handwerk und Service zahlten auf dieses Versprechen ein. Die Marke solle für sich selbst stehen – längst über die reine Fahrzeugveredelung hinaus.

Typisch Brabus: ein edles Interieur mit reichlich Carbon-Details und aufwendig gesteppten Sitzpolstern.
Bild: Brabus
Große Worte, klare Ansage: In der Pipeline sei einiges, was für Brabus Neuland bedeute. Konkrete Details nennt Buschmann nicht. Sicher ist nur: Ein Auto wird dabei sein, das ihm persönlich besonders am Herzen liegt.
Inspiration kommt von überall
Wie gelingt es, sich in einem globalen Umfeld aus Tunern und Veredlern immer wieder neu zu erfinden? Buschmanns Antwort ist schlicht: Inspiration ist überall. In Mode, Architektur oder auch im Rennsport. Manchmal reicht eine spontane WhatsApp-Nachricht.
"Kleine Ideen aus dem Alltag muss man als Unternehmer aus der Luft fangen und mit ihnen experimentieren", sagt der Bottroper. Wichtig sei, dass jedes Produkt sofort als Brabus erkennbar ist – auch ohne Logo. Egal, ob Auto, Motorrad oder Boot.
Mehr Mut zur Farbe?
Wer Brabus hört, denkt an Schwarz, Carbon, Power. Doch zuletzt setzte die Marke bewusst Kontrapunkte. Den Auftakt machten die beiden "Peetch"-Fahrzeuge bei der "Signature Night", einer von Brabus ins Leben gerufenen Modenschau mit Automobilen. Jüngst folgte ein mintgrüner Lamborghini Urus SE beim FAT Ice Race 2026 in Zell am See.

Das neueste Masterpiece aus Bottrop kommt mit einem mintfarbenen Mono-Look.
Bild: Brabus
Für Buschmann gehört auch das zur erfolgreichen Markenführung: lebendig bleiben, provozieren, weiterdenken. "Man muss auch mal Dinge zeigen, die niemand von uns erwartet." Ob Mint, Punkte oder völlig neue Farbkombinationen – Brabus will beweisen, dass die Manufaktur nicht nur für Power steht, sondern auch für Kreativität. "Man kann noch viel wilder werden. Aber in erster Linie soll es Spaß machen und Relevanz schaffen. Man darf sich nicht allzu ernst nehmen."
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