Als Redakteurin bei AUTO BILD habe ich schon so manche SUV-Neuheit gesehen. Doch am neuen Nissan Patrol bleibt der Blick auf der Japan Mobility Show kurz hängen. Vielleicht, weil er so herrlich unaufgeregt das Gegenteil vom Trend zu stromlinienförmigen Crossover-Kisten ist. Statt Schnörkel gibt es klare Kanten und schlichte Präsenz. Kurz gesagt: Er ist richtig cool – und genau deshalb würde ich ihn mir für den deutschen Markt wünschen.
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Nissan Patrol: vom Malocher zum Design-Statement

Sein Ursprung liegt in den frühen 1950er Jahren: 1951 brachte Nissan das erste Modell der Baureihe 4W60 auf den Markt – entwickelt ursprünglich im Umfeld eines staatlichen Auftrags für Polizei, Feuerwehr und Militär-Allradwagen in Japan nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
Der zivile Einsatz folgte bald, und der Patrol etablierte sich als robuster Geländewagen, deutlich größer als ein klassischer Jeep. Über die Jahrzehnte durchlief die Baureihe mehrere Generationen, aus dem einst kantigen Arbeitstier ist ein luxuriöser Alleskönner geworden. Und genau diese Mischung aus Tradition und Moderne macht den neuen Patrol so spannend.

XXL-SUV mit Luxus-Allüren

Modern, elegant und mit deutlich mehr Luxus als früher, so könnte man es kurz zusammenfassen. Die Front des Patrol wirkt mit dem wuchtigen Grill und den neuen, E-förmigen Scheinwerfern bullig, aber nicht protzig. Das Heck ist kantig, aufgeräumt, fast schon skandinavisch schlicht. Auf den ersten Blick erinnert das Design etwas an den aktuellen Range Rover, nur weniger rundlich.
Nissan Patrol auf der Japan Mobility Show
Der wuchtige und schwarz lackierte Grill steht dem Nissan Patrol gut zu Gesicht.
Bild: Auto Bild / Nele Klein
Innen fühlt sich alles nach Oberklasse an. Dickes Leder in einem Mix aus Rot und Schwarz, große Sitze mit rautenförmigem Stitching, zwei riesige Displays, die zu einer 28,6-Zoll-Fläche verschmelzen und eine Bedienung, bei der man nicht ewig durch Menüs wischen muss – Nissan nennt das "Monolith Display".
Nissan Patrol auf der Japan Mobility Show
Der Innenraum wirkt edel. Es gibt wenig Plastik, dafür aber reichlich Leder und aufgeschäumte Flächen.
Bild: Auto Bild / Nele Klein
Bei 5,35 Meter Länge, 2,03 Meter Breite und 1,95 Meter Höhe gibt es im Innenraum reichlich Platz – auch in der dritten Reihe.
Nissan Patrol auf der Japan Mobility Show
Das Heck des Patrol ist geradlinig und kantig. Ein Leuchtenband in einer schwarzen Spange verbindet die Rücklichter.
Bild: Auto Bild / Nele Klein

Neueste Technik an Bord

Unter der Haube steckt ein kräftiger V6, wahlweise als Sauger mit 316 PS oder mit zwei Turbos und 425 PS. Die Kraftübertragung erfolgt durch ein Neungang-Automatikgetriebe. Mit Allradantrieb, Sperrdifferenzial, adaptiver Luftfederung und verschiedenen Fahrmodi (von "Sand" bis "Sport") dürfte sich der Patrol nach wie vor überall wohlfühlen, ob in der Kiesgrube oder auf der Autobahn.
Nissan Patrol auf der Japan Mobility Show
Auch in zweiter Reihe bietet das XXL-SUV Platz und Komfort.
Bild: Auto Bild / Nele Klein
Dazu gibt es jede Menge Assistenzsysteme wie Kollisionswarner oder den automatischen Notbremsassistenten, ein Head-up-Display, Panoramadach und ein Klipsch-Soundsystem. Optional genießen die hinteren Passagiere auf 12,8-Zoll-Displays ein Unterhaltungsprogramm. Man merkt, dass der Patrol ganz oben mitspielen will – nicht nur bei den Offroadern, sondern auch im Premium-SUV-Club. Und verstecken muss er sich definitiv nicht.

Fazit

Dieses Auto würde auch in Deutschland eine gute Figur machen: Der Patrol ist kein Blender, sondern ein ehrlicher Riese mit Charakter. Einer, der Kraft mit Komfort verbindet, ohne es zu übertreiben und zu protzig zu wirken. Während sich viele SUV hier immer ähnlicher werden, bleibt der Patrol ein Statement für sich. Nissan zeigt mit dem neuen Modell auf der Japan Mobility Show, dass der Name Patrol noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Jetzt fehlt nur noch eins: ein deutsches Kennzeichen.